„Tief in der Nacht öffnet sich eine Tür zu einer Welt, in der Lust, Exzess und Musik miteinander verschmelzen. Hier gibt es keine Scham, keine Einschränkungen – nur dich, deine tiefsten Fantasien und eine Community, die genau weiß, wonach du suchst.“ Man könnte meinen, das ist die Einleitung eines Märchens.
Nacht der Ekstase im Central: Tabulos-Event in Erfurt lockt
Zugegeben. Ein eher erotische Märchen. Aber fantasievoll ist es, wie die Veranstalter der TABULOS-Party ihr Event in Erfurt bewerben. „Vergiss den Alltag. Vergiss Konventionen. TABULOS ist dein Tor zur völligen Freiheit. Ein Festival für die Unersättlichen, die Grenzen sprengen und sich der Ekstase hingeben wollen.“
Harte Fakten
- Wann: 17. Mai | 22 Uhr
- Wo: Central Erfurt | Am Wasserturm 8-10
- Altersbeschränkung: ab 18 Jahre
- Tickets und mehr
Auf zwei Floors – oder um im sprachlichen Duktus der Veranstaltung zu bleiben: zwei Welten der Begierde – erwarten die Gäste der Party am Samstag im Central Erfurt. Ein pulsierender Techno- und ein sinnlicher House-Floor liefern „den Soundtrack zu deiner Lust“.
Eine Party Im Central in Erfurt bricht mit jeder Konvention
Laut Sarah Berghänel von „Vögelfrei Events“, die das Event am 17. Mai organisieren, ist die Veranstaltung eine Einladung, sich fallen zu lassen, Fantasien zu leben und alles infrage zu stellen, was ihr über Lust, Leidenschaft und Ekstase zu wissen glaubt. Es wartet eine exklusive „Playarea für Paare“ und öffentliche Spielplätze – „dunkle Ecken, weiche Polster, fremde Hände.“ Hinzukommen „schamlose Shows, die provozieren, inspirieren und dich an deine tiefsten Sehnsüchte erinnern.“
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Auch wenn es bei der Kinky-Party keine Tabus und Verbote gibt, ist Konsens die Grundvoraussetzung. „Ob du zusiehst, mitspielst oder die Kontrolle verlierst – das entscheidest du“, heißt es weiter. Das macht neugierig. Deshalb sprachen wir mit Sarah über die TABULOS-Party im Central.
Was ist eigentlich das übergeordnete Konzept hinter TABULOS und wie unterscheidet sich die Veranstaltung bewusst von klassischen Clubnächten oder Fetischpartys?
TABULOS ist eine Kinky-Tanzparty – aber eine, die bewusst mit vielen Konventionen bricht. Während bei den meisten vergleichbaren Veranstaltungen sexuelle Handlungen ausschließlich in abgetrennten Play- oder Darkrooms stattfinden, gilt bei uns: Im gesamten Club ist alles erlaubt – solange es auf Konsens beruht. Dieser Grundsatz ist uns heilig: Consent is key.
Unsere Inspiration ziehen wir unter anderem vom legendären „KitKat“-Club in Berlin. Wie dort schaffen wir einen Raum, in dem Menschen sich frei entfalten, tanzen, spielen, berühren und begehren dürfen – ohne Scham, ohne Urteil, ohne Zuschauer-Mentalität. Handys sind bei uns tabu, damit alle ungestört feiern und ganz im Moment sein können.
TABULOS ist ein Ort, an dem sich Menschen wirklich fallen lassen können. Ein sicherer Raum, in dem niemand verurteilt wird, jede:r willkommen ist und sich frei und ausgelassen fühlen kann. Natürlich haben wir einen Dresscode – nicht um auszugrenzen, sondern um bewusst einen Rahmen für Ausdruck, Ästhetik und Intimität zu setzen. All das macht TABULOS zu mehr als nur einer Party – es ist ein Erlebnis, das berührt, befreit und verbindet.
Welche Kriterien legt Ihr bei der Auswahl der Künstler:innen und Performer:innen an, um die Atmosphäre zwischen musikalischer Ekstase und sinnlicher Inszenierung zu schaffen?
