Die ostdeutschen Schauspielerinnen Gerit und Anja Kling lebten mit ihren Familien und Eltern über 18 Jahre unter einem Dach. Geschichten aus dieser turbulenten Zeit haben die beiden prominenten Schwestern im Buch „Dann eben ohne Titel... Wir konnten uns mal wieder nicht einigen“ zusammengetragen. Am Sonntag, 25. Mai, um 18 Uhr lesen sie daraus im Theater Arnstadt (Tickets an der Tageskasse). Ein Interview mit Anja Kling vorab.

Frau Kling, welche lustige Begebenheit mit Ihrer Schwester wollen Sie auf keinen Fall missen?

Meine Schwester und ich haben eine lange 1.-April-Tradition. Jedes Jahr warten wir sehnsüchtig darauf, die jeweils andere mit einem möglichst üblen Scherz in den April zu schicken. Das wird von langer Hand vorbereitet. Meine Schwester Gerit ist darin eine wahre Meisterin. So erzählten wir zum Beispiel mal in einer Talkshow eine sehr lustige Geschichte, die wir mit einem Riegel Kinderschokolade erlebt haben, als wir selbst noch Kinder waren. Eine Woche später, es war der 1. April, stürmte Gerit in meine Küche und legte mir einen schriftlichen Werbevertrag für Kinderschokolade auf den Tisch. Obendrauf das passende Logo, Unterschriften, Stempel, darin eine unglaubliche Gage, bei Zustandekommen einer Werbepartnerschaft mit Gerit. Tatsächlich, es stand nur ihr Name dort, meiner nicht. Natürlich freute ich mich für Gerit, aber es hat mich gleichzeitig zutiefst getroffen, dass dieses Angebot offenbar nur für sie galt, obwohl es doch unsere Geschichte war, die wir gemeinsam erzählt hatten. Gerit ließ mich sicher ein bis zwei Stunden schmoren, ehe sie den Fake zugab und amüsierte sich prächtig über mein Schmollen.

DIVA Preisverleihung 2009
Die Schauspieler Fritz Wepper (1941-2024, rechts) und Elmar Wepper (1944-2023) bei der Verleihung des Deutschen Entertainment-Preises DIVA 2009 mit ihren Laudatorinnen, den Schauspielerinnen Gerit Kling (links) und Anja Kling. © picture-alliance/ dpa | Felix Hörhager

Für die Kinder zogen Gerit und Anja Kling unter ein Dach

Warum leben Sie eigentlich heute nicht mehr in Großfamilie zusammen?

Als wir beschlossen, gemeinsam in ein Haus zu ziehen, hatte Gerit einen einjährigen Sohn, und auch ich fing an, mir über die Familienplanung Gedanken zu machen. Beide wollten wir unsere Kinder sehr ungern in der Stadt großziehen. Das Haus, das wir dann kauften, steht direkt neben unserem Elternhaus. So wurden wir zur Großfamilie, eine absolute Win-win-Situation. Wir konnten beide arbeiten wie bisher, die Kinder brauchten nie eine Nanny, denn bei sechs Erwachsenen ist eigentlich immer einer da, der sich um die drei Kinder kümmern kann. Wir verstanden uns prächtig und hatten viel Spaß zusammen. Und für unsere Eltern war es natürlich auch toll, die Kinder und Enkelkinder in direkter Nähe zu haben. 18 Jahre war das für alle großartig. Aber alles hat eben seine Zeit. Die Kinder wurden groß und selbstständig, wir beide hatte neue Partner, und irgendwann war der Zeitpunkt gekommen, da wir den Wunsch hatten, uns wieder gegenseitig besuchen zu können. Deshalb zogen wir auseinander. Allerdings liegen zwischen unseren Häusern auch nur 6 Kilometer, wir können uns also sehr oft besuchen...

Oldtimer Rallye "Der große Grenzverkehr"
Immer für einen Spaß zu haben: Die Schauspielerinnen Gerit (l) und Anja Kling feiern 2013 nach der Oldtimer-Rallye „Der Große Grenzverkehr 2013“ beim Galaabend in Munster im Elsass (Frankreich). Sie waren Teilnehmer der Oldtimer-Rallye „Der Große Grenzverkehr 2013“ von Schluchsee im Hochschwarzwald über Hinterzarten nach Munster im Elsass. Prominente aus Film, Showbusiness und Fernsehen nahmen an der Veranstaltung der Fremdenverkehrsvereine teil. © picture alliance / dpa | Ursula Düren

Sie lesen jetzt in Arnstadt. Was bedeutet Ihnen Thüringen?

Meine gesamte Familie väterlicherseits kommt aus Thüringen. Solange meine Großmutter lebte, waren wir oft im schönen Altenburg, meine Schwester wurde dort sogar geboren. Ich verbinde also viele schöne Kindheitserinnerungen mit Thüringen.