Neben den Kaufhallen in den größeren Wohngebieten gab zu DDR-Zeiten viele kleine Nahversorgungs­geschäfte, so auch einen Konsum im Jenaer Damenviertel. Jener war in der Leninstraße (heute Sophienstraße) angesiedelt und verkaufte Waren des täglichen Bedarfs.

Wie Fotos aus dem Jahr 1988 zeigen, hielt sich das Angebot an Obst und Gemüse in Grenzen. Viel mehr als Rhabarber und Blumenkohl waren nicht vorrätig – die meisten als Ablage genutzten Wäschekörbe waren auf den Fotos leer.

Die Konsum-Verkaufsstelle befand sich in der Leninstraße in Jena.
Die Konsum-Verkaufsstelle befand sich in der Leninstraße in Jena.© Archiv unserer Zeitung

Handel in der DDR: Einheitspreise bei den Lebensmitteln

Bei den Grundnahrungsmitteln mussten die Kunden keine Preise vergleichen, weil sie überall genauso teuer waren. Das Mischbrot kostete laut Aushang 62 Pfennig. Das Toastbrot war für 1,35 Mark zu haben. Ein Brötchen schlug mit fünf Pfennig zu Buche, ein Kuchenbrötchen mit zehn Pfennig. Jenaer Pils aus der Brauerei am Felsenkeller war im Geschäft vorrätig. Auf Vorrat hat es aber lieber niemand gekauft, weil aufgrund der kurzen Haltbarkeit stets Eile beim Trinken geboten war. Entsprechend gewöhnten sich die Kunden vor dem Kauf einen prüfenden Blick an.

Die Auslage für Obst und Gemüse war nur spärlich bestückt.
Die Auslage für Obst und Gemüse war nur spärlich bestückt. © Archiv unserer Zeitung

Geöffnet hatte das Geschäft an vier Tagen in der Woche von 7 bis 18 Uhr, am Mittwoch von 8 bis 18 Uhr. Der Laden war nur jeden zweiten Samstag für den Verkauf offen, und zwar in der Zeit zwischen 7 und 10 Uhr. Heute befindet sich eine Bäckereifiliale von Schäfers in dem Geschäft.

Weitere Folgen unserer Serie Handel zu DDR-Zeiten

• Sero-Sammlung: Blick in die Sammelpunkte in Winzerla und Lobeda
• Der Rummel kommt in die Stadt: Wie Jena einst sein Mai-Volksfest auf dem Platz der Kosmonauten feierte
• Großes Volksfest zu DDR-Zeiten: Als Tausende den Brauermarkt in Jena stürmten
• Repariert statt weggeworfen: HDR Jena flickte selbst Regenschirme
• Gackelboy für 80 Mark: Heka-Kaufhaus Jena war Anlaufpunkt in Sachen Haushalt und Kosmetik
• Mischbrot für 62 Pfennig: Spezialladen für Brot im Jenaer Stadtzentrum
• Baumarkt mit Bückware: Wie Menschen in Jena an Baustoffe kamen