Noch nichts vor am Wochenende? Sie würden gern irgendwohin, aber die Auswahl ist zu groß? Dann lassen Sie sich inspirieren von der Auswahl an Wochenend-Tipps von unseren Kulturreporterinnen und -reportern.

Ballett-Klassiker mit Live-Musik in Rudolstadt

Ballett "Giselle" am Schiller-Theater Rudolstadt
Ballett „Giselle“ am Schiller-Theater Rudolstadt in der Choreografie Ivan Alboresis.© Schiller-Theater Rudolstadt | Ida Zenna

„Giselle“ von Adolphe Adam ist, wenn man so will, die Verkörperung des romantischen Balletts überhaupt. Der scheidende Nordhäuser Ballett-Chef Ivan Alboresi – er wechselt mit der Spielzeit 2026/2027 ans Landestheater Detmold – geht beim Gastspiel in Rudolstadt das Wagnis ein, die fantastische Geschichte um Liebe, Verrat, Verlust und Vergebung in einer stringent modernen Bewegungssprache zu erzählen. Die Thüringer Symphoniker spielen dazu live. Unsere Rezensentin war davon ganz angetan, und für die Vorstellung am 29. Mai, 19.30 Uhr, gibt es noch Tickets.

Museumsnächte in Erfurt und dem Weimarer Land

Lange Nacht der Museen
Eindruck von der Langen Nacht der Museen im Jahr 2024 – das Erfurter Angermuseum © Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt

Dieses Wochenende sind die Museen und Galerien in Erfurt und im Weimarer Land lange geöffnet: Die Landeshauptstadt lädt am Freitag, dem 29. Mai, zur Langen Nacht der Museen ein. Der angrenzende Landkreis veranstaltet am Samstag, dem 30. Mai, seine Museumsnacht.

In Erfurt bietet unter anderem die mittelalterliche Mikwe Kurzführungen an. Im Stadtmuseum „Haus zum Stockfisch“ gibt es Live-Musik im Hof mit „Nifty Plymouth“. Und das Deutsche Gartenbaumuseum hat etwa mit „Mission Museum“ eine Schatzsuche für Kinder im Programm.

Im Weimarer Land können Besucher beispielsweise im Thüringer Korbmachermuseum (Bad Berka, Ortsteil Tannroda) traditionelles Handwerk erleben. Im Eiermannbau Apolda startet am Samstag um 16 Uhr die Führung „Der Eiermannbau – Vom Leerstand zum Apoldaer Hotspot“. Und das Kunsthaus Apolda Avantgarde zeigt aktuell Poster von Keith Haring. Zudem lädt dort die Gruppe Versus zum Tanzen ein.

Knutschen frei nach Shakespeare

Kiss me, Kate in Weimar
Lustvoll geht‘s zu bei Cole Porter im DNT Weimar. Mit von der Partie sind Krunoslav Šebrek (Fred Graham) und Dascha Trautwein (Lilli Vanessi).© DNT Weimar | Sandra Then

Cole Porters berühmtes Broadway-Musical „Kiss me, Kate“ steht am DNT Weimar wieder auf dem Spielplan. Die Koproduktion von Schauspiel- und Opernensemble sorgt intelligent für Turbulenzen, schließlich steckt da auch etwas von Shakespeare drin. Die Produktion, in der selbstverständlich nicht nur geknutscht wird, hat recht veritable Kritiken eingeheimst. Trotzdem hebt sich in dieser Spielzeit zum letzten Mal am Freitag, 29. Mai, 19.30 Uhr dafür der Vorhang. Keine Sorge: Ab September knutschen sie weiter....

Unterirdischer Maskenball

Maskenball in Erfurt
Tragisch verliebt – da wird mit viel Glut gesungen: Ewandro Stenzowski (Riccardo) und Svetlana Kasyan (Amelia) sind dafür zuständig.© Theater Erfurt | Lutz Edelhoff

Eine fatale Liebesbeziehung, ein tödliches Missverständnis mit dem besten Freund, ein politischer Mordanschlag und außerdem noch der Weltuntergang infolge des Klimawandels: Eine schlimmere Verkettung unheilvoller Ereignisse ist selbst auf der Opernbühne kaum vorstellbar. Dabei gilt Verdis „Maskenball“, der in Erfurt in einem unterirdischen Refugium spielt, als eines der beliebtesten italienischen Musikdramen.

Katharina Kastening hat es in Erfurt bildmächtig auf die Bühne gebracht, und im Graben vertritt Stefano Cascioli den GMD Hermes Helfricht. Unser Rezensent badete nach der Premiere in seltenem Überschwang, die letzte Aufführung am Sonnabend, 30. Mai, 19 Uhr, wird dringlich empfohlen.

Rudolstadt feiert Doppeljubiläum: Neue Schau auf der Heidecksburg

Sonderausstellung "Stadtgeschichte - Gesammelt - Bewahrt" Rudolstadt
Das Bild aus der Städtischen Altertumssammlung Rudolstadt zeigt die Konditorei „Sternkopf“ beim Gasthaus „Ritter“ um 1900. © TLMH | Stadtarchiv Rudolstadt

In Rudolstadt stehen 2026 gleich zwei Jubiläen an: die Ersterwähnung vor 1250 Jahren und die erstmalige Bezeichnung als Stadt vor 700 Jahren. Aus diesem Anlass widmet sich die neue Sonderausstellung „Stadtgeschichte – Gesammelt – Bewahrt“ im Residenzschloss Heidecksburg der Historie der Städtischen Altertumssammlung. Die Schau zeigt neben der Entstehungsgeschichte Rudolstadts vorwiegend die Stadtgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts.

