Vier Städte und Landkreise in Thüringen laden im Mai zur Langen Nacht der Museen ein – mit Ausstellungen, Mitmachaktionen und selten zugänglichen Einblicken in die regionale Kultur- und Wissenschaftslandschaft. Laut den Sprecher:innen der Museumsnächte in Thüringen beteiligen sich zahlreiche Einrichtungen in Weimar, Erfurt, Jena und dem Weimarer Land an dem Veranstaltungsformat.

Weimarer Land eröffnet Museumsnächte

Den Auftakt macht das Weimarer Land am 10. Mai mit einem vielfältigen Programm unter dem Titel „TRAUMhafte Nacht der Museen“. Zahlreiche Museen, Ateliers und kulturelle Einrichtungen öffnen bis spät in den Abend ihre Türen.

Längere Öffnungszeiten zur Museumsnacht

Besucherinnen und Besucher können traditionelles Handwerk wie das Salzsieden oder das Glockengießen kennenlernen, eigene Glocken läuten oder sich mit der Textilgeschichte der Region vertraut machen.

Kunsthaus Kreis Weimarer Land
Das Kunsthaus in Apolda hat auch zur langen Nacht geöffnet. © Lisa Dinter  | Lisa Dinter 

Ein Highlight ist die Ausstellung „Salvador Dalí - Biblia Sacra“ im Kunsthaus Apolda Avantgarde. Zudem bieten viele Ateliers persönliche Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern. Die Veranstaltungen verteilen sich über mehrere Orte im Weimarer Land, sodass Besucherinnen und Besucher zwischen unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten wählen können.

Erfurt zeigt „Verborgene Schätze“

Knapp eine Woche später, am 16. Mai, lädt Erfurt ein zur Museumsnacht unter dem Motto „Verborgene Schätze“. Wie die Kulturdirektion in Erfurt mitteilt, gewähren Museen Einblicke in sonst nicht öffentlich zugängliche Bereiche. So kann im Naturkundemuseum erstmals die Präparationswerkstatt besichtigt werden.

Naturkundemuseum Erfurt
Das Naturkundemuseum Erfurt entführt in die zeit der Erdgeschichte.© Dirk Urban | Dirk Urban

Im Stadtmuseum „Haus zum Stockfisch“ erwartet die Gäste die Ausstellung „Nabel der Welt“, die sich mit Erfurts archäologischer Vergangenheit auseinandersetzt. Ein weiterer thematischer Schwerpunkt liegt auf dem Werk der Autorin Mirjam Pressler. Die Ausstellung „Schreiben ist Glück“ wird parallel in der Galerie Waidspeicher, der Alten Synagoge und der Kleinen Synagoge gezeigt. Im Kunsthaus Erfurt können neben den Raumcollagen der aktuellen Ausstellung „Mehr als die Summe der einzelnen Teile“ eigene Collagen gestaltet werden. Der Künstler und Schriftsteller Mario Osterland lädt in der Galerie ab 19 Uhr zum Collagieren ein.

Thüringen zeigt verborgene Museumsschätze im Mai

Das Museum für Thüringer Volkskunde zeigt die textile Sonderausstellung „Spielräume – Spielträume“ mit Live-Musik im Innenhof. Eröffnet wird die Museumsnacht im Angermuseum durch eine Performance des „Play Bauhaus“-Teams und Musik der Bauhaus-Käfer-Kapelle. Ergänzt wird das Programm durch ein spezielles Kinderangebot: Bei der „Rallye für kleine Nachteulen“ können junge Gäste an kreativen Stationen wie dem Druckereimuseum oder dem Gartenbaumuseum mitmachen und Preise gewinnen.

Weimar feiert ein Doppeljubiläum

Einen Tag nach der Museumsnacht in Erfurt, am 17. Mai, begeht Weimar gleich zwei Jubiläen: 25 Jahre Lange Nacht der Museen und 250 Jahre seit Goethes Ankunft in der Stadt. Entsprechend umfangreich ist das Veranstaltungsangebot. Die Klassik Stiftung Weimar widmet sich Goethes Werk „Faust“ in mehreren Ausstellungen, experimentellen Formaten und Gesprächsrunden.

Klassik Stiftung Weimar / Lange Nacht der Museen
Die Klassik Stiftung Weimar lädt zur Langen Nacht der Museen.© Henry Sowinski | Henry Sowinski

Ein weiterer thematischer Fokus liegt auf dem Architekten Clemens Wenzeslaus Coudray, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird. Coudray prägte im frühen 19. Jahrhundert das Stadtbild Weimars maßgeblich. Speziell für junge Besucherinnen und Besucher werden Angebote entwickelt, um den Stadtumbau durch Coudray interaktiv erfahrbar zu machen.

Sonderführungen zur Museumsnacht in Thüringen 

Neben den großen Institutionen beteiligen sich auch kleinere Archive, Kirchen und Galerien an der Museumsnacht. Besucher können sich individuelle Touren zusammenstellen und die abendliche Atmosphäre der Kulturstadt für Entdeckungen nutzen.

Jena schließt mit urbaner Schatzsuche

Zu guter Letzt beschließt Jena den Reigen. Unter dem erneut gewählten Motto „Verborgene Schätze“ schließt die Zeiss-Stadt am 23. Mai die Reihe der Thüringer Museumsnächte ab. Über 30 Institutionen beteiligen sich an dem Format, das insbesondere auf bislang unbekannte Objekte und Orte fokussiert.

Pelzer Werkstatt in Jena 
Die Pelzer Werkstatt in Jena lehrt über alte Handwerkskunst.© Moayad Shilleh | Moayad Shilleh

Gezeigt werden unter anderem kunst- und naturhistorische Sammlungen, wissenschaftliche Experimente und architektonisch interessante Gebäude. Auch in Jena sind Teile des Programms interaktiv: Kreativangebote, Führungen und Konzerte sollen ein breites Publikum ansprechen. Zahlreiche Einrichtungen öffnen ihre Türen bis spät in den Abend und ermöglichen so neue Perspektiven auf das kulturelle Erbe und die Forschungstradition der Stadt.

Einzigartige Einblicke in Museen

Die Langen Nächte der Museen sind in Thüringen ein etabliertes Format zur Vermittlung kultureller Angebote. Sie bieten interessierten Besucherinnen und Besuchern niederschwellige Zugänge zu Museen und ermöglichen insbesondere durch Sonderführungen, Performances und Mitmachaktionen neue Annäherungen an historische, künstlerische und wissenschaftliche Themen. Wie die Sprecher:innen der Museumsnächte mitteilen, liegt der Fokus in diesem Jahr auf dem Sichtbarmachen bislang verborgener Aspekte – sei es in den Sammlungen selbst oder in den beteiligten Institutionen.