Noch nichts vor am Wochenende? Sie würden gern irgendwohin, aber die Auswahl ist zu groß? Dann lassen Sie sich inspirieren von der Auswahl an Wochenend-Tipps von unseren Kulturreporterinnen und -reportern.

Abschied von der „Toten Stadt“ in Weimar

»Die Tote Stadt« am DNT Weimar
Erich Wolfgang Korngolds Oper „Die tote Stadt“ spielt in Brügge, nicht in Weimar. Auf der Bühne stehen (v.l.n.r.) Corby Welch (Paul), Daniela Köhler (Marietta) sowie (hinten) das Ensemble. © DNT Weimar | Candy Welz

Im DNT Weimar verabschiedet sich ein musikalischer Psychothriller aus dem Repertoire: Die Oper „Die tote Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold ist diesen Freitag, 22. Mai, um 19.30 Uhr im Großen Haus zum letzten Mal zu erleben.

Sonntag

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Das Werk mit seinem imposanten, spätromantischen Klang erforscht die Abgründe der menschlichen Psyche und zeichnet ein düsteres Familienporträt. Unser Kritiker attestierte zwar eine „Fehldiagnose“, war mit der „Behandlung“ des Stücks allerdings im großen und ganzen zufrieden. Die letzten Tickets gibt‘s hier.

Faustische Konfrontation am DNT

»Faust et Hélène & Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm« am DNT Weimar
Recht faustisch, aber anders als bei Goethe geht‘s zu auf der Bühne mit Dascha Trautwein (Margarethe) und Bastian Heidenreich (Faust).© DNT Weimar | Candy Welz

Dramatisches Experiment am DNT Weimar: Teamintendant Valentin Schwarz konfrontiert in der Produktion „Faust et Hélène & Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm“ zwei Werke des 20. Jahrhunderts, die sich mit Goethes „Faust“ auseinandersetzen – eine lyrische Kantate der jung verstorbenen Ausnahmekomponistin Lili Boulanger und ein wildes, rotziges Schauspiel von Werner Schwab. Unser Rezensent hat sich vor allem an Schwabs verbaler Fäkalorgie abgearbeitet; wer dennoch Appetit verspürt, findet Tickets hier.

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Nostalgischer Schlagerabend in Eisenach

Liederabend "Über 7 Brücken" am Landestheater Eisenach
Szene aus dem Liederabend „Über 7 Brücken“ am Landestheater Eisenach mit Leo Goldberg.© Landestheater Eisenach | Tobias Kromke

„Über 7 Brücken“ in Eisenach ist, wie unser Rezensent findet, ein künstlerisches Desaster, aber wohl trotzdem ein Publikumserfolg. Brüchige Stimmen, ungebrochene Gestaltung: Am Landestheater Eisenach haben sie den szenischen Liederabend „Über 7 Brücken“ mit Schlagern aus sechs Jahrzehnten herausgebracht. Für die Vorstellung am Sonnabend, 23. Mai, 19.30 Uhr, gibt es noch wenige Restkarten.

Alboresis Abschiedsgeschenk ans Nordhäuser Publikum

Ballett Die vier Jahreszeiten am Theater Nordhausen
Szenenfoto aus dem Ballett-Doppelabend am Theater Nordhausen „Die vier Jahreszeiten/Das Glühen“ von Ivan Alboresi und Adi Salant.© Theater Nordhausen | Ida Zenna

Zum letzten Mal tanzt an diesem Freitag, 22. Mai, 19.30 Uhr die Nordhäuser Ballettcompagnie Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ nach einer Choreografie ihres scheidenden Chefs Ivan Alboresi. Kombiniert ist diese Arbeit mit „Das Glühen“ von seiner israelischen Kollegin Adi Salant. Unser Kritiker war von der Premiere sehr angetan, das Publikum sogar euphorisiert. Einige Restkarten gibt es für Schnellbucher noch hier.

Eloge für einen Liedermacher

Biermann - Drachentöter
Szenenfoto aus der Uraufführung von „Biermann – Drachentöter“ am Staatstheater Meiningen, ein Deutschlandabend mit Liedern und Texten von Wolf Biermann.© Staatstheater Meiningen | Christina Iberl

Einen im zugespitzten Sinne sehr deutsch-deutschen Liedermacher feiert das Meininger Schauspiel mit der Uraufführung von Martin Heckmanns „Biermann – Drachentöter“. Unser Kritiker fand zwar, man sei viel zu respektvoll vorgegangen und streckt Frank Behnkes Inszenierung die Zunge raus, kann aber trotzdem eine nüchterne Hochachtung selbst nicht verhehlen. Tickets für die nächste Vorstellung am Sonntag, 24. Mai, 18 Uhr gibt‘s hier.