Sonntag

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In Rudolstadt wurde auf Initiative von Bürgern und der Stadtverwaltung 1908 eine museale Sammlung aufgebaut, die dank der Bevölkerung schnell anwuchs. Nach mehrfachem Standortwechsel gelangte sie 1919 auf die Heidecksburg.

Eröffnet wird die neue Ausstellung am Freitag, dem 29. Mai, um 18 Uhr in der Porzellangalerie.

Japanischer Garagen-Rock im Erfurter Museumskeller

Tipp
„Guitar Wolf" wurde 1987 in Japan gegründet. Kritiker nennen sie die "schlechteste Rock‘n‘Roll-Band der Welt" - trotzdem (oder gerade deshalb?) sind ihre Konzerte oft ausverkauft. © Chuck livid | CHARLES FURMENT

„Guitar Wolf“, so schreibt das Internetlexikon Wikipedia, sei eine japanische Garagen-Rock-’n’-Roll-Band, die 1987 in Harajuku gegründet wurde. Sie schafften es seitdem, ihre Musik weltweit erfolgreich zu vermarkten und ihre Alben wurden in Australien, Europa, Japan und den Vereinigten Staaten veröffentlicht. Kritiker nennen sie schonmal die „schlechteste Rock‘n‘Roll-Band der Welt“ - trotzdem (oder gerade deshalb?) sind ihre Konzerte oft ausverkauft. Aus Punk, Rock und Noise schufen die drei Bandmitglieder ein ganz neues Genre, den Jet Rock‘n‘Roll. Am Freitag, dem 29. Mai 2026, ab 20 Uhr, stellen sie im Museumskeller Erfurt, Juri-Gagarin-Ring 140a, ihr neues Album vor. Mit dabei ist auch die Band „Fister Mister“.

„Himmlische Freuden“ im Konzert

Ivan Repusic - Staatskapelle Weimar
Ivan Repušić als Chefdirigent dirigiert Mahlers Vierte in der Weimarhalle.© DNT Weimar (Archiv) | Candy Welz

„Wir genießen die himmlischen Freuden“, heißt es im Finalsatz der letzten „Wunderhorn“-Sinfonien Gustav Mahlers, und entsprechende Erwartungen hegen sicherlich die Konzertbesucher am Sonntag und Montag, 31. Mai und 1. Juni, jeweils 19.30 Uhr, wenn die Staatskapelle Weimar unter ihrem Chefdirigenten Ivan Repušić just jene 4. Sinfonie Mahlers musiziert. Zuvor steht Johannes Brahms‘ Doppelkonzert für Violine, Cello und Orchester auf dem Programm mit den Solisten Roman Simovic (Violine) und Narek Haknazaryan (Violoncello). Achtung: Frühbuchung ist ratsam!

Freikonzert am Erfurter Glockenspiel

Carillon
Glocken des Erfurter Carillons im Bartholomäusturm am Anger, aus nächster Nähe betrachtet.© Stadtverwaltung Erfurt | Stadtverwaltung Erfurt

Ein notabene öffentliches Freikonzert spielt der irische Carillonneur Oisín Dilger an diesem Samstag, 30. Mai, um 16 Uhr am Anger in Erfurt. Der Mann aus Galway traktiert das Turmglockenspiel im Bartholomäusturm, das 60 in Apolda angefertigte Glocken umfasst, mit einem Musikportfolio von Barock und Bach bis hin zu Pop und den Beatles.

Die Buchhandlung Peterknecht stellt dann, zusätzlich zu den vorhandenen Sitzbänken, noch Stühle im Freien auf, so dass die Zuhörer die Musik entspannt genießen können. Carillon-Konzerte finden in Erfurt den Sommer über an nahezu jedem letzten Sonnabend eines Monats statt. Oisín Dilger studierte Musik am University College in Cork und beendet gerade seine Ausbildung an der Royal Carillon School in Mechelen (Belgien). Eintritt frei.

Kreatives auf Schloss Kromsdorf entdecken

Kunsthandwerkermarkt Kromsdorf
Rund 60 Händler kommen zum Markt am Schloss Kromsdorf.© Funkemedien Thüringen | Victoria Augener

Wenn Ende Mai wieder Besuchende durch die Tore von Schloss Kromsdorf strömen, verwandelt sich die historische Anlage erneut in einen Treffpunkt für Kunsthandwerk, Kultur und entspannte Landpartie. Der Markt vor den Toren Weimars lebt seit Jahren von seiner besonderen Mischung aus historischem Schauplatz, handgefertigten Arbeiten und einem Kulturprogramm, das weit über klassische Verkaufsstände hinausgeht. Hier erfahren Sie mehr ...

Zwischen Wiesenhang und Weltmusik

Impressionen von der "Singer und Songwriter Nacht" im Am-Vieh-Theater.
Impressionen von der "Singer und Songwriter Nacht" im Am-Vieh-Theater.© Funke | Julia Grünler

Wer nach Beulbar fährt, einem kleinen Ortsteil von Bürgel im Saale-Holzland-Kreis, landet nicht zufällig dort. Rund 70 Menschen leben in dem kleinen Dorf zwischen Jena und Eisenberg, umgeben von Feldern, Wiesen und viel Ruhe. Genau hier, versteckt an einem Hang Richtung Gleise, liegt das „Am Vieh Theater“ – eine Freilichtbühne, die sich seit Jahren einen festen Platz in Thüringens Kultursommer erarbeitet hat. Den Auftakt macht am 30. Mai das Duo Tante Friedl. Magdalena Kriss und Dan Wall verbinden Akkordeon, Banjo und mehrsprachigen Gesang mit Einflüssen aus Folk, Straßenmusik, Cabaret und Weltmusik. Mehr zu den Events erfahren Sie hier ...