Pfingsten in Thüringen heißt auch in diesem Jahr wieder: schwere Tore öffnen sich, Innenhöfe werden zu Bühnen und historische Residenzen verwandeln sich für ein Wochenende in lebendige Kulissen. Wie die Friedenstein Stiftung Gotha mitteilt, stehen die Thüringer Schlössertage vom 22. bis 25. Mai 2026 unter dem Motto „Aufgeführt! Fahrendes Volk und höfisches Theater“. Zwischen Barocksaal, Schlosspark und Burgmauer geht es diesmal um Theatergeschichte, um Gaukler, Musikanten und um die Frage, wie Unterhaltung früher zwischen Straße und Fürstenhof funktionierte.

Thüringer Schlössertage locken

Gerade das macht die Schlössertage seit Jahren besonders: Viele Orte zeigen an diesem Wochenende Seiten, die im normalen Museumsbetrieb kaum zugänglich oder nur selten erlebbar sind. Statt klassischer Rundgänge setzen die Häuser auf Theaterführungen, szenische Inszenierungen, Konzerte, Werkstätten und Vorträge. Geschichte soll nicht nur erklärt, sondern erfahrbar werden.

Thüringer Schlössertage

Die Veranstaltungsreihe verteilt sich über das ganze Bundesland. Mit dabei sind unter anderem das Residenzschloss Altenburg, Schloss Friedenstein, die Dornburger Schlösser, Schloss Burgk, das Stadtschloss Weimar, Schloss Belvedere, die Heidecksburg in Rudolstadt oder Schloss Elisabethenburg in Meiningen. Es beteiligen sich fast alle der 20 Residenzen der „Schatzkammer Thüringen“.

Barocke Theaterwelten im Mittelpunkt

In Gotha und Altenburg etwa stehen barocke Theaterwelten im Mittelpunkt. Besucherinnen und Besucher können dort Führungen rund um historische Bühnen erleben und mehr über die Geschichte höfischer Aufführungen erfahren. Auch kleinere Häuser nutzen das Wochenende für ungewöhnliche Formate. In Sondershausen dreht es sich um Singende Prinzen und einen Hofstaat im Theaterfieber, während auf Schloss Kochberg ein Lustspiel von Johann Wolfgang von Goethe und eine Schlossrallye warten.

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Das Museum Schloß Burgk lädt gemeinsam mit dem Leipziger Buch- und Kunstantiquariat zu einer Benefiz-Kunstauktion ein. Versteigert werden Gemälde, Zeichnungen und Grafiken der „Leipziger Schule“, von Künstlern des Bauhauses und von anderen Künstlern. Laut Friedenstein Stiftung Gotha richtet sich das Programm ausdrücklich auch an Familien. Statt stiller Museumsräume setzen viele Häuser auf Mitmachangebote. Dazu kommen vielerorts ermäßigte Eintrittspreise oder kostenfreie Aktionen.

Schloss Friedenstein zeigt sich.
Schloss Friedenstein putzt sich für die Schlössertage raus. © Funke Medien Thüringen | Boris Hajdukovic

Das diesjährige Motto blickt dabei nicht nur romantisch auf vergangene Theaterwelten zurück. „Im Mittelpunkt stehen Künstlerinnen und Künstler, deren Wirken sich zwischen Straße und Fürstenhof bewegte“, heißt es in der Mitteilung. Fahrende Gruppen hätten Unterhaltung und Erzählkunst an Orte gebracht, „an denen höfisches Leben und Öffentlichkeit aufeinandertrafen“. Die Schlössertage erzählen damit auch etwas über gesellschaftliche Rollen, über kulturelle Teilhabe und darüber, wie offen oder exklusiv Kunst früher war.

Das höfische Thüringen erleben

Vielleicht liegt genau darin der Reiz dieses Wochenendes: Dass die historischen Orte nicht nur Kulisse bleiben, sondern wieder in Bewegung geraten. Zwischen offenen Höfen, Konzertsälen und Schlossgärten entsteht für ein paar Tage der Eindruck, als würde das höfische Thüringen noch einmal kurz auftauchen — nur deutlich zugänglicher als früher.