Autokonzern

Rassismus-Vorwürfe – VW entschuldigt sich für Werbevideo

Wolfsburg.  Eine weiße Hand schnipst einen schwarzen Mann weg – und dann wird der neue Golf beworben. Die neue VW-Werbung kommt online schlecht an.

Volkswagen fährt Produktion in Deutschland wieder hoch

Volkswagen nimmt seine Autoproduktion in Deutschland nach einer mehrwöchigen Pause wegen der Corona-Pandemie schrittweise wieder auf. Politiker der großen Autoländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen wollen in Kürze über Auswege aus der Corona-Krise für die Branche beraten.

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Im Netz erfährt der Volkswagen-Konzern gerade heftigen Gegenwind. Grund ist ein auf Instagram geposteter Werbespot für den neuen Golf, den viele Nutzer als rassistisch empfinden. Die kurze Sequenz zeigt einen schwarzen Mann, der von einer riesigen weißen Hand durchs Bild geschoben und anschließend in den Eingang eines Hauses geschnippt wird.

Schließlich purzeln die Wörter „Der neue Golf“ so ins Bild, das kurzzeitig das Wort „Neger“ zu sehen ist. Online sorgte der Beitrag für eine Welle der Empörung. „Das Video ist grenzwertig und komplett rassistisch in seiner Wirkung“, sagte Tahir Della, Sprecher der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil nannte das Video „eindeutig rassistisch und menschenverachtend“. Es sei nicht zu verstehen, dass das „schockierende“ Video nicht vor Veröffentlichung gestoppt worden sei. „Dieses Thema wird sicher auch noch ein Nachspiel in den Gremien haben“, sagte der SPD-Politiker, der als Vertreter des Landes Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat sitzt.

Umstrittene Werbung: Volkswagen entschuldigt sich für Video

Am Mittwoch hatte ein VW-Unternehmenssprecher erklärt: „Ganz ohne Frage: Das Video ist falsch und geschmacklos.“ Dass der Clip bei vielen Beobachtern zu Empörung und Wut führe, könne man verstehen. „Wir distanzieren uns davon und entschuldigen uns dafür. Wir werden aufklären, wie das passieren konnte – und Konsequenzen daraus ziehen.“

Die Wolfsburger weiter: „Schon vor dem Hintergrund unserer eigenen Unternehmensgeschichte positioniert sich Volkswagen gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung.“ In der Nazi-Zeit war der.

Auch die verantwortliche Agentur entschuldigte sich. „Ich bin entsetzt und zutiefst betroffen, wie so etwas in unserem Verantwortungsbereich geschehen konnte“, sagte Tobias Pschorr, Geschäftsführer der Voltage OMC GmbH, am Donnerstag laut Mitteilung. Das Video entspreche in keiner Weise dem ethischen und moralischen Anspruch der Agentur und habe zurecht Empörung und Unverständnis ausgelöst.

„Wir haben bereits begonnen, den gesamten Entstehungsprozess dieses Posts zu eruieren“, sagte Pschorr. „Sollte sich herausstellen, dass einer unserer Mitarbeiter oder ein Zulieferer vorsätzlich fremdenfeindliche oder rassistische Inhalte erstellt hat, wird dies zu einer sofortigen Kündigung und zu rechtlichen Maßnahmen führen.“ Alle Freigabeprozesse würden geprüft.

VW entschuldigt sich auf Instagram – Nutzer enttäuscht von erster Reaktion

Eine erste Entschuldigung war zuvor auf Instagram verbreitet worden. „Wie ihr euch vorstellen könnt, sind wir überrascht und schockiert, dass unsere Instagram-Story derart missverstanden werden kann“, schrieb VW dort zunächst. Dies war stellenweise nochmals auf Kritik gestoßen.

Ein Nutzer schrieb: „Alles also nur eingebildet und ein Missverständnis? Sorry, aber den Rassismus bilden wir uns nicht ein.“ VW präzisierte daraufhin seine Entschuldigung. Das Unternehmen betonte außerdem: „Viele Initiativen im Unternehmen und in unserer weltweiten Belegschaft fördern Vielfalt, Integration und eine vorurteilsfreie Zusammenarbeit.“

(dpa/phb)

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