Mira Held ist Genuss-Expertin. Seit mehreren Jahren betreibt sie mit ihrem Partner Flo den Blog „How to Gourmet“ und futtert sich durch Restaurants in Thüringen. In ihrer regelmäßigen Kolumne nimmt sie uns mit auf ihre kulinarischen Abenteuer in Thüringen und gibt Inspirationen für den nächsten Leckerbissen, Wochenendschmaus oder die kleine Alltagsversüßung.
Eiskaffee und Froschquaken: Das Biohotel Sturm in Mellrichstadt
Ich mache mich bei gefühlten 700 Grad auf den Weg in den Süden Thüringens und fahre dann noch ein kleines Stück weiter. Denn faktisch bringt mich meine heutige Foodstory wenige Kilometer über die thüringische Grenze hinaus, nach Mellrichstadt ins Hotel Sturm. Ich finde aber, was sich innerhalb einer Stunde mit dem Zug aus Erfurt erreichen lässt, hat als spannendes kulinarisches Ausflugsziel in dieser Kolumne einen Platz verdient.
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Um aus der, im Zimmer ausliegenden Broschüre zu zitieren, bin ich hier, um „Ruhe im Sturm“ zu finden und das gelingt schon auf den ersten Metern ganz gut. Nach dem Check-in gönnen wir uns einen Eiskaffee am hauseigenen Naturbadeteich und hören den Fröschen beim Quaken zu. Das „Sturm” ist ein Biohotel und lebt die Nachhaltigkeit auf den ersten Blick recht konsequent: statt gechlortem Pool, gibt es den Badeteich, statt Kunststoff viel Holz und statt leidenschaftsloser Hotelküche, gibt es saisonale Speisen in Bioqualität.

Der Naschgarten: Freude und ernsthafter Ansatz zugleich
Vor dem Abendessen schwingen wir uns nicht nur auf die Yogamatte, sondern schlendern danach auch durch den großen Naschgarten, wo aktuell die Kirschen reif sind. Obwohl der Garten verhältnismäßig groß ist, reicht er natürlich nicht gänzlich aus, um das Restaurant zu versorgen. Doch zumindest Akzente wie Obst, Kräuter, essbare Blüten und der Honig kommen direkt aus dem Garten in die Küche.
An diesem außergewöhnlich heißen Tag nehmen wir auf der großen Terrasse im Hotelgarten Platz und freuen uns über den sanften Wind, der durch die Blätter der großen Weide streicht. Wir bestellen einen Sanddorn-Aperitif und freuen uns, dass sich manche Erlebnisse auch nach nur wenigen Stunden wie Urlaub anfühlen.
Das Otto‘s bietet Salat-Paradies und Live-Cooking Station
Das kulinarische Angebot im Hotelrestaurant „Otto’s“ ist gleichzeitig groß und klein. Ein riesiges Salatbuffet wartet mit allerlei besonderen Kreationen auf, es gibt frisches Brot und Dips. Drei verschiedene Hauptgerichte werden an einer Live-Cooking Station zubereitet und lassen sich flexibel wählen. Nimmt man einen, zwei oder alle?

Ich lasse mir erst ein Tomaten-Paprika-Tatar schmecken und bestelle danach die wahrscheinlich letzte Spargelcremesuppe des Jahres. Als Hauptgang gibt es für mich noch mehr Spargel (dieses Mal grün und gegrillt) mit Austernpilzen. Dazu gibt es Wein vom Weingut am Stein aus Würzburg und das erleichternde Gefühl, wenn die Hitze eines Sommertags langsam weicht und zu einem angenehmen Sommerabend wird.
Auch das Frühstück kann sich sehen lassen

Das Abendessen im Otto’s lässt sich auch als Nicht-Hotelgast genießen, aber da ich auch hier übernachte, möchte ich auch das Frühstück nicht unerwähnt lassen: Onsen-Ei im Glas mit Sauce Hollandaise, frisches Obst aus dem Garten, Joghurt und sehr guter Käse. Das ist alles ebenfalls ganz wunderbar und empfehlenswert und lässt mich nach knapp 24 Stunden zwar etwas wehmütig, aber durchaus mit einem erholten Urlaubsgefühl zurück nach Erfurt fahren.
Otto’s im Hotel Sturm:
- Ignaz-Reder-Str. 3, 97638 Mellrichstadt
- Öffnungszeiten Restaurant: täglich 18-21 Uhr
- Mehr unter: www.hotel-sturm.com



