Der Erzwingungsstreik bei der Kelvion Brazed PHE GmbH in Wilchwitz erhält Unterstützung aus der Bundespolitik.
Am Freitag besuchte Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Mandy Eißing (Die Linke) die Streikenden und informierte sich über den Arbeitskampf für einen Sozialtarifvertrag.
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Erster unbefristeter IG-Metall-Streik in Ostthüringen seit Jahrzehnten
Nach Angaben der IG Metall handelt es sich um den ersten unbefristeten Streik der Gewerkschaft in Ostthüringen seit 35 Jahren.
„Beschäftigte und Gewerkschaften haben das Recht, für ihre berechtigten Forderungen zu kämpfen“, sagte Ramelow. Die angekündigte Schließung eines wirtschaftlich erfolgreichen Werks stoße auf „Verwunderung und Entsetzen“. Beeindruckt habe ihn zudem der Zusammenhalt der Belegschaft
.Auch die IG Metall sieht den Konflikt über den Standort hinaus als Signal für die Industrie in Ostdeutschland. „Die Auseinandersetzung hat Bedeutung weit über Kelvion hinaus“, erklärte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Jena-Saalfeld und Gera, Christoph Ellinghaus.
Der Streik laufe inzwischen im vierten Tag. Warnstreiks und Erzwingungsstreik hätten bereits Auswirkungen auf die Lieferkette. Die Gewerkschaft habe deshalb die Streikposten verstärkt und halte an ihren Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag fest.
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Rund 300 Beschäftigte betroffen
Die Kelvion Brazed PHE GmbH produziert in Wilchwitz gelötete Plattenwärmetauscher für die Heiz-, Kühl- und Klimatechnik. Trotz nach Angaben der IG Metall guter Auslastung und wirtschaftlich erfolgreicher Entwicklung hatte das Unternehmen im Mai die Schließung des Standorts angekündigt.
Nach sechs Warnstreikwellen scheiterten Ende Juli die Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag. Daraufhin stimmten die IG-Metall-Mitglieder einstimmig für einen unbefristeten Erzwingungsstreik. Von der geplanten Werksschließung sind rund 300 Beschäftigte betroffen.





