Drei deutsche Bibliotheken – darunter eine aus Thüringen – haben insgesamt sieben in der NS-Zeit zu Unrecht beschlagnahmte Bücher in den rechtmäßigen Familienbesitz übergeben. Konkret geht es dabei um Bücher des französischen Historikers Marc Bloch (1886-1944) und seiner Ehefrau Simonne Vidal (1894-1944), teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit. Für Stiftungspräsidentin Marion Ackermann sei die Rückgabe „ein wichtiger Beitrag zur Wiedergutmachung erlittenen Unrechts der Naziherrschaft“.
Beschlagnahmte Bücher: Blochs Familie kämpft um die Rückgabe
Bloch wurde 1936 als Professor für Wirtschaftsgeschichte an die Universität Sorbonne in Paris berufen. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung durfte er ab der Besatzungszeit aber nicht mehr lehren. 1941 wurde seine Bibliothek, die er führte, beschlagnahmt. 1942 wurde er in den Ruhestand versetzt. Kurz darauf schloss er sich einer Widerstandsgruppe an. 1944 verhaftete ihn die Gestapo schließlich und er wurde hingerichtet. Seine Frau, die schwer krank war, starb kurz danach.
Bloch nannte den Angaben zufolge etwa 7000 Bände in verschiedenen Sprachen sein Eigen. Seine Familie bemühte sich demnach nach Kriegsende um eine Rückgabe der Bücher. Zwischen 1948 und 1950 erhielten die Kinder von Bloch und Vidal insgesamt 2.144 Bände zurück. Weitere 500 bis 700 Bände blieben verschollen.
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Die sieben Bände, die nun aus Deutschland an die Nachkommen gehen, stammen aus drei verschiedenen Bibliotheken. Vier Bücher stammen laut der Stiftung aus der Staatsbibliothek zu Berlin, zwei Bände aus der Frankfurter Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg und ein Exemplar aus der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz.
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Auf Wunsch der Nachkommen sollen alle in Deutschland wiedergefundenen Bücher direkt an die Bibliothek der Universität Sorbonne Paris I gehen, so die Stiftung.
kna



