Nach einer kreativen Pause meldet sich futurebae mit einem beeindruckenden Glow up zurück. Mit neuer Musik geht es nächstes Jahr auf „The Hot Ex-Effekt“ Tour 2026. Lina Winter, die hinter dem Künstlernamen futurebae steht, hat in den letzten Jahren mit ihrer einzigartigen Mischung aus Pop, Rap, Elektro und R’n’B ihre eigene musikalische Nische geschaffen. Mit dem Release ihres Debütalbums „BLA (Berlin Love Affair)“ im Jahr 2023 bewies sie diese Vielseitigkeit.

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Im September kommt futurebae nach Erfurt. Bei ihrem Konzert will die Musikerin neue, sehr persönliche Songs über Trennung und Selbstfindung spielen. Neben starken Popmomenten, können Fans einen offenen Safe Space mit sozialer und politischer Haltung erwarten.
Wie würdest du dich jemandem vorstellen, der dich und deine Musik noch gar nicht kennt?
Ich sage immer gerne: ein genre-fluides Feuerwerk. Politischer, als man auf den ersten Blick vielleicht denken könnte – und wahrscheinlich die perfekte Mischung aus Memes und Musik.
Wie ist eigentlich der Name futurebae entstanden?
Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, aber mir ist erst einmal nichts eingefallen. Und dann bin ich wirklich eines Nachts aufgewacht und dachte: „futurebae – das klingt eigentlich ziemlich cool.“ Danach habe ich ein bisschen in meinem Freundeskreis herumgefragt, wie der Name dort ankommt. Alle fanden ihn prima, und dann dachte ich: Ja, das war ein ziemlich guter nächtlicher Einfall.

Du bist in Schleswig-Holstein aufgewachsen, hast in Erfurt gelebt und wohnst mittlerweile in Berlin, was hat jeder dieser Orte in dir hinterlassen? Und was hast du aus den verschiedenen Städten jeweils mitgenommen?
Vor allem unfassbar viele Freundschaften. Meine Familie ist aus Schleswig-Holstein nach Thüringen gezogen, als ich zehn Jahre alt war. Dadurch habe ich gemerkt, dass für mich vor allem die Menschen mein Zuhause sind. Das merke ich auch in jeder neuen Stadt, in die ich komme: Wenn ich dort ein tolles Umfeld habe, kann ich mich sehr schnell heimisch fühlen. Ich habe zwischendurch auch in Athen und in Marseille gelebt.
Futurebae in Erfurt
- Wann: Donnerstag, 24. September 2026
- Einlass 19 Uhr / Beginn 20 Uhr
- Wo: Kalif Storch
- Tickets
Und es macht mir viel Spaß, die Menschen dort und die jeweiligen Szenen kennenzulernen. Jeder Ort hat etwas ganz Besonderes. Wenn ich heute auf Erfurt zurückblicke, habe ich noch einmal einen ganz anderen Respekt für die Menschen, die sich dort organisieren und sich gegen den rechten Druck einsetzen. Es ist noch einmal etwas anderes, in Berlin auf die Straße zu gehen als in Erfurt, wo die AfD wirklich so hohe Zahlen erreicht. Dass ich in Erfurt gelebt habe, ist jetzt schon ungefähr fünf Jahre her. Damals waren die Menschen laut, und heute sind sie es immer noch.
Du bist später nach Berlin gezogen. Welche neuen Türen hat dir die Stadt geöffnet, gerade mit Blick auf deine Musik?
Es wäre gelogen zu sagen, dass es nicht hilfreich ist, nach Berlin zu ziehen, wenn man Kontakte in der Musikbranche knüpfen möchte. Die Musikszene konzentriert sich nun einmal stark auf die großen Metropolen. Ich bin nach Berlin gezogen und wurde relativ schnell von Universal gesignt. Dadurch waren die Wege immer kurz und der Kontakt zu den Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, war sehr persönlich. Ich hatte außerdem die Möglichkeit, mit neuen Leuten zu arbeiten und zu schauen: Was ist das für ein Vibe? Passt das Miteinander? Dafür musste ich nicht erst durch halb Deutschland fahren. Das hat meinen Horizont noch einmal erweitert.
