Eine starke Kinowoche, in der vor allem amerikanische Produktionen mit großen Namen locken. Und Stars in für sie ungewöhnlichen Rollen zu sehen sind: Keanu Reeves als versagender Schutzengel, Julia Roberts als karrieristische Akademikerin, Josh O‘Connell als Kunstdieb - und Colin Farrell als glückloser Glücksspieler. Daneben gibt es aber auch einen Dokumentarfilm über Ai Weiwei, eine französische Komödie, bei der Jane Austen eine große Rolle spielt, und ein Animationskorb voller Monster. Die Filme im Überblick:

  • „After the Hunt“

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So hat man Julia Roberts noch nie gesehen: als Universitätsprofessorin für Philosophie, aber auch als eiskalte, kratzbürstige Karrieristin. Im Film von Luca Guadagnino bittet eine Doktorandin sie um Hilfe, weil sie von einem mit Roberts befreundeten Dozenten (Andrew Garfield) vergewaltigt worden sei. Doch Frau Professor verweigert die Hilfe. Auf dem Filmfestival von Venedig spaltete der Film: weil er Errungenschaften von #MeToo zurücknehmen könnte. Tatsächlich eröffnet Guadagnino ein großes Kraftfeld mit vielen Grauzonen, wo gerade diese Errungenschaften auch instrumentalisiert werden können. Stark gespielt. Und reichlich Anlass für Diskussionen.

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  • „Good Fortune“

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Engel, die über uns wachen, das ist ein beruhigendes Gefühl. Das auch im Kino eine große Tradition hat. Diesmal ist es Keanu Reeves, der nur das Beste will. Aber dabei unfreiwillig selbst zum Menschen wird. Fortan muss er unter den prekären Verhältnissen leben, die er seinem Schutzbefohlenen noch als schmackhaft zeigen wollte. Eine himmlische Komödie mit durchaus sozialkritischen Komponenten. Und einer Aussicht darauf, wie wir alle die Welt ein bisschen lebenswerter machen könnten.

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  • „The Mastermind“

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In der Netflix-Serie „The Crown“ spielte Josh O‘Connor wunderbar den jungen, linkischen Prince Charles. Im neuen Film von Kelly Reichardt dagegen versucht er sich in einer Kleinstadt in den 70er-Jahren an einem Kunstraub, wobei nur er sich für den titelgebenden Cleverle hält – und doch grandios scheitert. Ein Historienfilm, der nebenbei ganz viele Parallelen zur Gegenwart zieht.

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Zu diesem Film haben wir auch mit der US-Regisseurin Kelly Reichardt gesprochen, die dabei über die Kulturpolitik ihres Präsidenten Donald Trump wettert.

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  • „Ballad of a Small Player“

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Seine Filme „Im Westen nichts Neues“ und „Konklave“ erzielten 17 Oscar-Nominierungen und fünf Trophäen. Seither darf der Berliner Regisseur Edward Berger alles machen. Und mit den größten Stars drehen. Wie hier mit Colin Farrell als glücklosem Glückspieler mitten in der Glitzerwelt von Macao. Ein Film, der die glitzernden Oberflächenreize als leeres Versprechen entlarvt. Aber eine solche Leere befällt auch den Film, je länger er dauert. Edward Berger hat sich damit ein bisschen verzockt.

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Auch mit Edward Berger haben wir über seinen Film gesprochen - und darüber, inwieweit auch das Filmemachen selbst ein reines Glücksspiel ist, bei dem man immer „all in“ gibt, aber nicht weiß, was am Ende dabei rauskommt.

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  • „Ai Weiweis Turandot“

Puccinis Oper „Turandot“ spielt in China, und Ai Weiwei stand dabei selbst mal auf der Bühne. Scheint also ein genialer Coup, dem bildenden Künstler auch mal die Opernregie anzuvertrauen. Auch wenn der Meister kein Regisseur ist und, wie er selbst zugibt, nix von Musik versteht. Das hätte eine spannende Dokumentation sein können, die ihn bei diesem Mammutprojekt in Rom begleitet. Sie ist aber allzu liebedienerisch als reines Making-Of angelegt, ohne viel Erkenntnis-Zugewinn.

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  • „Jane Austen und das Chaos in meinem Leben“

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Jane Austen erfreut sich auch nach zwei Jahrhunderten noch immer größter Beliebtheit. Das zeigen nicht nur zahlreiche Verfilmungen ihrer Werke, sondern auch Filme, die in der Gegenwart und mit der Autorin spielen, wie „Der Jane Austen Club“. Und das funktioniert nicht nur in Austens britischer Heimat. Auch in Paris, wo in diesem Film eine junge Buchhandelsangestellte über Jane Austen zu sich selbst findet. Kitsch oder Kinokost – das muss jeder für sich selbst entscheiden.

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  • „Alles voller Monster“

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Vorbei die Zeiten, in denen sich Kinder davor gruselten, dass sie Monster unterm Bett haben. Inzwischen haben sie sie im Bett: als geliebte Puppen. Das ist auch ein Verdienst von vielen Trickfilmen wie „Monster AG“, die die vermeintlich gruseligen Monster zu liebevollen Wesen machte. Und dazu gehört nun auch „Alles voller Monster“. Ein Filmspaß für die ganze Familie. Und das perfekte Beiwerk für Halloween.

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Und das sagen die Filmkritiker:

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BMO_Filmspiegel_1610_ba.png© BM Grafik | Babette Ackermann-Reiche

Weiterhin im Kino: