Paul van Dyk ist mehr als ein prominenter Name aus der Clubgeschichte der 90er. Er gilt als einer der Architekten moderner elektronischer Tanzmusik – ein Künstler, der sich früh weigerte, in engen Genregrenzen zu denken. Statt „Trance“ sprach van Dyk von elektronischer Tanzmusik und prägte damit einen Begriff, der heute als EDM die globale Szene bestimmt. Nun kommt die DJ-Legende nach Thüringen: Am Freitag, den 13. Februar, spielt Paul van Dyk im Central Erfurt.

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Wie das Central Erfurt mitteilt, ist der Auftritt Teil der aktuellen „The World Is Ours“-Tour. Neben van Dyk steht HB Music als Support auf dem Line-up. Der Berliner Künstler bringt damit nicht nur sein neues Material, sondern auch eine jahrzehntelange Geschichte elektronischer Musik mit nach Erfurt.

Paul van Dyk in Thüringen

Paul van Dyks Karriere ist eng mit der Nachwendezeit in Berlin verbunden. Aufgewachsen in Ost-Berlin, wurde er zu einer prägenden Figur jener Szene, die nach dem Mauerfall den Sound der Stadt neu definierte. Während viele Acts der frühen Rave-Ära auf Härte setzten, verband van Dyk Melodie, Emotion und technische Präzision. Zugleich veränderte er das Bild des DJs: Als einer der Ersten verstand er das Auflegen als Live-Performance und integrierte Keyboards und Computer direkt in seine Sets.

„Ich bin ein großer Verfechter von Technologie“

International machte er sich früh einen Namen. Van Dyk tourte weltweit zu einer Zeit, als globale DJ-Karrieren noch die Ausnahme waren, und wurde so zu einem wichtigen Botschafter des deutschen elektronischen Sounds. Tracks wie „For an Angel“ gelten bis heute als stilprägend, zwei Spitzenplätze im DJ-Mag-Ranking (2005 und 2006) sowie eine Grammy-Nominierung für sein Album „Reflections“ unterstreichen seinen Einfluss.

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Aktuell steht sein Album „The World Is Ours“ im Mittelpunkt, seine erste Longplay-Veröffentlichung seit fünf Jahren. Laut Sunshine Live beschäftigt sich van Dyk darauf mit dem Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine, Emotion und Elektronik. „Ich bin ein großer Verfechter von Technologie“, sagt er selbst, zieht bei Künstlicher Intelligenz jedoch klare Grenzen: „Für mich ist sie schlichtweg eine neue Definition von Technologie.“ Es gehe nicht um Zukunftsdystopien, sondern um das Jetzt: „Wir haben die Welt geerbt; wir behandeln sie nicht immer so, wie wir es sollten, aber sie gehört uns.“

Paul van Dyk
Pressebilder Paul van Dyk© Pressebild | Paul van Dyk

Der Abend im Central Erfurt verspricht damit weniger Nostalgie als einen Querschnitt durch das Denken eines Künstlers, der elektronische Tanzmusik stets als offenen, sich entwickelnden Raum verstanden hat – und der auch nach über drei Jahrzehnten nichts von seiner Relevanz eingebüßt hat.