Noch nichts vor am Wochenende? Sie würden gern irgendwohin, aber die Auswahl ist zu groß? Dann lassen Sie sich inspirieren von der Auswahl an Wochenend-Tipps von unseren Kulturreporterinnen und -reportern.

„Heute Nacht oder nie!“ in Weimar

Comedian Harmonists am DNT Weimar
Dirk Sobe, Geertje Boeden und Sören Sarbeck haben sich das Revival der Comedian Harmonists ausgedacht – wie in der guten alten Zeit? Szenenfoto mit (v.l.n.r.) Narumi Hashioka (Ari Leschnikoff), Marko Kürsten (Erich A. Collin), Dirk Sobe (Erwin Bootz), Jörn Eichler (Harry Frommermann), Jan Schulenburg (Roman Cycowski) und Oliver Luhn (Robert Biberti).© DNT Weimar | Candy Welz

Den Sound der Weimarer Republik hat man am Weimarer Nationaltheater – wen wundert‘s? – immer noch richtig gut drauf und feiert die älteste Boygroup der Welt: die Comedian Harmonists. Die Produktion „Heute Nacht oder nie!“ verspricht gediegene Unterhaltung, lotet allerdings auch in tiefere, historische Sphären, indem sie die traurige Geschichte der a-cappella-Formation und ihrer jüdischen Mitglieder erzählt.

Sonntag

Der Gute Woche-Newsletter

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Unsere Kritikerin war sehr angetan, und in der Klassikstadt sind die hiesigen Harmonists ohnehin Kult. Trotzdem gibt‘s für die Aufführung am Freitag, dem 26. Juni, um 19.30 Uhr im Großes Haus noch Tickets. Und in der Pause bestimmt auch ein kühles Bier...

Musikalischer Ausflug nach Rom

Ivan Repušić
Ivan Repušić ist neben seiner Tätigkeit in Weimar auch als Generalmusikdirektor der Leipziger Oper aktiv (Archivbild).© Damil Kalogjera | Damil Kalogjera

Auf eine virtuelle Stippvisite in die ewige Stadt, nach Rom, lädt die Staatskapelle Weimar ihre Fans ein und musiziert im letzten Abo-Konzert der Saison zwei der herrlichsten sinfonischen Werke aus der Zeit des Impressionismus: Ottorino Respighis „Fontane di Roma“ und „Pini di Roma“. Da kann man die flirrende Sommerhitze direkt hören, aber warm wird‘s höchstens in den Ohren. Die Weimarhalle ist klimatisiert.

Chefdirigent Ivan Repušić wird also am Sonntag und Montag, 28. und 29. Juni, jeweils ab 19.30 Uhr in Farbreichtum und Sinnlichkeit schwelgen. Tickets gibt‘s hier.

Liebesmorde im fürstlichen Lustgarten

THÜRINGER SCHLOSSFESTSPIELE 2026 IN SONDERSHAUSEN - DER BAJAZZO
Florian Tavic und Julia Ermakova bilden auf der Bühne in „Cavalleria Rusticana“ ein Liebespaar. Leider endet diese Liaison letal.© FUNKE Foto Services | Marco Kneise

Mit zwei Klassikern der italienischen Oper warten die 20. Schlossfestspiele Sondershausen auf: „Mascagnis „Cavalleria rusticana“ und Leoncavallos „Bajazzo“ spielen auf der Open-air-Bühne im Lustgarten des Schlosses, und man fühlt sich, trotz schattigen Plätzchens, auch dieses Wochenende sicherlich prompt ins Herzen Siziliens versetzt. Operndirektor Benjamin Prins hat beide Stücke sehr klug und sehenswert inszeniert; schaulustige Zuschauer kommen gewiss auf ihre Kosten.

Exzellente Kritiken heimste auch GMD Gábor Hontvári ein; der Ungar gibt seinen Abschied – und wie! Für die nächste Vorstellung am Sonntag, 28. Juni, 19 Uhr gibt es noch wenige Tickets im Vorverkauf.

