Während Thüringen im geplanten Doppelhaushalt 2026/2027 so viel Geld ausgeben will wie nie zuvor, soll ausgerechnet im Kulturbereich gespart werden. Laut der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziokultur Thüringen drohen Kürzungen, die die freie Kulturszene massiv treffen könnten – obwohl ihr Anteil am Gesamthaushalt verschwindend gering sei.

Kultur in Gefahr: Warum Thüringen die Soziokultur besonders trifft

Wie die LAG mitteilt, sieht der Haushaltsentwurf der Landesregierung Kürzungen von 15 Prozent bei der spartenbezogenen Projektförderung sowie eine Halbierung der Investitionszuschüsse für freie Kultur vor. Der Projektetat soll damit von rund 5,9 auf 5 Millionen Euro sinken – der niedrigste Stand seit 2004. Besonders betroffen wäre die Soziokultur, deren Förderung um rund 65.000 Euro auf 340.000 Euro reduziert werden soll.

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Zum Vergleich: Der Gesamthaushalt Thüringens umfasst 2026 knapp 14,7 Milliarden Euro, 2027 sollen es rund 15 Milliarden Euro sein. Die Kürzungen im Kulturbereich machen damit nur einen Bruchteil – weniger als 0,05 Prozent – des Gesamtvolumens aus. Zugleich plant die Regierung neue Kredite und Rekordinvestitionen, insbesondere zur Stärkung der Kommunen.

Millionen für Kommunen, Kürzungen für Kultur: Thüringer Haushalt 2026

Gerade vor diesem Hintergrund bezeichnet LAG-Geschäftsführerin Bettina Rößger die Einschnitte als „fahrlässig“. Viele Einrichtungen, vor allem im ländlichen Raum, stünden ohnehin unter Druck: „Die Einsparungen haben für die Haushaltskonsolidierung kaum Wirkung, für die kulturelle Infrastruktur jedoch gravierende Folgen“, so Rößger. „Ein Wegfall der Förderungen kann schnell existenzgefährdend sein.“

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Betroffen wären etwa das Kulturkollektiv Goetheschule in Lauscha, das Maßstabwerk in Schweina oder der Kunsthof Niederarnsdorf. Soziokulturelle Zentren, die weit mehr sind als nur Veranstaltungsorte, sondern Orte der Begegnung, aktiven Teilhabe und des gesellschaftlichen Zusammenhalts, insbesondere im ländlichen Raum.

Rekordbudget und Rettungskampf: Warum Kultur in Thüringen verliert

Die LAG appelliert an die Landespolitik, die geplanten Kürzungen zurückzunehmen. Die Einsparungen hätten für die Haushaltskonsolidierung kaum Wirkung, für die kulturelle Infrastruktur im Land aber gravierende Folgen.