Im Herzen Heilbronns gibt es 20 Dönerbuden und 18 Barbershops auf einer Fläche von einem halben Quadratkilometer. Deshalb fordert eine Initiative dort die Einführung einer Obergrenze für Dönerläden und hat damit eine Debatte über die Dönerisierung deutscher Innenstädte entfacht. Das ist nur konsequent, denn vielerorts gibt es inzwischen mehr Dönerbuden und Barbershops als Apotheken und Arztpraxen. Allerdings mischen sich ins Geschrei der Empörten – vorsichtig und leise noch – erste warnende Stimmen: Man könne gar kein gezieltes Verbot gegen diese Geschäfte verhängen. Wie aber ist das Problem zu lösen? Dönerbuden könnten verpflichtet werden, Medikamente ins Sortiment aufzunehmen, und Barbershops müssten ärztliche Dienstleistungen anbieten. Das hat bei den Barbieren im Mittelalter auch ganz gut funktioniert. Den „Döner mit alles“ gibt’s dann natürlich nur noch auf Rezept. Und zu Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten fragen Sie bitte ihren Barber oder Dönermeister.

Thomas Bärsch
Thomas Bärsch© Zentrale | Sascha Fromm