Musikalische Dreiecksbeziehung

Ragna Schirmer
Die Pianistin Ragna Schirmer gibt sich in Gotha und Eisenach die Ehre.© Archiv | MAIKE HELBIG

„Der Schatten der Liebe“: So hat die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach das Programm überschrieben, das eine sicherlich platonische, aber äußerst reizvolle Beziehung unter drei Musikern feiert: Die Vierte von Johannes Brahms und die Manfred-Ouvertüre Robert Schumanns umrahmen liebevoll das a-Moll-Klavierkonzert von Clara Schumann.

GMD Markus Huber dirigiert, und am Flügel stellt sich in Gestalt Ragna Schirmers solistische Prominenz ein. Für beide Konzerte – am Donnerstag, 25. Juni, 19.30 Uhr in der Stadthalle Gotha und am Freitag, 26. Juni, 19.30 Uhr im Landestheater Eisenach – sind noch Eintrittskarten zu haben.

Fürstliche Klangarchitektur voller Leben

Das Schallhaus auf der Terrasse der Heidecksburg in Rudolstadt lädt ein zu exklusivem Hörgenuss.
Das Schallhaus auf der Terrasse der Heidecksburg in Rudolstadt lädt ein zu exklusivem Hörgenuss.© STSG, Constantin Beyer | STSG, Constantin Beyer

Mit klangvollem Leben erfüllt wird jetzt eine bemerkenswerte historische Klangarchitektur in Rudolstadt: Im frisch restaurierten Schallhaus auf Schloss Heidecksburg spielt das Ensemble ThüringenBarock am Sonntag, 28. Juni, 11 Uhr und 15 Uhr, musikalische Raritäten, unter anderem Werke des ehemaligen Rudolstädter Hofkomponisten Philipp Heinrich Erlebach. Eintrittskarten bucht man am besten hier.

Freikonzert auf dem Erfurter Carillon

Musik aus 60 Glocken
Das Carillon im 35 Meter hohen Bartholomäusturm in Erfurt besteht aus 60 Bronzeglocken der Apoldaer Frima Schillinh. Der größte wiegt etwa 2,4 Tonnen, das Gesamtgewicht aller Glocken beträgt etwa 13,5 Tonenn.© Archiv | Stadtverwaltung Erfurt

Ein notabene öffentliches Freikonzert spielt Carillonneur Reinhard Kwaschik an diesem Samstag, 27. Juni, um 16 Uhr am Anger in Erfurt. Der Mann aus Brandenburg/Havel traktiert das Turmglockenspiel im Bartholomäusturm, das 60 in Apolda angefertigte Glocken umfasst, mit einem Musikportfolio, das der Potsdamer Garnisonskirche gewidmet ist.

Die Buchhandlung Peterknecht stellt dann, zusätzlich zu den vorhandenen Sitzbänken, noch Stühle im Freien auf, so dass die Zuhörer die Musik entspannt genießen können. Carillon-Konzerte finden in Erfurt den Sommer über an nahezu jedem letzten Sonnabend eines Monats statt. Eintritt frei.

Stelzenfestspiele mit Kultstatus

«Stelzenfestspiele bei Reuth» bringen Landmaschinen zum Klingen
Zwischen Melkspinne und anderen Landmaschinen-Instrumenten: Impression von den „Stelzenfestspielen bei Reuth“© Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa | Hendrik Schmidt

Am Freitag, dem 26. Juni, starten die 33. Stelzenfestspiele bei Reuth (Ortsteil von Tanna im Saale-Orla-Kreis). Nach zwei Jahren Pause eröffnet wieder die beliebte Landmaschinensinfonie das Treiben. Die zwei Konzerte, bei denen originelle Landmaschinen-Instrumente erklingen, sind ab 19 und 22 Uhr zu erleben.