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„glückliche menschen“ und die Armutsschere in Europa

Szene aus Elise Wilks Drama „glückliche menschen“, das seine Uraufführung im Theater Gera hatte.
Szene aus Elise Wilks Drama „glückliche menschen“, das seine Uraufführung im Theater Gera hatte.© Ronny Ristok | Ronny Ristok

„glückliche menschen“: In diesem Auftragswerk für das Theater Altenburg-Gera wirft die rumänische Dramatikerin Elise Wilk (*1981) einen scharfen Blick auf die auseinanderklaffende Armutsschere in Europa.

Kaleidoskopartig gewährt sie tiefe Einblicke in die diametral einander gegenüberstehenden Lebensrealitäten ihrer Figuren sowie deren Innenwelten. Die Geraer spielen diese Uraufführungsproduktion am Samstag, 23. Mai, 19.30 Uhr in der Bühne am Park. Anmerkungen unserer Rezensentin finden sich hier, und der Weg zu den Tickets dort.

Künstlergespräch mit Sophie von Hayek in Erfurt

Krämerbrücke Erfurt
Im Haus zum Bunten Löwen auf die Erfurter Krämerbrücke finden die Ausstellung und das Künstlergespräch statt.© VBK Thüringen | Klaus Nerlich

Begleitend zur Jubiläumsausstellung „Auf den Punkt gebracht“ lädt der Verband Bildender Künstler Thüringen (VBK) zum Künstlergespräch mit der Künstlerin Sophie von Hayek ein. Hayek spricht über Reduktion, Verdichtung und Ausdehnung als zentrale Prinzipien ihrer Arbeit.

Aus streng gesetzten Linien – mit Bleistift, Lineal und Radiernadel gezeichnet – entstehen fragile Strukturen zwischen Konstruktion und Freiheit. Die Veranstaltung findet am Freitag, 22. Mai, 17 Uhr im Haus zum Bunten Löwen, der VBK-Galerie auf der Erfurter Krämerbrücke bei freiem Eintritt statt.

Herzerfrischend für Groß und Klein: „Schnabelnasen Himbeergrün“

Schnabelnasen Himbeergrün
Eine Illustration Katharina Siegs zu „Jeden Morgen um 10“ von Christina Nöstlinger – zu sehen auf Schloss Molsdorf bei Erfurt.© VG Bild Kunst 2026 | ©Katharina Sieg

Magisch und eigenwillig wird es zur nächsten Ausstellung im Schlossmuseum Molsdorf: Katharina Sieg lädt große wie kleine Besucherinnen und Besucher ein, in die Welt der Illustration abzutauchen und dabei wunderbare Entdeckungen zu machen. Die Ausstellung „Katharina Sieg. Schnabelnasen Himbeergrün“ öffnet am Sonnabend, dem 23. Mai 2026, um 16 Uhr ihre Türen.

Die Künstlerin verbindet klassische Illustrationstechniken wie Aquarell, Tusche, Buntstift und Collage zu atmosphärischen Arbeiten voller Wärme und Fantasie. Charakteristisch für ihre Werke sind liebevolle Details und versteckte kleine Geschichten.

„So ein Theater!“ auf Gothas Friedenstein

Fächer auf Friedenstein Gotha
„Figaros Hochzeit“: Ein szenisches Motiv aus der Mozart-Oper zeigt dieser Faltfächer, der in Deutschland in den 1780er-Jahren entstand. Das kostbare Stück ist als Dauerleihgabe der Stiftung Ute Michaels, München, auf Schloss Friedenstein Gotha zu bewundern.© Friedenstein Stiftung Gotha | Mariana Musii

Pünktlich zum Start des Ekhof-Festivals zeigt die Friedenstein-Stiftung Gotha eine Kabinettausstellung mit kostbaren Fächern aus eigenem Bestand – diesmal mit dem sprechenden Titel „So ein Theater!“. Da heißt es: Bühne frei für die Commedia dell’arte in Elfenbein und Perlmutt oder ein Puppentheater auf Goldpapier!

Die Fächerblätter und -gestelle des 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts sind meist aus kostbaren Materialien gefertigt. Auf manchen tummeln sich italienische Stehgreiffiguren und französische Puppenspieler. Andere zitieren beliebte Opernmotive von Mozart bis Wagner oder sind von Stars der Wiener Musik- und Literaturszene um 1900 signiert.

Weltklasse-Tenor auf der Wartburg

Lyrischer Salon
Weltklasse-Tenor Julian Prégardien (links) und sein Liedbegleiter Daniel Heide sind regelmäßig im Lyrischen Salon auf Schloss Ettersburg zu Gast. Nun erobern sie auch die Wartburg.© Funke Medien Thüringen (Archiv) | Wolfgang Hirsch

Zum 423. Wartburgkonzert präsentiert Weltklasse-Tenor Julian Prégardien sein „Liedstadt“-Projekt an diesem Freitag, 19.30 Uhr, im Palas der Burg. Gemeinsam mit seinem Ensemble verbindet er klassischen Liedgesang mit Poesie und Improvisationen. Es musizieren Anne Haasch (Gitarre), Daniel Arkadij Gerzenberg (Klavier) sowie Daniel Heide (Klavier) aus Weimar, mit dem Prégardien auch regelmäßig auf der Ettersburg auftritt.

