Das Donnerstagskonzert Nr. 8 der Jenaer Philharmonie am 23. April 2026 stand unter dem Titel „ZwischenWelten“ und erfreute das Publikum mit Texten und Musik der deutschen Romantik. Max Pommer, Leiter des Jenaer Romantikerhauses, moderierte geistreich und unterhaltsam. Er hatte in Florian Thongsap Welsch (Theaterhaus Jena), der Texte der Jenaer Frühromantik und Gedichte von Friedrich Schlegel, Wilhelm Müller und Eichendorff rezitierte, einen kongenialen Partner. Ausgehend von dem berühmten Novalis-Zitat, dass wir immer das Unbedingte suchen, aber nur Dinge finden, enthüllte Max Pommer den Kern frühromantischen Denkens.

Sonntag
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Die Frühromantiker akzeptierten zwar die Aufklärung, begaben sich aber auf die Suche nach „Seele, Sinn und Geheimnis“. Wohl wissend, dass sie das „Unbedingte“ nie finden würden, hat ihre Suche danach die Kunst doch wunderbar bereichert, etwa mit Eichendorffs Gedichten. Florian Thongsap Welsch trug „Die blaue Blume“, „Mondnacht“, „Waldeinsamkeit“ und weitere vor, vertraute der lyrischen Sprachmelodie und verband sie mit seiner eigenen jugendlich-frisch wirkenden Diktion.
Weitere Texte des Autors
Die Schubert-Lieder für Orchesterfassung „Wanderer an den Mond“, „An Schwager Kronos“ und „Erlkönig“ sang der kurzfristig eingesprungene Sebastian Seitz mit schlank geführtem Bariton empfindsam und lebendig. Simon Gaudenz und die Jenaer Philharmonie sorgten für einen einfühlsamen Orchesterklang, der sich in Schuberts „Im Abendrot“, von Lucie Ceralová mit schönem Alt gesungen, reizvoll entfaltete. In den Ouvertüren zu Schumanns „Genoveva“ und Webers „Freischütz“ sorgten Simon Gaudenz und die Jenaer Philharmonie für romantische Klangfülle und Bläserglanz.
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Goethes „Walpurgisnacht“ und Mendelssohns Kantate begeistern in Jena
Florian Thongsap Welsch rezitierte zu Beginn des 2. Teiles temperamentvoll aus Goethes „Walpurgisnacht“. Ohne Übergang erklang unter der sorgsamen Leitung von Simon Gaudenz Mendelssohns Kantate „Die erste Walpurgisnacht“ mit den Solisten Lucie Ceralová (Alt), Stefan Cifolelli (Tenor), Sebastian Seitz (Bariton), Stephan Bootz (Bass), dem von Berit Walther einstudiertem Philharmonischen Chor und der Jenaer Philharmonie in einer glanzvollen Aufführung. Sie lebte vor allem vom Gesang des Philharmonischen Chores, der alle Schwierigkeiten in Mendelssohns anspruchsvoller Kantate meisterte.
An diesem Abend verbanden sich Wort und Musik zu wahrhaft „romantischer Kunst.“ Ein solch beglückendes Erlebnis ist nur in Jena, der Geburtsstätte der Romantik, möglich.








