Glosse

Die Feldmäuse sind arm dran

Thomas Bärsch

Thomas Bärsch

Foto: Sascha Fromm / TA

Herr Bärsch erklärt, warum das Schicksal der Tiere alternativlos ist.

Feldmäuse haben keine Flügel, denn wenn sie Flügel hätten, wären sie Fledermäuse. Leider haben Feldmäuse auch keine Lobby und keine Freunde. Ihre natürlichen Feinde sind Greifvögel und Bauern. Den einen dienen sie als Fressen, den anderen fressen sie die Nahrung unter den Füßen weg. Taucht irgendwo eine Fledermaus auf, werden Bauarbeiten gestoppt, Wissenschaftskongresse veranstaltet und Operetten geschrieben. Von den Feldmäusen hat es nur ein gewisser Frederick zu medialer Bekanntheit gebracht, weil er seine Familie mit schönen Worten vorm Verhungern rettete. Anderen Feldmäusen fehlt dieses Talent. Auch kommt für die meisten von ihnen eine Umschulung zur Kirchenmaus nicht infrage. Das Risiko zu verarmen ist einfach zu hoch.

(Zum Blog „Herr Bärsch erklärt“)