Die Wartburgkonzerte von Deutschlandfunk Kultur und Wartburgstiftung gehören zu den renommiertesten Radio-Konzertreihen der Welt. Das erste Konzert wurde 1958 vom Sender Stimme der DDR ausgerichtet. Tickets bucht man am besten eilig und online.

Kintopp wie vor 100 Jahren

Schlosskonzerte
Am Filmprojektor wie auf den schwarzen und weißen Tasten agiert Stummfilmpianist Richard Siedhoff virtuos. © Thüringer Schlosskonzerte e.V. | Elias Wachholz

Sanftes Gruseln in historischen Gemäuern: Das verspricht der Sonnabend, 23. Mai, 20.30 Uhr bei den Thüringer Schlosskonzerten – diesmal auf der Veste Heldburg. Der Weimarer Filmpianist Richard Siedhoff präsentiert den legendären Stummfilmklassiker „Das Phantom der Oper“ in einer außergewöhnlichen Aufführung: live am Klavier vertont und projiziert auf originaler 16mm-Kinotechnik – Kinoerlebnis wie vor 100 Jahren.

Unter der Pariser Oper verbirgt sich ein düsteres Labyrinth, in dem ein geheimnisvolles Phantom haust. Besessen von der Sängerin Carlotta, zieht es die Opernwelt mit Erpressung, Intrigen und Schrecken in seinen Bann... Lon Chaney brilliert in der Titelrolle mit einer der berühmtesten Masken der Filmgeschichte. Das „Phantom der Oper“ (USA, 1925/29) gilt bis heute als Meilenstein des frühen Horrorfilms. Tickets gibt‘s im Ticketshop Thüringen.

Klassik-Fans feiern auf Schloss Tiefurt

Schlosspark Tiefurt bei Weimar
Einen schmucken Anblick bietet der restaurierten Teesalon im Schlosspark Tiefurt. Der weitläufige Park gehört zusammen mit dem Schloss als Teil des Ensembles „Klassisches Weimar“ zum Unesco-Welterbe. Er wurde 1776 zum Einzug des Prinzen Constantin angelegt. © dpa | Martin Schutt

Die abgeschlossene Restaurierung des Teesalons auf Schloss Tiefurt bei Weimar und die dortige Ankunft des Prinzen Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach vor 250 Jahren feiert die Klassik-Stiftung zurzeit mit einer Festwoche in dem Schlösschen vor den Toren der Stadt. Constantin (1758-1793), jüngerer Bruder des Regenten Carl August, galt als introvertiert und zog sich vom höfischen Leben in der Stadt zurück; er widmete sich der Musik und entdeckte die Liebe.

Zum Abschluss der Festwoche gibt es nun am Samstag, 23. Mai ab 11 Uhr ein Constantin-Fest mit Parkspaziergang, Schlossführung und Festumzug in historischen Kostümen (ab 14 Uhr), anschließend Figurentheater, „Teestunde bei Anna Amalia“ und „Liedertafel“ sowie am Pfingstsonntag ab 14 Uhr einen Gottesdienst in der Christophoruskirche und anschließend eine Kaffeetafel auf dem Schlossplatz.

Seltenes Stück zum Festival-Auftakt

Spohr-Quartett
Diana Harutyunyan, Alexej Barchevitch, Michael Hochreither und Fred Ullrich bilden das Spohr-Quartett der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. © Thphil | Harutyun

Mit einem hochkarätigen Kammerkonzert im historischen Ekhof-Theater auf Schloss Friedenstein eröffnet die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach am 23. Mai 2026 das diesjährige Ekhof-Festival. Im Mittelpunkt des festlichen Auftaktabends steht der international renommierte Cellist Alexey Stadler, der als Artist in Residence 2026 des Orchesters fungiert.

Gemeinsam mit dem Spohr-Quartett der Thüringen Philharmonie widmet sich Stadler einem Werk, das trotz seiner außergewöhnlichen Qualität nur selten auf den Konzertpodien zu erleben ist: Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Streichsextett d-Moll op. 70 „Souvenir de Florence“. Ergänzt wird das Programm durch Johannes Brahms’ klangvolles Streichsextett Nr. 1 B-Dur op. 18.

Alles Wissenswerte zum Ekhof-Festival vom 23. Mai bis 4. Oktober ist auf ekhof-festival.de nachlesbar. Tickets für die Veranstaltungen sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie online im Ticketshop Thüringen erhältlich.