„Weit weg“ handelt vom Loslassen und von dem guten Gefühl, wenn der Ex endlich aus dem eigenen Leben verschwunden ist. Wie persönlich ist die Geschichte hinter dem Song und was hat dir dabei geholfen, loszulassen und wieder zu dir zu finden?
Tausend Prozent persönlich. Das war einer der ersten Songs, die ich nach meiner Trennung geschrieben habe. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch in einer Phase, in der sich alles surreal angefühlt hat. Ich habe zunächst wie in einem Schnelldurchlauf all diese Gefühle durchgespielt: Trauer, Wut, Vermissen. In „Weit weg“ bin ich gefühlsmäßig schon an dem Punkt, an dem ich sage: „Mir geht es jetzt richtig gut – bitte bleib einfach super weit weg.“ Aber ich glaube, bei keinem Heartbreak ist dieses Gefühl sofort da und bleibt dann einfach. Es war eine Phase, zu der ich selbst erst wieder zurückfinden musste.
Geholfen haben mir auf jeden Fall meine Freund:innen. Sie waren immer da, haben mich krass aufgefangen und all die verschiedenen Phasen gemeinsam mit mir durchlebt - auch diese Momente, in denen man nachts plötzlich denkt: „Man könnte doch jetzt noch einmal vor seine Tür fahren. Das ist doch eine total gute Idee.“ Sie haben mich dann auch davon abgehalten, dumme Entscheidungen zu treffen.

Ich habe in dieser Zeit außerdem Boxen ausprobiert. Ich bin eigentlich kein Mensch, der besonders oft Wut empfindet. Plötzlich hatte ich ein neues Ventil, das ich vorher überhaupt nicht kannte. Gleichzeitig kam ich mir dabei manchmal auch ein bisschen bescheuert vor und dachte: Wenn mich jetzt hier jemand sieht, denkt die Person wahrscheinlich auch: „Oh wow, da wird gerade wirklich einiges entfesselt.“
Man muss schon sagen: Ich war in dieser Zeit wirklich ganz schön viel depri. Meine Therapeutin hat damals zu mir gesagt, eine Trennung könne sich anfühlen, als sei jemand gestorben, und mit ähnlich intensiven Gefühlen einhergehen. Sport hat mir dabei geholfen, wieder Endorphine auszuschütten, etwas für mich selbst zu tun und meinen eigenen Körper wieder zu spüren.
Holst du die Inspiration für deine Songs denn grundsätzlich aus deinem eigenen Leben?
Tatsächlich kommt die Inspiration fast immer aus meinem echten Leben. Wenn man meine Musik hört, weiß man eigentlich ziemlich genau, was in meinem Leben gerade los ist. Genauso habe ich angefangen, Musik zu machen. Ich habe das weder studiert noch gelernt, sondern einfach aus einem Gefühl heraus damit begonnen. Ich hatte das Gefühl, ich habe etwas zu erzählen, und ich möchte das gerne teilen. Ich glaube, ich möchte einfach ehrlich sein. Ich will nicht versuchen, cooler rüberzukommen, als ich tatsächlich bin. Ich bin halt, wie ich bin. Und vielleicht gibt es in meiner Musik Momente, die anderen Menschen helfen können.
Gerade beim Thema Herzschmerz denkt man vielleicht: Es gibt doch schon so viele Songs darüber. Aber gibt es wirklich irgendwann genug Herzschmerz-Songs, wenn man gerade mittendrin steckt? Ich freue mich immer, wenn ich einen Song entdecke, bei dem ich denke: „Ja, genau! So fühlt sich das an.“ Das ist etwas, das Menschen einfach verbindet.