Unser Booking entsteht mit viel Liebe, Erfahrung und einem starken Netzwerk. Viele unserer Acts sind Freund:innen und Wegbegleiter:innen aus der Szene, die unser Projekt mit echter Begeisterung unterstützen. Es ist uns wichtig, dass die Künstler:innen nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern auch emotional mit dem Spirit von TABULOS verbunden sind.
Wir suchen bewusst nach Menschen, die etwas Eigenes mitbringen – sei es musikalisch, performativ oder atmosphärisch. Wir wollen überraschen, irritieren, inspirieren – und auch mal Dinge zeigen, die man so vielleicht noch nie auf einer Party erlebt hat. Unsere Acts verstehen sich nicht nur als Unterhaltung, sondern als Teil eines Gesamterlebnisses, das zum Ausprobieren und Mitfühlen einlädt. Vielleicht traut sich danach jemand im Publikum selbst, etwas Neues zu wagen – genau das wünschen wir uns.
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Wie geht Ihr mit Vorurteilen oder Kritik aus dem öffentlichen Raum um, gerade in einer Stadt wie Erfurt, wo solche Formate nicht alltäglich sind?
Wir begegnen Vorurteilen mit Offenheit, Dialogbereitschaft und einer klaren Haltung. TABULOS ist ein Projekt, das mit viel Herzblut, Respekt und Achtsamkeit entstanden ist. Wir stehen voll und ganz dahinter – als Kollektiv, als Team, als Community. Kritik nehmen wir ernst und setzen auf Austausch, statt auf Abgrenzung. Wir gehen auf die Menschen zu. Erklären, hören zu, diskutieren – und erleben oft, dass hinter anfänglicher Skepsis Neugier steckt.
Tatsächlich merken wir: Viele Menschen haben Interesse an dem, was wir tun – sie trauen sich nur (noch) nicht so richtig. TABULOS ist deshalb nicht nur ein Ort für „alte Hasen“ der Szene, sondern auch für Neulinge, die vorsichtig ihre Grenzen ausloten wollen. Diese Mischung macht unsere Nächte besonders lebendig und inklusiv.
Erfurt bietet dafür einen idealen Ort – zentral in Deutschland gelegen, offen, urban und kulturell wach. Wir bringen Menschen zusammen, die sonst vielleicht nie aufeinandertreffen würden – und genau darin liegt für uns das größte Potenzial: Begegnung, Verbindung und neue Impulse für die Stadt und darüber hinaus.
Inwiefern versteht Ihr TABULOS auch als politisches oder gesellschaftliches Statement in Bezug auf Körperfreiheit, sexuelle Selbstbestimmung und die Auflösung sozialer Normen?
TABULOS ist politisch – nicht im klassischen Sinne von Parolen oder Programmen, sondern weil es Räume schafft, in denen Menschen frei über ihren Körper, ihre Lust und ihr Sein bestimmen können. In einer Zeit, in der sich viele wieder nach Eindeutigkeit, Kontrolle und Normierung sehnen, setzen wir bewusst auf Offenheit, Vielfalt und Selbstermächtigung
Dabei geht es uns nicht um Provokation, sondern um Präsenz: Menschen sichtbar zu machen, die sonst oft marginalisiert werden. Jeder Kuss, jeder Tanz, jede Berührung auf unseren Partys ist auch ein kleines Stück Widerstand gegen gesellschaftliche Enge.
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Was macht TABULOS eurer Meinung nach so besonders?
Wir bauen einen Großteil unserer Möbel selbst – mit viel Liebe zum Detail, Schweiß und handwerklicher Hingabe. Jeder Fesseltisch, jedes Kreuz, jedes Stück hier wird individuell geplant und gebaut, um nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch und stimmungsvoll in unser Raumkonzept zu passen. Uns ist wichtig, dass sich jede:r bei uns wohlfühlt – dafür investieren wir viel Herzblut in Atmosphäre, Gestaltung und Komfort.
Wir hören zu, nehmen konstruktive Kritik ernst und entwickeln uns stetig weiter. TABULOS ist ein wachsendes Projekt, das von Leidenschaft, Community und dem Wunsch lebt, Menschen einen besonderen, freien und sicheren Raum zu bieten – immer mit dem Ziel, das Erlebnis für alle Beteiligten noch ein Stück schöner zu machen.






