Dieser Text wurde für die Kinderseite unserer Zeitung geschrieben. Dafür haben wir eine einfache, kindgerechte Sprache verwendet.
Wer hat schon einmal einen ganzen Tag im Kino verbracht? Sehr wenige Leute wahrscheinlich. Aber für Julika (13), Jette (14), Luca (10) und Jonas (10) wurde sogar ein ganzer Saal gemietet. Die Vier sind die allererste Kinderjury bei der TeleVisionale. Das ist ein großes Festival für deutsche Fernsehfilme und Serien. In diesem Jahr hat es im thüringischen Weimar stattgefunden – ganz neu dabei ein Preis für die beste Kinderserie.
Auch interessant
Fünf Serien standen zur Auswahl und die Kinderjury durfte sich auf großer Leinwand jeweils einige Folgen anschauen. „Wir haben über Juryarbeit gesprochen und überlegt, was eine gute Serie ist“, erzählt Jette. Ihre Freundin Julika ergänzt: „Uns war am wichtigsten, ob es eine gute Message gibt.“ Außerdem ging es den Kindern darum, ob es logisch und spannend ist. Danach sei mehrfach abgestimmt worden, bis sich schließlich alle auf einen Siegertitel geeinigt haben. Gewonnen hat die Animationsserie „Im Labyrinth der Lügen“, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Ute Krause.
Weitere Nominierungen
- Echt Friends (Staffel 2)
- Kito, Maja und die Kugelkiste
- Neon & Bor
- Uferpark – Gute Zeiten, wilde Zeiten
Darin geht es um den zwölfjährigen Paul, der 1985 in Ostberlin wohnt. Über die DDR wusste Luca vorher wenig, Jonas habe sich einiges von seinem Vater erklären lassen. Bei den beiden Mädchen sei dieser Teil der deutschen Geschichte hin und wieder im Unterricht besprochen worden. „Auch zuhause war das Thema schon immer da“, erinnert sich Julika. Durch die Serie haben sich die Kinder gut vorstellen können, wie das Leben damals ausgesehen hat. Zudem sei die Geschichte so spannend gewesen, dass sie nicht mehr aufhören wollten, die Serie zu schauen.
Auch interessant
Lange Diskussionen um den Siegertitel
Bei der Preisverleihung in der Weimarhalle standen die vier mit auf der großen Bühne. Abwechselnd haben die Kinder die Nominierungen vorgestellt und dem Sieger-Team erklärt, warum sie „Im Labyrinth der Lügen“ ausgewählt haben. Luca durfte den Preis der TeleVisionale überreichen. „Ich war sehr aufgeregt“, sagt Julika lachend. Jonas dagegen sei gar nicht nervös gewesen und sagt, dass er so etwas nicht zum ersten Mal gemacht habe.

Aber sich als Gruppe für eine Serie zu entscheiden, das sei „kompliziert“ gewesen. Jeder habe eine andere Meinung gehabt. „Und zu viert kann man schlecht abstimmen – Warum keine 5 Kinder?“, fragt er in die Runde. Zudem sind die Jurykinder unterschiedlich alt, das habe auch eine Rolle gespielt, sagt Jette. Sie und Julika fallen eigentlich nicht mehr in die Zielgruppe der 6 bis 12-Jährigen. „Aber wir sind richtig gute Freunde geworden. Schon am ersten Tag hatte ich so ein Gefühl, als ob man sich schon lange kennt.“

Televisionale Weimar: Kinderpreis soll fortgeführt werden
„Am Schönsten war es, als Gruppe zusammenzuarbeiten. Wir haben alle dieselben Interessen“, fasst Julika die Woche zusammen. Sie findet es cool, kritisch auf Filme und Serien einzugehen. Auch Jette kann sich vorstellen, später in dem Bereich zu arbeiten – sei es als Schauspielerin oder in der Regie. Praktische Erfahrung sammeln beide Mädchen bereits in der Schule. Dort können sie etwa kurze Erklärvideos erstellen oder Trailer für Bücher drehen, die im Unterricht gelesen werden.
Auch interessant
Sie können ihre Zeit als Kinderjury nur weiterempfehlen. „Das soll auf jeden Fall fortgeführt werden“, betont Julika. Nicht nur für Kinder wie sie, die bereits beim Kinder Medien Festival Goldener Spatz oder anderen Veranstaltungen dabei gewesen sind und daher gezielt angefragt wurden. Vielleicht könne die Teilnahme beim nächsten Mal ausgeschrieben werden, sodass sich alle Kinder bewerben können, die darauf Lust haben.
Alle neun Folgen von „Im Labyrinth der Lügen“ können kostenfrei in der ZDF Mediathek sowie auf kika.de angeschaut werden.