Das Festival mit Kultstatus bietet bis Sonntag, 28. Juni, wieder skurrile wie anspruchsvolle Programmpunkte: Bei der Echtzeit-Installation „Stall-Geflüster“ kann mit einer echten Kuh interagiert werden. Außerdem spielen etwa das Arcis Saxophon Quartett (Sa, 15 Uhr) aus München, die Thüringer Rockband The Blackbirds (Sa, 22 Uhr), das Ensemble Tamala (So, 14 Uhr) mit Musikern aus Senegal und Belgien. Den Abschluss macht das Neue Bachische Collegium Musicum (So, 18 Uhr). Zudem stehen das Dorffest (So, 15 Uhr) und ein Akkordeonorchester-Konzert (Sa, 20 Uhr) auf dem Programm.

Tag der Architektur: 53 Bauwerke in Thüringen öffnen

Der Aussichtsturm der HEX-Erlebniswelt im Harz in der Nacht
Der Aussichtsturm der HEX-Erlebniswelt im Harz in der Nacht© Stefan Pabst | Stefan Pabst

Am letzten Juniwochenende steht Thüringens Baukultur im Fokus: Zum Tag der Architektur in Thüringen am 27. und 28. Juni öffnen 53 zeitgenössische Bauwerke. In 31 Städten und Gemeinden haben Interessierte die Gelegenheit, neu entstandene oder umgebaute Gebäude, frisch gestaltete Innenräume und Freianlagen zu entdecken. Besichtigt werden können etwa der Aussichtsturm der HEX-Erlebniswelt im thüringischen Harz, ein Parkhaus mit zwölf Tiny-Ferienhäusern in Nordhausen, das wiederbewohnte Schlossareal in Gera oder die sanierte Dorfkirche Vogelsberg.

Poesie der Liebe: Konzertabend auf Schloss Burgk

Susanne Herre wird Diskantgambe spielen.
Susanne Herre wird Diskantgambe spielen.© KatharinaWoellner | KatharinaWoellner

Unter dem Jahresmotto „Orgel und Poesie“ lädt der Thüringer Orgelsommer am Sonntag, 28. Juni, um 17 Uhr zu einem Konzertabend in die Schlosskapelle Burgk ein. Das Programm „Poesie der Liebe“ mit Theophil Heinke (Orgel) und Susanne Herre (Diskantgambe) verbindet Musik der Renaissance und des Barocks mit poetischen Bildern von Liebe, Sehnsucht und Lebensfreude.

Die Eintrittskarten kosten 12 Euro und sind an der Tageskasse erhältlich. Weitere Informationen unter: www.orgelsommer.de  

Grafik-Schau in Saalfeld: Hans-Otto Mempel zeigt „Vielfältiges“

In der Saale-Galerie Saalfeld ist derzeit die Personalausstellung „Vielfältiges“ des Grafikers Hans-Otto Mempel zu sehen, die noch bis zum 26. Juli läuft. Gezeigt werden Grafiken des Künstlers, der bereits mit Ausstellungen unter anderem in Berlin, Dresden, Krakau, Mailand, Paris und Potsdam international vertreten war und dem Saalfelder Publikum kein Unbekannter ist – schon früher leitete er Druck-Workshops in der Galerie und war zuletzt 2024 bei der Grafikauktion des Kunstvereins mit Arbeiten vertreten. Die Schau ist zu den regulären Öffnungszeiten der Galerie zu besichtigen, montags, dienstags und freitags von 10 bis 14 Uhr sowie mittwochs und donnerstags von 10 bis 17 Uhr.

Zohar Fraiman in der Kunstsammlung Jena

Kunstsammlung
Blick in die neue Ausstellung "Players in Paradies" in der Kunstsammlung Jena mit Bildern und Installationen von Zohar Fraiman.© Ulrike Kern | Ulrike Kern

Noch bis zum 20. September präsentiert die Kunstsammlung Jena unter dem Titel „Players in Paradise“ Malerei, Zeichnungen und Installationen der israelischen Künstlerin Zohar Fraiman. Die bonbonbunten, großformatigen Werke verbinden Alte Meister mit Smartphone-Ästhetik, Caravaggio mit Selfie, Botticelli mit Filter. Im Zentrum stehen Frauen, die sich zwischen Spiegeln, Essen und Inszenierung im digitalen Dauerzustand neu justieren.

Geöffnet: Dienstag bis Sonntag 10–17 Uhr.