Von einem bewegenden Dialog zwischen Musik und Körper bis hin zu urbanen Choreografien im Stadtraum – das Tanztheater Erfurt setzt im Jahr 2025 ein starkes Zeichen für kulturelle Vielfalt und künstlerische Ausdruckskraft. Wie Claudia Dell vom Tanztheater Erfurt mitteilt, steht dieses Jahr ganz im Zeichen des Dialogs: zwischen Kunstformen, Generationen und gesellschaftlichen Themen.

Improvisation trifft Resilienz: Tanzprojekt in Erfurt

Mit dem Jahresauftakt „Ein Schritt von Dir“ lädt das Ensemble zu einer intensiven Begegnung auf der Bühne ein. Choreografin Ester Ambrosino und Komponist Michael Krause schaffen mit Tänzer:innen wie Greta Dato und Martin Angiuli sowie Musiker:innen Anastasia Rollo, Hikari Yamagiwa und Fia Selina einen emotional aufgeladenen Raum. Zwischen Nähe und Distanz, zwischen Herantasten und Rückzug, entspinnt sich ein künstlerisches Wechselspiel, das laut Dell „das menschliche Miteinander auf eindringliche Weise erfahrbar macht“. Premiere ist am 13. und 14. Juni 2025 in der Studio.Box im Theater Erfurt.

Tanztheater von Ester Ambrosino
Tanztheater von Ester Ambrosino© Susann Nüernberger | Susann Nuernberger

Ein weiteres zentrales Projekt ist „Art en Mouvement – Kunst in Bewegung“, das insbesondere Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren anspricht. Ziel sei es, so Dell, jungen Menschen durch Improvisation und Tanz Wege aufzuzeigen, mit Leistungsdruck und Überforderung kreativer umzugehen.

„Die Grenzen zwischen den Kunstformen lösen sich auf“

In Workshops mit abschließender Werkschau – geplant im Juni, September und Dezember – werden unter künstlerischer Anleitung Impulse gesetzt, die laut Tanztheater „Resilienz, Empathie und Selbstwirksamkeit stärken“. Der Fokus liegt auf dem Spontanen, dem Unmittelbaren – als Gegenpol zur durchgetakteten Lebensrealität vieler junger Menschen.

Tanztheater Erfurt lädt zu „Ganz im Tanz“ auf die Bühne

Emotional und kunstspartenübergreifend zeigt sich auch die vierte Ausgabe von „Ganz im Tanz – Nur mit Dir“. Der interdisziplinäre Abend, der Tanz, Musik und Schauspiel miteinander verschmilzt, setzt auf Improvisation und künstlerischen Austausch. Der gemeinsame Nenner: die Suche nach Ausdruck durch Bewegung. Tanz und Klang begegnen sich auf Augenhöhe, „die Grenzen zwischen den Kunstformen lösen sich auf“, heißt es in der Ankündigung.

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Historisch inspiriert dagegen ist „Reprise“, eine Wiederaufnahme im Theater Rudolstadt, die den künstlerischen Aufbruch der 1920er-Jahre in Deutschland choreografisch nachzeichnet. Tanz, Schauspiel und Musik – darunter ein Werk von Paul Hindemith – verschmelzen zu einem eindrucksvollen Porträt einer Epoche, die von Glanz und Elend gleichermaßen geprägt war. Mit zeitgenössischen Tanzformen wie dem Charleston und Originaltexten aus Tagebüchern und Briefen gelingt es, gesellschaftlichen Wandel auf die Bühne zu bringen.

„Experiencia Flamenca“ bringt Feuer auf Erfurts Bühne

Ein feuriges Kontrastprogramm liefert „Flamenco“ am 16. August auf der Sommerbühne des Kultur: Haus Dacheröden. Mit „Experiencia Flamenca“ präsentiert das Tanztheater Erfurt gemeinsam mit der spanisch inspirierten Gruppe eine leidenschaftliche Hommage an den andalusischen Tanz. Mal zart, mal kraftvoll zeigt der Abend die ganze Bandbreite dieses expressiven Genres – vom rasanten Fußspiel bis hin zur melancholischen Gitarrenklangfarbe.

Erfurt tanzt auf Straßen, Plätzen und Brücken mit POP!

Auch im öffentlichen Raum wird getanzt – und zwar mit dem ambitionierten Musikvideoprojekt „POP! Erfurt in Bewegung“. Die Stadt wird dabei zur Kulisse für urbane Tanz- und Gesangsperformances. Vom Domplatz über die Krämerbrücke bis hin zu industriellen Brachen entstehen performative Inseln in Erfurt, in denen sich Kultur und Stadtgesellschaft begegnen. Besondere Aufmerksamkeit erhält die Einbindung der Bürger:innen: Über offene Ausschreibungen können sich Laien und Profis beteiligen, als Statist:innen mitwirken oder eigene Drehorte vorschlagen. „So wird aus einem Kunstprojekt ein Gemeinschaftswerk“, erklärt Dell.

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Den sommerlichen Abschluss bildet der „SommerAbschluss Tanz“ am 21. September im Theater Erfurt. Etwa 300 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zeigen hier, was sie das Jahr über erarbeitet haben – in Choreografien aus Contemporary Dance, Modern, Hip-Hop und Breakdance. „Wir zeigen, was uns Freude bereitet“, so Projektleiterin Daniela Backhaus. Der Abend bietet nicht nur eine Bühne für den tänzerischen Nachwuchs, sondern auch einen emotionalen Moment des Zusammenseins.

Theater Erfurt zeigt mit Tanz Vielfalt und Ausdruck 

Das Tanztheater Erfurt setzt auch 2025 auf inhaltliche Tiefe, künstlerische Diversität und gesellschaftliche Relevanz. Ob im Studio, auf den Bühnen oder in der Stadt – Tanz wird laut Claudia Dell im kommenden Jahr zum verbindenden Medium, das Menschen aller Altersgruppen erreicht und bewegt.