Noch nichts vor am Wochenende? Sie würden gern irgendwohin, aber die Auswahl ist zu groß? Dann lassen Sie sich inspirieren von der Auswahl an Wochenend-Tipps von unseren Kulturreporterinnen und -reportern.
Theater Rudolstadt: Premiere von Komödie „Der Videobeweis“

Nach 25 Jahren Ehe glaubt man, sich zu kennen. Doch was passiert, wenn plötzlich alles ans Licht drängt, was zuvor voreinander verschwiegen wurde? Der Schauspieler und Autor Sébastien Thiéry erzählt in der Pariser Erfolgskomödie „Der Videobeweis“ auf herrlich absurde Weise vom Vertrauensverlust in medial gesteuerten Zeiten. Ab dem 17. Januar um 20 Uhr ist die Komödie nun in der deutschen Fassung von Leyla-Claire Rabih und Frank Weigand im Schminkkasten des Schiller-Theaters Rudolstadt zu erleben.
Kunsthaus in Wurzbach: Literaturcafé und neue Ausstellung

Im Rahmen der Ausstellung „Im Zögern liegt Gefahr“ im Kunsthaus Müller in Wurzbach liest am 17. Januar, 14 Uhr, die Leipziger Schauspielerin und Sprecherin Susanne Krassa aus den Editionen des Verlages – aus Sachbüchern, Kunstbüchern oder Texte der Graphikmappen.

Sonntag
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Parallel sind in der Ausstellung 47 graphische Blätter, einige Beispiele der ebenfalls ausgestellten Mappenwerken und Büchern gehängt – wahre Buchbindekunst aus Leipzig. Die Autoren der Graphik sind unter anderem Benker-Schirmer, Gomringer, Lehmann, Naumann, Schenker, Martin, Piniek, Zimmermann. Die Ausstellung ist noch bis 28. Februar zu sehen.
Den Kartentricks im Altenburger Schloss auf die Spur kommen

In der aktuellen Winterausstellung im Residenzschloss Altenburg wird‘s magisch: Unter dem Titel „Vom Zinken und Zaubern“ widmet sie sich „Der großen Kunst der Kartentricks“. Neben aufwendigen Spielkartendesigns erfahren die Besucher auch, welche Karten Zauberer weltweit bevorzugen und wie Spielkarten für die Tricks gekennzeichnet werden. In zahlreichen Videos zeigt der 20-jährige Europameister Maurice Grange obendrein Kartentricks, die extra für die Schau aufgenommen wurden. Geöffnet ist sie bis 8. März dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.
Familienführung im Stadtmuseum Jena zu legendärem Gelehrten

Das Stadtmuseum Jena lädt diesen Samstag, 17. Januar, 14.30 Uhr, zur Familienführung ein. Unter dem Motto „Weigel will‘s wissen“ bringt sie die aktuelle Sonderausstellung „Wissenschaft zum Wohle aller – Erhard Weigel zum 400. Geburtstag“ kindgerecht näher.
Erhard Weigel war ein legendärer Gelehrter der Universität Jena, der sich als Mathematiker, Erfinder und Pädagoge, Astronom, Philosoph, Kalenderreformer und dreimaliger Uni-Rektor hervortat. Sagenumwoben ist bis heute das „Weigelsche Haus“, das als eines der Sieben Wunder von Jena in die Stadtgeschichte einging. 1898 abgerissen, verfügte es über kurioseste Einbauten. Besucher verblüffte Weigel zum Beispiel mit der hydraulischen Konstruktion der „Weigelschen Kellermagd“. Hierfür konnte man in eine Rohröffnung Wasser einfüllen und erhielt über eine andere Öffnung – wie durch Zauberhand – Wein.
Geöffnet ist die Ausstellung bis 15. Februar von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.
Erinnerung an Julius Mosen im Museum Reichenfels

Am Sonntag, dem 18. Januar, 10 Uhr, erinnert eine Veranstaltung im Museum Reichenfels (Landkreis Greiz) an den Vogtlanddichter Julius Mosen (1803-1867), der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern zählte.
Der Greizer Autor Volker Müller liest in der Veranstaltung des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins zu Hohenleuben seinen Gedichtzyklus „Aus den Tiefen der Zeit“ zu Leben und Werk Julius Mosens. Zuvor liefert der Historiker Christian Espig historischen und biografischen Hintergrund, und der Schauspieler Wilfried Pucher liest einige der bekanntesten Gedichte Mosens.
Puppentheater Gera: Öffentliche Führung nach Generalsanierung

Das Puppentheater Gera am Gustav-Hennig-Platz lädt am Sonntag, den 18. Januar ab 14 Uhr zu einer öffentlichen Führung ein. Die Führung ist für Interessierte, Familien und Kinder ab sechs Jahren geeignet. Geleitet wird sie von Susanne Koschig, Leiterin des Puppentheaters Gera, die aus erster Hand über Arbeitsabläufe, Spielorte und die Besonderheiten des Hauses berichtet.
Der Rundgang führt unter anderem durch das Foyer, ermöglicht einen Blick in die Probebühne und auf den Dachboden mit Lager, wo verschiedene Puppen und Puppenarten aus dem Fundus gezeigt und erklärt werden. Einzelne Puppen dürfen dabei ausprobiert werden. Weitere Stationen sind die Galerie, der Zuschauerraum, die Bühne sowie die Hinterbühne.
Vernissage im Retronom in Erfurt

