Was auf den ersten Blick nach einem Nischenfestival klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als feste Größe der deutschen Musikszene: Das „Stoned From The Underground“-Festival verbindet seit über zwei Jahrzehnten harte Gitarrenmusik mit einem besonderen Lebensgefühl – und das fernab des Mainstreams.

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Der Name sorgt dabei immer wieder für Missverständnisse. „Natürlich denken viele zuerst an Drogen“, sagt ein Mitorganisator. „Aber darum geht es gar nicht.“ Vielmehr stehe „Stoned“ für das Gefühl, das die Musik auslöst: eine Mischung aus Trance, Intensität und völliger Hingabe. Treibende Riffs, psychedelische Klänge und eine fast meditative Wiederholung können Zuhörer in eine eigene Welt versetzen. „Man verliert sich irgendwann komplett in der Musik“, beschreibt er.
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Musikalisch bewegt sich das Festival vor allem im Bereich Stoner Rock und Doom Metal – Genres, die stark von den 1970er-Jahren, der Hippie-Bewegung und Bands wie Black Sabbath inspiriert sind. Tiefe Gitarren, düstere Klangwelten und oft experimentelle Strukturen prägen den Sound. Gleichzeitig bleibt das Programm offen: Auch Punk, Trash Metal oder andere Spielarten finden ihren Platz.
Ein Festival mit Geschichte
Gegründet wurde das Festival im Jahr 2001 und gilt als eines der ersten seiner Art in Deutschland. Nach mehreren Standortwechseln hat es seit 2009 seinen festen Platz am Alperstedter See bei Erfurt gefunden. In der Szene genießt es bis heute Kultstatus.
Nun steht ein Generationswechsel an: Der bisherige Veranstalter übergibt die Organisation schrittweise an ein neues Team. Einer der neuen Verantwortlichen kennt das Festival bereits seit Jahren – zunächst als Fan, später auch beruflich im Hintergrund. „Jetzt selbst Teil der Organisation zu sein, ist etwas ganz Besonderes“, sagt er.
Mit zwei Partnern wurde eigens eine neue Firma gegründet, um das Festival weiterzuführen. Der bisherige Veranstalter bleibt beratend an Bord, zieht sich jedoch zunehmend aus dem operativen Geschäft zurück.

Zwischen Bauchgefühl und Konzept
Die Auswahl der Bands folgt keinem starren Schema. Zwar gehen jedes Jahr hunderte Bewerbungen ein, doch entscheidend ist oft das persönliche Gespür. „Ich entscheide viel aus dem Bauch heraus“, sagt der Booker. Wichtig sei nicht der kommerzielle Erfolg, sondern, ob eine Band zur Atmosphäre des Festivals passt.
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Gleichzeitig versteht sich das Festival bewusst als Plattform für Nachwuchskünstler. Ein Beispiel ist die Band „Space Raptor“: Sie spielte zunächst spontan auf dem Campingplatz, wurde daraufhin offiziell eingeladen und steht nun auf der großen Bühne. „Solche Geschichten wollen wir ermöglichen“, heißt es.
Klein, aber international
Trotz seines Underground-Charakters zieht das Festival Besucher aus ganz Deutschland und darüber hinaus an. Neben Gästen aus Thüringen, Sachsen, Bayern und Hessen reisen auch Fans aus den Niederlanden, Skandinavien oder sogar aus Übersee an.
Dennoch bleibt die Szene überschaubar – und genau das ist gewollt. „Wir wollen gar nicht in den Mainstream“, betont das Team. Statt großer Werbekampagnen setzt man gezielt auf soziale Medien und Kooperationen mit Clubs und Szene-Medien. Der Fokus liegt klar auf Menschen, die die Musik wirklich schätzen.

Was das „Stoned From The Underground“ besonders macht, ist die Atmosphäre. Besucher beschreiben es als eine eigene Welt, in der Gemeinschaft und gegenseitiger Respekt im Vordergrund stehen. Freundschaften entstehen, manche Paare haben hier sogar geheiratet.
Musik trifft Zukunft im Untergrund
Auch das Publikum ist vielfältiger als oft angenommen: Neben jüngeren Gästen prägen vor allem Menschen zwischen 25 und 60 Jahren das Bild – viele von ihnen seit Jahren treue Besucher.
Das neue Team hat klare Ziele: Bewahren, was das Festival ausmacht, und es behutsam weiterentwickeln. Wachstum steht dabei nicht im Vordergrund. „Wir wollen den Charakter erhalten“, sagt der Organisator. Vielmehr gehe es darum, neue Generationen für die Musik zu begeistern und die besondere Atmosphäre zu sichern.
Denn eines ist für alle Beteiligten klar: „Stoned From The Underground“ ist mehr als nur ein Festival – es ist ein Ort, an dem Musik, Leidenschaft und Gemeinschaft zusammenkommen.





























