Auch das Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist am Dienstag vom deutschlandweiten Tarifkonflikt der Landesbeschäftigten im öffentlichen Dienst betroffen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Belegschaft von Thüringens einzigem Uniklinikum zu einem erneuten Warnstreik aufgerufen.

Verdi will damit den Druck auf die Arbeitgeberseite, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder, erhöhen. Patienten des Jenaer Klinikums müssen sich bei geplanten Untersuchungs- und Behandlungsterminen auf streikbedingte Einschränkungen einstellen. Das Klinikum teilte jedoch mit, dass die Notfallversorgung und lebenswichtige Behandlungen auch während des Warnstreiks gewährleistet sind.

Die Notfallversorgung war am UKJ gesichert.
Die Notfallversorgung war am UKJ gesichert. © Funke Medien Thüringen | Thorsten Büker

Protestmarsch durch Lobeda

„Die Notfälle sind versorgt. Und wir freuen uns über eine starke Beteiligung der Mitarbeiter aus der Anästhesie“, sagt Philipp Motzke-Bohn vom Verdi-Landesbezirk. Mehr als 100 Mitarbeiter nahmen am Auftakt teil. Der Gewerkschaftssekretär hofft, dass die Zahl der Teilnehmer im Laufe des Tages auf 250 ansteigen wird. „Wir bestreiken auch den Spätdienst. Dieser wird stark beteiligt sein.“ Der Warnstreik endet um 22 Uhr.

Auch interessant

Dem Auftakt vor dem UKJ folgte ein Demonstrationsmarsch der Streikenden durch das Wohngebiet Lobeda. Dies ist bereits der zweite Warnstreik am Jenaer Uniklinikum im aktuellen Tarifkonflikt.

Die Gewerkschaftssekretäre Philipp Motzke-Bohn und Teresa Gärtner.
Die Gewerkschaftssekretäre Philipp Motzke-Bohn und Teresa Gärtner. © Funke Medien Thüringen | Thorsten Büker

Verdi fordert höhere Löhne und gleiche Arbeitszeiten in Ost und West

Verdi kritisierte, dass die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar kein verbindliches Angebot vorgelegt hätten. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder unter anderem sieben Prozent mehr Gehalt – monatlich mindestens 300 Euro mehr – sowie eine Aufstockung der Zuschläge für Arbeit zu ungünstigen Zeiten, etwa nachts.

Weitere Nachrichten aus Jena

Bundesweiter Warnstreik an Universitätskliniken
Dem Auftakt vor dem UKJ folgte ein Demonstrationsmarsch der Streikenden durch Lobeda. © dpa | Bodo Schackow

Auch die Debatte um die Arbeitszeitgerechtigkeit Ost und West ist ein wichtiges Thema. Nach fast 36 Jahren Einheit sei es sehr unverständlich für die Beschäftigten, dass an den Universitätskliniken im Osten 1,5 Stunden mehr die Woche gearbeitet werde, sagt Motzke-Bohn.

Am Ende gingen etwa 300 Beschäftigte in einen ganztägigen Warnstreik. Pflegekräfte, Labor- und Technikmitarbeiter und Beschäftigte weiterer Bereiche demonstrierten auf der Straße. Für Mittwoch ruft die Gewerkschaft auch zu einem Campus-Warnstreiktag auf: Eine Demonstration durch die Stadt ist ab 10 Uhr geplant.