Das stimmt. Du hast eben schon erzählt, dass in dieser Zeit viele Songs entstanden sind. Bedeutet das, dass wir uns irgendwann auf ein neues Album freuen können?
Ich habe auf jeden Fall sehr, sehr viele Songs geschrieben, und es ist auch mein Plan, sie als Album zu veröffentlichen. Ich bin inzwischen allerdings seit fast zwei Jahren independent und habe definitiv unterschätzt, was für ein finanzieller Aufwand damit verbunden ist. Aktuell ist es außerdem sehr schwer, Förderungen zu bekommen. Dadurch wird der Weg zum Album ein bisschen erschwert. Aber es ist in Planung und wird definitiv kommen. Jetzt werden auf jeden Fall erst einmal ein paar weitere Songs erscheinen. Im September gehe ich außerdem auf Tour. Dort werde ich schon einige der neuen Songs spielen.

Wenn du auf Tour gehst, wie sieht dein Alltag unterwegs aus? Das ist vermutlich etwas völlig anderes, als wenn du dich zu Hause in deiner eigenen Bubble bewegst.
Ja, es ist ganz anders – und ich liebe es extrem. Das ist meine zweite eigene Tour, aber ich war vorher schon ein paar Mal mit anderen Acts unterwegs. Der Touralltag ist wahrscheinlich weniger glamourös, als man sich das vorstellt, und auch wirklich anstrengend. Trotzdem liebe ich ihn, weil ich genau das machen kann, was mir Spaß macht. Wir verbringen unfassbar viele Stunden im Auto. Ich glaube, wir spielen teilweise vier Tage direkt hintereinander. Das bedeutet: Man fährt in eine Stadt, kommt an und macht zuerst den Soundcheck. Danach wird etwas gegessen. Dann geht es entweder kurz ins Hotel oder an den Ort, an dem man gerade schläft. Dann machen wir uns warm und kurz darauf beginnt schon die Show.
Nach dem Konzert wird abgebaut, vielleicht gibt es noch einen kleinen Snack, und dann geht es ab ins Bettchen. Am nächsten Morgen müssen wir teilweise schon um fünf Uhr aufstehen und fahren direkt weiter. Sobald wir losfahren, setze ich die Schlafmaske auf, mache die Ohrstöpsel rein und zack – erst einmal drei Stunden durchschlafen, bis wir vielleicht einen Fahrerinnenwechsel machen. Inzwischen werde ich jedes Mal im Auto sofort müde, weil mein Körper offenbar denkt: „Ah ja, das kennen wir. Jetzt ist Schlafenszeit.“ Was auf jeden Fall noch auf meiner Traumwunschliste steht: irgendwann eine Tour mit einem Nightliner spielen zu können. Nach der Show würde ich dann direkt in den Bus steigen, mich ins Bett legen und am nächsten Morgen am nächsten Ort aufwachen. Das wäre so cool. Ich würde das lieben.
Warum sollten sich die Erfurter:innen dein Konzert auf keinen Fall entgehen lassen?
Oh, es gibt tausend Gründe! Ich würde sagen: erst einmal extrem gute Musik, die live noch einmal ganz anders wirkt, als wenn man sie einfach nur streamt. Außerdem spiele ich neue Songs. Das ist etwas sehr Besonderes und sollte auf keinen Fall verpasst werden. Es gibt vielleicht auch die eine oder andere lustige Mitmachaktion. Und natürlich gibt es einfach gute Stimmung. Alle Menschen sind bei meinen Konzerten herzlich willkommen. Vor allem dann, wenn man gerade vielleicht eine etwas schwerere Zeit durchmacht, ein bisschen Rückenwind und die Bestätigung braucht, dass am Ende alles gut wird, ist man dort sehr gut aufgehoben. Ich wünsche mir immer, dass meine Konzerte ein großer Safe Space für alle Menschen sind – und ich hoffe sehr, dass sie sich auch genauso anfühlen.




