Küchenmaschinen

Das können die günstigeren Alternativen zum Thermomix

Berlin  Vorwerks neuer Thermomix TM6 kann viel, ist aber alles andere als preiswert. Was können die günstigeren Küchenhelfer der Konkurrenz?

Der Thermomix von Vorwerk.

Der Thermomix von Vorwerk.

Foto: NICOLAS GUYONNET / imago/PanoramiC

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Der Thermomix von Vorwerk gehört zu den beliebtesten Küchengeräten. Doch Kunden müssen für die Marken-Maschine tief in die Tasche greifen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Auch Discounter wie Aldi oder Lidl bieten häufig günstigere Thermomix-Alternativen an.

Darüber hinaus gibt es auch andere Firmen, die ähnliche Geräte herstellen. Trotzdem hat Vorwerk Küchenmaschinen wieder zum Streitthema in deutschen Küchen gemacht. Das Unternehmen aus Wuppertal hat für den 1. April den neuen Thermomix TM6 angekündigt, den Nachfolger des über alle Maßen gehypten Küchenhelfers TM5, und jetzt wird munter debattiert: Ist der Thermomix wirklich so gut?

Thermomix: Was sind die besten Alternativen?

Wir haben uns günstigere Alternativen zum Thermomix angeschaut und uns gefragt: Worauf sollte man beim Kauf einer Küchenmaschine achten? Zunächst unsere Testergebnisse:

Severin James the Wondermachine

Das Gerät von Severin ist sehr kompakt, passt auch in enge Küchennischen. Oberflächen und Bedienteile fühlten sich im Vergleich zur Konkurrenz billiger an. Das beigelegte Kochbuch ist jugendlich-bunt, die Hauptgerichte der enthaltenen zehn Menüs werden auch per Youtube-Video erklärt. Insgesamt ist das Rezeptangebot aber übersichtlich.

Fazit: Severin James ist die günstigste Maschine in unserem Test und wirkt im Vergleich etwas billig. Als preiswerter Einstieg in die Thermomix-Welt ist der James aber für kleinere Haushalte durchaus akzeptabel. Der Preis: ab 290 Euro.

Krups Prep & Cook

Die Kochmaschine von Krups, die von vielen ihrer Nutzer nur liebevoll “Preppy“ genannt wird, gefällt schon beim Auspacken durch ihr schickes Design und die wertige Ausführung. Kochbuch und Bedienkonzept kommen in diesem Vergleich in Sachen Benutzerfreundlichkeit dem Thermomix am nächsten. Beim Kochen kann man Rührgeschwindigkeit, Temperatur und Dauer entweder manuell wählen, oder auf eines der elf Programme (Soßen, Suppe, Garen, Teig etc.) zurückgreifen.

Das beigelegte Kochbuch erklärt die Funktionen und Rezepte übersichtlich, darüber hinaus sind auch einige Basissoßen und -teige für das Gerät erklärt. Insgesamt überzeugt das Gerät in Ausführung und Handhabung. Kompliziert gestaltete sich einzig die Reinigung des mehrteiligen Topfdeckels. Eine Maschine, die an den Komfort des großen Vorbilds zwar nicht herankommt, aber durchaus als günstigere Alternative zum Thermomix denkbar ist. Preis: ab 700 Euro

Kenwood Cooking Chef

Schon beim Auspacken wird klar: Das ist ein Gerät für ambitionierte Köche. Es ist größer und schwerer, es wird viel mehr Zubehör geliefert. Aber der Cooking Chef braucht etwas Einarbeitungszeit.

Der erste Versuch, eines der einfachen Gerichte aus dem bei­gelegten Einsteigerrezeptbüchlein nachzukochen, scheiterte zunächst an der spärlichen Erklärung der Bedienelemente. Erst nach einigem Herumprobieren gelang es, die Maschine zu starten. Das ebenfalls beigelegte Kochbuch von Johann Lafer bietet raffinierte Menüvorschläge, Basics wie das Kochen von Kartoffeln und Reis sind aber unzureichend beschrieben.

Der Cooking Chef richtet sich an versierte Köche: Die werden an den vielen Möglichkeiten sowie dem optionalen Zubehör wie Fleischwolf, Beerenpresse oder Nudelmaschine große Freude haben. Das gilt sowohl für das von uns getestete Modell KM096 als auch für die etwas teureren Geräte der Reihe „Cooking Chef Gourmet“.

Einfach zu handhaben ist die Vielfalt an Funktionen nicht immer, günstig auch nicht: Wer noch etwas Zubehör kauft, landet schnell bei einem Preis jenseits der 1000-Euro-Marke. Preis: ab 800 Euro.

Vorwerk Thermomix TM 5

Die „alte“ Version TM 5, seit September 2014 auf dem Markt, macht Kochen kinderleicht. Wer sich nicht auskennt, wählt über den Touchscreen ein Rezept aus und wird anschließend Schritt für Schritt durch die Zubereitung begleitet. Sobald eine Zutat hinzugefügt werden muss, macht das Gerät per Fanfare auf sich aufmerksam.

Im beiliegenden Kochbuch beziehungsweise Kochchip sind vor allem alltagstaugliche Rezepte enthalten. Weitere, auch exotischere Rezepte und viele weitere Kochbücher samt Chip kann man dazukaufen.

Das Bedienkonzept mit Drehrad und Touchscreen ist sehr übersichtlich: einfach Temperatur, Rühr- oder Mixgeschwindigkeit und Kochdauer einstellen. Zudem funktioniert der Topf auch als Waage, was das separate Abmessen der Zutaten überflüssig macht. Zuguterletzt war auch die Reinigung des TM 5 im Vergleich zur Konkurrenz unkompliziert. Für den zugegeben happigen Preis bekommt mit dem TM5 ein sehr ausgereiftes Gerät. Preis: ab 1109 Euro.

