In der Johannisstraße befand sich einst eine Spezialverkaufsstelle für Baby- und Kinderkleidung. Die Konsum-Genossenschaft hatte ihre Nesthäkchen-Verkaufsstelle im Jahr 1971 eröffnet.
Am 1. März begrüßte das Kollektiv zum ersten Mal die Kunden. Auch an die Beschäftigung der Kleinen war gedacht, während die Mama in der Schlange auf die Bedienung wartete. Im Laden war extra eine mit Gitterstäben umfasste Spielecke eingerichtet, die schon am ersten Tag gern genutzt wurde.

Begehrte Ware im Delikat in der Weigelstraße
Nur wenige Meter vom Nesthäkchen entfernt befand sich ein Geschäft, in dessen Schaufenstern sich die Konservenbüchsen mit Ananas oder Mandarinen türmen. Wo sich heute in der Weigelstraße in Jena die Fahrradwerkstatt von „Bike and Snow“ befindet, war einst der Anlaufpunkt für exklusive Lebensmittel in Jena. Der Delikat-Laden bot Waren zu gehobenen Preisen, die Kundinnen und Kunden in den Kaufhallen vergeblich suchten.

Die DDR hatte im Jahr 1966 begonnen, Delikat-Geschäfte zu eröffnen. Diese sollten zum einen die Bedürfnisse der Bevölkerung nach besonderen Waren decken, zum anderen aber auch helfen, das im Umlauf befindliche Geld abzuschöpfen. Entsprechend hoch waren die Preise für die teils importierten Produkte.

Begehrte heimische Ware im Verkauf
Aber auch begehrte heimische Ware verschwand aus den normalen Lebensmittelläden, um in neuer Verpackung und zu deutlich gestiegenen Preisen im Delikat zu landen. Dem Zulauf zum „Deli“ tat das keinen Abbruch. „Spitzenerzeugnisse – Spitze im Geschmack“ stand als Werbeslogan ans Jenaer Schaufenster geschrieben.
Auch interessant
Weitere Folgen unserer Serie „Handel zu DDR-Zeiten“:
• Spezialladen für Brot in der Passage
• Fernsehgeschäft in Jena: Fernbedienung kostet 520 Mark Aufpreis
• HO-Zentraldrogerie am Engelplatz
• Konsum-Kaufhalle in der Grietgasse
• Baustoffe, Werkzeuge, Pflanzensamen: Was BHG-Läden in Jena zu bieten hatten
• Großes Volksfest in Jena: Brauermarkt als Traditionsveranstaltung




