Ganz im Zeichen eines Neuanfangs steht ein Unternehmen mit Sitz in der Fritz-Bolland-Straße in Rudolstadt. Die ehemals Granula GmbH Deutschland wurde von Christian Kleinjung im vergangenen Jahr im Sommer übernommen. Damit hat sich die Firma vom Teil einer internationalen Gruppe zu einem vollständig eigenständigen, inhabergeführten Familienunternehmen gewandelt. Das geht aus einer Mitteilung der Stadtverwaltung hervor.

Lokale Wurzeln und internationale Expertise

Christian Kleinjung, bekennender Wahlthüringer, hat in den letzten 10 Jahren renommierte Thüringer Unternehmen geleitet. Darunter die Qundis GmbH, die AE Group AG und aus der direkten Nachbarschaft die Samag Group in Saalfeld. Vorherige Karrierestationen waren der Sanitärkonzern Geberit und das Familienunternehmen Weidmüller. Über Weidmüller hat Kleinjung umfangreiche Auslanderfahrungen im Mittleren Osten und in Asien sammeln können. Mit dem Erwerb der Granula Deutschland GmbH hat er sich und seiner Familie einen langgehegten Wunsch erfüllt.

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Bürgermeister Jörg Reichl mit Geschäftsführer Christian Kleinjung im Gespräch in der Produktionshalle.© Michael Wirkner | Michael Wirkner / Stadt Rudolstadt

Dass das Unternehmen ein Familienunternehmen bleibt, ist für die Belegschaft eine wichtige Konstante. „Der entscheidende Unterschied liegt nun in der lokalen Unabhängigkeit: Als geschäftsführender Gesellschafter entscheide ich direkt hier in Rudolstadt“, erklärt Kleinjung. Dies sichert nicht nur die Zukunft der derzeit 28 Beschäftigten, sondern stärkt die Bindung des Betriebs an die Region.

Blick hinter die Kulissen

Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl besuchte kürzlich die Kleinjung Masterbatches GmbH. Beim Rundgang durch die Produktionshallen gab Betriebsleiter Marcel Bourve detaillierte Einblicke in die komplexen Abläufe. Bourve erläuterte dabei nicht nur die strengen Verfahren der Qualitätssicherung, die für Kunden aus der Automobil- und Pharmaindustrie unerlässlich sind, sondern führte auch durch die verschiedenen Stationen der Herstellung.

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Diese „Fäden“ laufen zur Abkühlung durch ein Wasserbad und werden im nächsten Schritt von einerSchneidemaschine zu exakt gleichmäßigem Granulat verarbeitet. © Michael Wirkner | Michael Wirkner / Stadt Rudolstadt

Wie entsteht eigentlich ein „Masterbatch“?

Der Herstellungsprozess wurde beim Termin anschaulich demonstriert: In großen Maschinen, den sogenannten Extrudern, werden Kunststoff, Farbpigmente und Zusatzstoffe unter Hitze miteinander verschmolzen. Die flüssige Masse tritt am Ende der Maschine in Form von dünnen Kunststofffäden aus. Diese „Fäden“ laufen zur Abkühlung durch ein Wasserbad und werden im nächsten Schritt von einer Schneidemaschine zu exakt gleichmäßigem Granulat verarbeitet. Das fertige Produkt wird verpackt und weltweit an Hersteller versandt, die daraus bunte oder funktionale Kunststoffprodukte – vom Porsche-Bauteil bis zum Coca-Cola-Flaschendeckel – fertigen.

Expansion in die ehemalige „Harfe-Druckerei“

Um das angestrebte Wachstum zu bewältigen, wurde bereits expandiert. Über die LEG Thüringen hat das Unternehmen das benachbarte Areal der ehemaligen Harfe-Druckerei gepachtet, mit der klaren Perspektive eines späteren Kaufs. Während des Rundgangs wurden die neuen Räumlichkeiten vorgestellt, die nun nach und nach ausgebaut werden. Sie bieten künftig Platz für moderne Lagerflächen, Forschungslabore und Schulungsräume. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Sozial- und Nassräume für die Angestellten. Aktuell sind die begrenzten Sanitärkapazitäten der limitierende Faktor für dringend benötigte Neueinstellungen über die derzeit 28 Beschäftigten hinaus.

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Bürgermeister Jörg Reichl (m.) mit Geschäftsführer Christian Kleinjung (r.) und Betriebsleiter Marcel Bouvre vor den Produktionshallen der Kleinjung Masterbatches GmbH. © Michael Wirkner | Michael Wirkner / Stadt Rudolstadt

Stabilität durch Kooperation

Trotz der Eigenständigkeit und der laufenden Umfirmierung bleibt die bewährte Zusammenarbeit mit der Schweizer Granula AG erhalten. „Es ist ein Glücksfall für unsere Stadt, wenn aus internationalen Konzernstrukturen wieder ein echtes Familienunternehmen wird“, betonte Bürgermeister Jörg Reichl. „Die Entwicklung bei Kleinjung Masterbatches zeigt eindrucksvoll, dass unser Wirtschaftsstandort für Top-Entscheider attraktiv ist. Dass hier nicht nur in Maschinen, sondern ganz gezielt in die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und die Revitalisierung leerstehender Gebäude wie der ‚Harfe‘ investiert wird, freut mich besonders. Christian Kleinjung bringt Weltläufigkeit nach Rudolstadt und bewahrt gleichzeitig den Charakter eines verlässlichen, regionalen Arbeitgebers.“

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Mit der neuen Marke Kleinjung Masterbatches® positioniert sich das Unternehmen nun eigenständig am europäischen Markt und sichert langfristig qualifizierte Arbeitsplätze in der Region.