Das Retronom in Erfurt öffnet seine Türen nach der Weihnachtspause und startet direkt mit frischer Kunst an den Wänden. Mit „Wann auch immer wo auch immer!“ zieht eine neue Ausstellung ein, die bunt, verspielt und ein bisschen wild daherkommt, um den Winterschlaf endgültig abzuschütteln. Los geht es mit der Vernissage am Samstag, 17. Januar, ab 20 Uhr. Zu sehen gibt es Werke von fünf Künstler:innen: Dominik Kuschmieder, Steven Mahoni, Malte Taffner, Carl Hugo Hahn und Andreas Linke. Dazu gibt’s Musik von DJ Sneggelägg und DJ Till Tomorrow. Das Retronom Erfurt steht für urbane Lässigkeit, ein Schuss klassische Eleganz und eine kleine Prise Schabernack. Die außergewöhnliche Galerie ist Ort für Kunst, Kultur, Musik mit Wohnzimmerflair.
„This Could Be An Album“ Release-Konzert in Erfurt

Ein Zufallsgeschenk. Das umschreibt wohl am besten, das neue und erste Album der Erfurter Band „Anton and the Dots“. „This Could Be An Album“ (dt. das könnte ein Album sein) spielt mit Konjunktiven und spielgelt die musikalische Entwicklung einer ambitionierten Indie-Band wider, die das Spiel mit der sprachlichen Meta-Ebene eindeutig beherrscht. Anton, Emily, Leonard sowie Leopold aus Leipzig und Erfurt sind ähnlich wie ihr Indierock-Sound ist – liebevoll, analog und manchmal ein wenig melancholisch, aber auch komplex. Deswegen ist das Debütalbum nicht einfach nur ein Tonträger, es ist ein offenes Projekt, das zum Mitmachen einlädt. Am 17. Januar spielt die Band Release-Konzert in der Franz Mehlhose in Erfurt. Hier geht es zum Beitrag.
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Gesprächskonzert gegen das Vergessen

Mit einem Kammerkonzert setzt Cellist Alexey Stadler – Artist in Residence der Thüringen Philharmonie – am Freitag, 16. Januar 2026, ein musikalisches Zeichen gegen das Vergessen: Um 19 Uhr beginnt im Hanns-Cibulka-Saal der Stadtbibliothek Gotha ein Programm, das an jüdische Künstlerinnen und Künstler erinnert, deren Leben und Werk durch die Nazis zerstört wurden. Gespielt wird Olivier Messiaens kraftvolles „Quartett für das Ende der Zeit“, entstanden 1941 in deutscher Kriegsgefangenschaft, sowie Frédéric Chopins „Prélude e-Moll“. Begleitet wird Stadler von Charlotte Thiele (Violine), Malte Jansen (Klarinette) und Deren Wang (Klavier).
Eine besondere Dimension erhält der Abend durch die Rezitationen von Kerstin Klaholz aus Władysław Szpilmans Erinnerungsbericht „Der Pianist“, einem der wichtigsten literarischen Zeugnisse über das Überleben im Warschauer Ghetto. Worte und Musik treten dabei in einen intensiven Dialog zwischen großem Schmerz und leiser Hoffnung.
Tickets sind bei der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach am Hauptmarkt 33 in Gotha erhältlich sowie in der Stadtbibliothek Gotha in der Friedrichstraße 2-4.
Freyers „Holländer“-Inszenierung lockt nach Gera

Richard Wagners Oper „Der fliegende Holländer“ steht diesen Freitag, 16. Januar, 19.30 Uhr wieder auf dem Spielplan des Theater Gera. Inszeniert wurde das Stück von dem schon zu Lebzeiten legendären Theatermacher und Maler Achim Freyer (*1934). Unser Kritiker war von der Premiere begeistert.
Musical nach Shakespeare-Vorlage in Weimar

Mit Cole Porters „Kiss me, Kate“, einem clever gemachten Musical nach Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“, entführt das DNT Weimar diesen Freitag, 16. Januar, 19.30 Uhr, sein Publikum an den Broadway. Unser Rezensent beschreibt seine Eindrücke mit gemischten Gefühlen.
Die allererste Oper der Musikgeschichte

Das frühbarocke Musikdrama „Euridice“ von Jacopo Peri, das als allererste erhaltene Oper der Musikgeschichte gilt, steht auf der Studiobühne des DNT Weimar diesen Samstag, 17. Januar, ab 20 Uhr noch einmal bevor. Das Publikum war von der Premiere begeistert, unser Kritiker allerdings gar nicht. Warum, das steht hier.
Loh-Orchester erkundet ein „schillerndes Frankreich“ im Konzert

Ein so charmantes wie ambitioniertes Programm aus Frankreich hat Gábor Hontvári, der junge Generalmusikdirektor aus Ungarn, fürs Wochenende in Nordthüringen programmiert. Mit dem Loh-Orchester musiziert er am Samstag, 17. Januar, 18 Uhr im Haus der Kunst in Sondershausen sowie tags darauf, am 18. Januar, ebenfalls 18 Uhr, im Theater im Anbau Nordhausen unter anderem Poulencs reizvolle Sinfonietta und den wunderbar impressionistischen „La Valse“ von Ravel. Zudem begleitet er die eminente Mezzosopranistin Julia Ermakova durch tausendundeine Nacht: mit Ravels selten zu hörendem Liederzyklus „Shéhérazde“.




