Man nehme einen Vorabend-Sendeplatz im Regionalfernsehen des kleinsten deutschen Bundeslands, einen sympathischen Moderator und ein mit Schätzen vollgestelltes Studio. Heraus kommt eine Sendung, die regionaler und linearer nicht sein könnte – und gerade deshalb die Herzen ihrer Zuschauer erobert. Der „Flohmarkt“ wird im Saarländischen Rundfunk gesendet und bringt Händler aus der Region auf die Mattscheiben des Publikums. Live, denn anders würde es gar nicht funktionieren, werden Puppen, Teller, Bilder und Kaffeemühlen gezeigt, die für die ausgezeichneten Preise einen neuen Besitzer suchen.

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Regionalsendung zeigt auch Thüringern Antiquitäten und Dinge mit Geschichte

Hat die Kamera einmal die Bandbreite abgefahren, darf angerufen werden. Besonders beliebt und zufälligerweise auch besonders häufig im Angebot sind Tiffanylampen in Tiergestalt und Honigtöpfe in Bienenkorb-Form. Doch wer zu den Stamm-Schauern des „Flohmarkt“ gehört, weiß, dass die wahre Königin der Nachfrage eine ganze andere ist: die klassische grüne Bankerlampe mit Messingfuß.

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Beinahe vergessen, aber schön wie nie – die Tücken des analogen Live-Fernsehens

Ist ein Wunsch wie „Ich interessiere mich für die Katzenfiguren!“ oder eine Bitte wie „Kann ich die Kanne hinter den Teddybären einmal genauer sehen?“ erstmal gefallen, steht Moderator Michael Friemel schon bereit. Wenn dann die Kamera an das Objekt der Begierde zoomt, tritt etwas ein, das heute keinem jungen Menschen mehr geläufig ist – eine Zeitverzögerung. Denn bis das Bild im Fernsehen beim Anrufer angekommen ist, dauert es manchmal einen kleinen Moment. „Jetzt müssten sie es gleich sehen“ ist daher der wohl am häufigsten, aber trotzdem stets mit Geduld und Herzlichkeit ausgesprochene Satz des Moderators. Wenn es mal genauerer Nachfragen gibt, kommt auch ein Zollstock als Unterstützung zum Einsatz.

„Flohmarkt“ bekommt erweiterten Sendeplatz

Nicht nur durch den Sende-Ort ist das Format durch und durch Saarländisch, auch die Händler, denen die heiteren und teils geschichtsträchtigen Schätze gehören, sind es. Unter den Anrufern und Zuschauern sind jedoch auch Menschen aus Thüringen, Hamburg oder Sachsen-Anhalt. Mittlerweile ist der über 1000 Sendung währende „Flohmarkt“ sogar so beliebt, dass er ab diesem Jahr nicht nur im SR, sondern auch im SWR um 18.15 Uhr ausgestrahlt wird.

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Zur Sicherheit sollte man für diesen Termin einen Schnaps parat haben – denn wenn ein (bei den kaufwilligen Zuschauern sehr beliebter) Fischtopf verkauft wird, sind die Zuschauer in ganz Deutschland aufgerufen, ein Gläschen zu trinken. Das ist seit einigen Folgen eine kleine Tradition. Wann hat lineares Fernsehen zuletzt so etwas geschafft?