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Flixtrain – Welche Verbindungen der Bahn-Konkurrent plant

Berlin  Flixtrain wird für die Deutsche Bahn zunehmend zur Konkurrenz. Das Unternehmen konzentriert sich auf Verbindungen zwischen Metropolen.

Der Flixtrain soll künftig noch mehr Strecken befahren.

Der Flixtrain soll künftig noch mehr Strecken befahren.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

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Flixtrain will ab dem Frühjahr neue Verbindungen anbieten – und macht der Deutschen Bahn damit verstärkt Konkurrenz. Die Pläne dürften den Druck auf die Bahn deutlich erhöhen. Aber ist Flixtrain wirklich günstiger als die Bahn?

Wir klären die wichtigsten Fragen.


Flixtrain mit neuen Strecken – das Wichtigste in Kürze:

• Flixbus-Marke Flixtrain bietet neue Strecken ab Berlin und Hamburg an

• Die Strecke Berlin-Köln wird ab 23. Mai bedient

• Die Preise beginnen angeblich ab 9,99 Euro

Im Fokus der Expansion von Flixtrain stehen die Metropolen Berlin, Hamburg, das Ruhrgebiet und das Rheinland.

Eine neue Strecke von Flixtrain steht dabei schon fest: Berlin-Köln. Die ersten Züge sollen am 23. Mai zwischen Berlin Südkreuz und Köln Hauptbahnhof fahren, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Strecke soll zunächst einmal täglich außer mittwochs bedient werden, berichtet die „Berliner Morgenpost“.

Halten soll der Zug in Berlin Hauptbahnhof, Berlin Spandau, Wolfsburg, Hannover, Bielefeld, Dortmund, Essen, Duisburg und Düsseldorf.

Flixbus erweitert sein Angebot deutlich

Auf der bestehenden Strecke Köln-Hamburg soll ein dritter täglicher Zug fahren.

Flixtrain fährt auch zwischen Berlin und Stuttgart, zudem gibt es einen Nachtzug Hamburg-Lörrach.

Für nächstes Jahr sollen weitere Strecken angemeldet werden. „Wir werden das definitiv ausbauen“, kündigte Schwämmlein an.

Dabei helfe es, dass die Bundesnetzagentur die Gebühr für die Schienennutzung herabgesetzt hat.

Eine erste Ankündigung zu neuen Strecken kam bereits im vergangenen Sommer. Im Juni 2018 hieß es: Flixtrain lässt weitere Fernzüge fahren.

Flixbus- Diese vier Dinge muss man wissen

So viel kostet ein Ticket bei Flixtrain


• Flixtrain bietet nach eigenen Angaben Zugfahrten zu Preisen an, die bei 9,99 Euro beginnen.

• Wer spontan beliebte Strecken wie aktuell Berlin-Stuttgart bucht, muss allerdings eher 29,99 bis 39,99 Euro einrechnen. Zum Vergleich: Bei der Deutschen Bahn liegt der „Super Sparpreis“ bei 19,90 Euro pro Fahrt. Allerdings kann der Preis noch sinken. Wer eine Bahn-Card-25 besitzt müsste dann nur 14,99 Euro zahlen.

Einen ICE hat Flixtrain noch nicht im Angebot

Gescheitert ist das Unternehmen mit dem Versuch, seine Züge auf die neue Paradestrecke der Deutschen Bahn zu bekommen, Berlin-München. „Das ist aktuell für uns gestorben mit dem bestehenden Wagenmaterial“, sagte Schwämmlein. Denn im Fuhrpark fehlt ein ICE. Die Deutsche Bahn fährt auf der Strecke mit bis zu 300 Stundenkilometern.

Auf der Schiene ist Flixtrain der einzige Rivale der Deutschen Bahn im Fernverkehr – allerdings mit einem geringen Bruchteil des Angebots der Deutschen Bahn. Im vergangenen Jahr hatte Flixtrain 750.000 Fahrkarten verkauft.

Zum Vergleich: Im Fernverkehr der bundeseigenen Deutschen Bahn waren es 145 Millionen. Mit diesen sechs Tipps findet man das günstigste Bahnticket.

Die Expansionspläne von Flixtrain kommen zu einer Zeit, in der die Deutsche Bahn zwar Sanierungspläne angekündigt hat, aber weiter mit Problemen zu kämpfen hat. So gibt es aktuell Lokführermangel: 733 Stellen bei der Bahn sind nicht besetzt.

Doch das ist nicht das einzige Problem: Hinzu kommt, dass die Bahn häufig zu spät kommt. 2018 erreichten nur 74,9 Prozent aller Fernzüge „pünktlich“ ihr Ziel.

Unter „pünktlich“ versteht die Bahn eine Verspätungszeit von maximal fünf Minuten oder weniger. Diese fünf Baustellen muss die Deutsche Bahn jetzt angehen.

Sitzplatzreservierung nicht nur im Flixtrain - auch bei Flixbus


Zusätzlichen Umsatz in Deutschland soll der Flixmobility nicht nur die Schiene bringen. Künftig sollen Fahrgäste in allen Bussen gegen Gebühr Sitzplätze reservieren können – bislang ist das ein Versuch auf ausgewählten Verbindungen.

Es soll aber weiterhin in jedem Bus Plätze ohne Reservierung geben.

Zusatzerlöse soll es auch bringen, ganze Busse mit Fahrer für Gruppenreisen zu vermieten. Zudem sollen international weitere Verbindungen angeboten werden. Der Fernbus-Anbieter Flixbus will Fahrten in Russland anbieten.

(dpa/ac)

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