Welche Orte kommen einem in den Sinn, wenn man an Wein denkt - die Mosel, die Weinberge am Rhein oder doch die Weinstraße in der Pfalz? Wahrscheinlich, doch auch in Thüringen gibt es Weine, die den Gaumen verzaubern. Doch auch die ein oder andere Persönlichkeit des Freistaates bekundete seine Liebe zum Wein – verstand ihn als Genussmittel, Heilmittel und Symbol für Lebensfreude. Die Weinsaison ist in Thüringen noch lange nicht beendet. Welche Weinfeste gibt es und was macht den Thüringer Wein so besonders?
Was den Thüringer Wein auszeichnet
Der Thüringer Wein wächst an einem der nördlichsten Orte Europas, an dem überhaupt Qualitätswein gedeiht. Entlang von Saale und Unstrut liegen die Weinberge in geschützten Tälern, die erstaunlich viele Sonnenstunden abbekommen – mehr als in vielen südlicheren Regionen.
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Gleichzeitig fällt hier nur wenig Regen, sodass die Reben tief in Böden aus Muschelkalk, Buntsandstein oder Löss greifen. Das Ergebnis sind Weine mit klarer, mineralischer Note und Leichtigkeit. Rund 70 Prozent der Anbauflächen sind mit Sorten wie Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling oder Müller-Thurgau bepflanzt, während bei den Rotweinen Spätburgunder und Regent angebaut werden.
Die Tradition reicht weit zurück: Schon im Jahr 998 tauchte der Weinbau an der Unstrut in Urkunden auf, in Bad Sulza wurde er 1195 erstmals konkret belegt. Über die Jahrhunderte wuchs das Gebiet auf Tausende Hektar, schrumpfte jedoch durch Kriege und Rebkrankheiten bis fast zur Vergessenheit. Erst in den vergangenen Jahrzehnten erlebte Thüringer Wein eine Wiedergeburt, die ihn heute wieder fest in der Kulturlandschaft verankert und zum Mittelpunkt verschiedener Weinfeste macht.
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Weimar feiert Wein und Goethe
Was als „Goethe-Weinfest“ in den Neunzigern von der Thüringischen Landeszeitung gestartet wurde, entwickelte sich mit der Zeit zu einem zentralen Bestandteil der Weimarer Kulturlandschaft. Das Fest gestaltet sich rund um den Geburtstag des Dichters Johann Wolfgang von Goethe, der am 28. August 1749 geboren wurde.

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Die Verbindung zu Goethe liegt nahe: Der Dichter lebte in Weimar und verband mit dem Wein Genuss, Heilmittel und poetische Inspiration. Goethe nannte ihn einen „Erquickungstrank“ und empfahl in Briefen sogar Portwein als Medizin. Laut einer Überlieferung rettete ihm ein Bad in Wein kurz nach seiner Geburt das Leben.
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Goethes Liebe zum Wein: Ein Lebensmotto
Berühmt ist sein Satz: „Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.“ Er trank morgens ein Glas Madeirawein und schrieb: „Künstler sollen reifen wie der Wein.“ Selbst in seinen letzten Stunden habe er um ein Glas Wein gebeten.
Der Weimarer Frauenplan wird vom 28. August bis zum 31. August zum Treffpunkt verschiedener Symbolfiguren der Region. Weinprinzessinnen, Majestäten sowie prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur kommen zum illustren Festakt. Im Mittelpunkt stehen die Weine der Region Saale-Unstrut, darunter Müller-Thurgau, Silvaner und Burgundersorten, ergänzt durch Gastweine anderer Anbaugebiete.
In Erfurt Wein vor historischer Kulisse genießen
Vom 11. bis 14. September verwandelt sich der Domplatz in Erfurt zur Bühne für das 33. Erfurter Weinfest. Winzer aus ganz Deutschland präsentieren ausgesuchte Tropfen zwischen Dom und Severikirche, während Besucher genussvolle Speisen und stimmungsvolle Musik erleben. Der limitierte Weinpass liefert jedem Gast Probegenuss: er ermöglicht an 20 Weinständen je ein 100 Milliliter-Glas zur Verkostung und unterstützt so persönliche Entdeckungen.
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Am Wochenende bereichert der 32. Kunst- und Kreativmarkt das Weinfest und bietet ein inspirierendes Ambiente mit lokalen Künstlern und Handwerk. Wer auf Sinnesfreuden setzt, erkundet beim Weinfest auch die regionale Geschichte: Erfurt war im Mittelalter von Weinbergen umgeben – die älteste belegte urkundliche Erwähnung stammt bereits aus dem Jahr 1121.
Das Naumburger Weinfest wird auch für Thüringer interessant
Neben der jährlichen Weinmeile um Pfingsten lädt Naumburg am 29. bis 31. August zum traditionellen Weinfest am Holzmarkt – mit einem facettenreichen Programm, das Saale-Unstrut-Weinfreunde, Kunstliebhaber und Familien vereint. Nach der feierlichen Eröffnung durch den Oberbürgermeister und die regionalen Weinmajestäten genießen Besucher die Weinauswahl sowie ein Musik- und Kulturprogramm.
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Der Töpfermarkt mit rund 60 Kunsthandwerkern macht das Fest zu einer fest verankerten Tradition im Naumburger Stadtbild.
Für Jugend und Junggebliebene präsentiert das Festival die Weinkultor-Bühne mit Workshops, Kinderanimation, Beats und Live-Musik – ganz nach dem Motto „Dance like nobody’s watching“.








