Kunstpause: Im Namen des Waldvolkes

Frank Quilitzsch über Schmierentheater im Thüringer Landtag.

Frank Quilitzsch

Frank Quilitzsch

Foto: Andreas Wetzel

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Was ist denn bei euch in Thüringen los?! Immer wieder werde ich das im Hinblick auf die Ereignisse im Landtag gefragt, und meine Antwort lautet: Sie wissen nicht, was sie da tun. Und sie tun es weiter, ohne Rücksicht auf den Wähler, unser Land und die Regeln des Anstands.

Ein machtgeiler Fraktionsvorsitzender spielt den Mephisto. Ein glatzköpfiger Friseurmagnat lässt sich zum König krönen und wird abgetreten. Und ein Nazi fungiert grinsend als Steigbügelhalter.

Nein, das ist nicht Shakespeare. Das ist billigstes provinzielles Schmierentheater!

Und das ist brandgefährlich.

Trotzdem halte ich unser schönes, freies Thüringen nicht für verloren, auch wenn es, von außen betrachtet, diesen Anschein vermitteln könnte: Die Einwohnerzahl sinkt. Die Fußballclubs steigen ab oder gehen Pleite. Der Wald siecht. Es wird wärmer, trockener, stürmischer. Und jetzt spielen auch noch die Volksvertreter verrückt…

Im Namen einer Scheindemokratie wird gekungelt und geblufft, geheuchelt und höhnisch Beifall geklatscht, nur um die Wiederwahl des roten Landesvaters zu verhindern. Der zwar mit seinen Vasallen auch keine Mehrheit mehr hat, in seiner Amtszeit aber das Abendland nicht, wie vielfach befürchtet, gegen den Baum fuhr. Im Gegenteil, seine Beliebtheitswerte sind gestiegen.

Ist es nicht höchste Zeit, endlich das Parteikastendenken zu beenden und eine Koalition der Vernunft zu bilden, wie sie von namhaften Vertretern aus Kultur, Religion und Wissenschaft seit Längerem gefordert wird? Im Namen des Volkes und des Thüringer Waldes erinnere ich an die Online-Petition vom 24.11. 2019: „Aus der Mitte der Gesellschaft heraus fordern wir die gewählten Vertreter der Thüringer CDU und der Linken dazu auf, die Mauern in ihren Köpfen einzureißen.“ Ziel müsse eine Linke-CDU-Koalition oder rot-rot-grüne Minderheitsregierung sein, die von der CDU toleriert wird. Zu den Erstunterzeichnern gehörten George Alexander Albrecht, Ehrendirigent der Staatskapelle Weimar, der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, sowie die Schauspieler Katrin Sass und Thomas Thieme.

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