• Für die Übergangszeit zum Start des TM6 am 1. April bietet Vorwerk Käufern des TM5 ein „Abschiedsspecial“ an: Für den Preis des TM6 – stolte 1.359 Euro – gibt es das Premium-Paket im Wert von 1.299 Euro, einen zweiten Mixtopf und ein Buch. Ersparnis im Vergleich zu den Einzelpreisen: 153 Euro.

• Hintergrund: Neuer Thermomix TM6: Kunden wollen gegen Vorwerk klagen

Das sagt die Stiftung Warentest:

2015, also ein Jahr nach dem Erscheinen des „alten“ Thermomix TM5, hat die Stiftung Warentest mehrere Küchenhelfer zum Vergleichstest gebeten. Ihr Fazit: Vorwerks Premium-Produkt hat Schwächen, die andere nicht haben. Ein großer Kritikpunkt: Der Thermomix war bei der Arbeit bis zu 91 Dezibel laut – lauter als eine schleudernde Waschmaschine. Am Ende kam der TM5 nur auf den vierten Platz.

So sah das Ranking der Warentester am Ende aus:

• Kenwood Cooking Chef KM096 (damals 1120 Euro) – Note: Gut (2,4)

• KitchenAid Artisan Cook Processor (damals 970 Euro) – Note: Gut (2,4)

• Krups Prep & Cook (damals 775 Euro) – Note Gut (2,4)

• Vorwerk Thermomix TM5 (damals wie heute 1109 Euro) – Note: Befriedigend (2,9)

• Jupiter Thermomaster (damals 520 Euro) – Note Befriedigend (3,2)

Stiftung Warentest testet Küchenmaschinen

Kauf einer Küchenmaschine – Worauf sollte ich achten?

• Funktionen: Oft und gerne werden bei Küchenmaschinen als Alleskönner angepriesen, was allerdings in keinem Fall wirklich zutrifft. Genau dessen sollte man sich bei der Auswahl seines Helfers bewusst sein. „Die Küchenmaschinen der einzelnen Hersteller haben unterschiedliche Profile“, sagt Claudia Oberascher, Projektleiterin der Initiative Hausgeräte+ in Berlin.

Wenn ein Gerät gut beim Teigkneten ist, heiße das noch lange nicht, dass es auch gut schneiden und hacken könne. Ihr Rat: Sich einzelne Maschinen ausführlich erklären lassen und möglichst auch selbst ausprobieren. Vorführungen und spezielle Kochkurse für spezielle Geräte, die in Fachgeschäften angeboten werden, können bei der Kaufentscheidung helfen.

• Preis: „Man kann nicht sagen: Teuer ist gut, billiger ist schlecht“, sagt Christian Kästl vom Tüv Süd. „Grundsätzlich gilt: Wer nicht allzu viele Arbeitsgänge erledigen oder nur für wenige Personen kochen will, kann auch bei günstigen Maschinen seinen Favoriten finden.“ Demnach seien auch die Discounter-Modelle der Marken Quigg und Silvercrest von Aldi und Lidl, die zum Teil für weniger als 200 Euro zu haben sind, mögliche Optionen bei der Suche nach einem Küchenhelfer.

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• Leistung: Claudia Oberascher rät, vor allem auf ein Leistungskriterium zu achten: „Maßgeblich ist die Wattzahl. Wenn die Maschine nicht nur rühren und hacken, sondern zum Beispiel auch schwere Brot- oder Hefeteige über längere Zeit kneten soll, muss sie schon rund 1000 Watt haben.“ Komme ein Motor zu schnell an seine Grenzen, könne das Kochen mühsam werden, weil sich einige Maschinen in diesen Fällen abschalten – oder im schlimmsten Fall kaputt gehen.

Auch Christian Kästl weist auf die Bedeutung von Leistungsdaten hin: „Kunden sollten unbedingt auf Angaben zu Kurzbetriebszeiten in der Bedienungsanleitung achten. Nur so lange darf das Gerät laufen, sonst überhitzt es.“

Diese Zeiten seien oftmals recht kurz. „Es kann nerven, wenn der Mixer bei der Zubereitung von Smoothies alle ein bis zwei Minuten für zehn Minuten abkühlen muss.“

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• Standfestigkeit und Größe: Kleinere, leichtere Küchenmaschinen können beim Arbeiten mit hohen Drehzahlen ins Schlingern geraten und sich auf glatten Böden bewegen, zum Beispiel in Richtung Rand einer Arbeitsplatte. Daher sollte man zumindest auf einen rutschfesten Untergrund am Platz für die Küchenmaschine achten.

Nicht zu vergessen: Küchenmaschinen, gerade die leistungsstarken, brauchen Platz. „Die großen Modelle wiegen durchaus zehn Kilo, die will man nicht für jede kleine Nutzung aus dem Schrank holen“, sagt Claudia Oberascher. Außerdem sei es komfortabel, wenn das Zubehör in der Nähe der Maschine greifbar ist.

• Lautstärke: Wie auch der Test der Stiftung Warentest gezeigt hat, können einige Maschinen am Leistungslimit sehr laut werden. Insbesondere, wer eine offene Küche habe, sollte das bedenken, raten die Experten.

• Sicherheit: „Es gibt Konstruktionen, bei denen man ungeschützt in das Messer greifen kann, wenn man etwas aus der Schüssel nimmt“, sagt Hermann Hutter vom Handelsverband Koch- und Tischkultur (GPK) in Köln. Am besten seien Geräte, die nur arbeiten, wenn der Deckel fest verschlossen ist.

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