Schnell noch einen Snap verschicken, Insta checken und dann ab auf TikTok und ein paar Videos schauen. Fix sind da 215 Minuten vorbei.
So viel Zeit verbringen knapp 70 Prozent der Menschen zwischen 14 und 20 Jahren täglich auf Social Media. Das ergab eine aktuelle Befragung von Infratest dimap im Auftrag der Vodafone Stiftung.
Die Inhalte, die dort zu sehen sind, sind nicht immer gut. In der JIM-Studie gaben 61 Prozent der 12-bis 19-Jährigen an, im letzten Monat mit Fake News konfrontiert worden zu sein. Gut, wie Content-Creator und Podcaster Levi Penell bei „Hart aber fair“ feststellt, dass sie in der Lage seien, diese als solche zu identifizieren. Eine Medienkompetenz, die er vielen älteren Menschen nicht unbedingt zutraut. „Wenn wir über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche reden, müssten wir auch über eins für ältere Menschen sprechen“, formuliert er bewusst spitz und erntet dafür Applaus aus dem Publikum.
„Hart aber fair“: Das waren die Gäste
- Levi Penell, Content-Creator und Podcaster
- Kristina Schröder (CDU), frühere Bundesfamilienministerin und Kolumnistin
- Nicolas Schmelzer, Lehrer an einer Gesamtschule, als „Herr Schmelzer“ auf TikTok bekannt
- Petra Gerster, Journalistin und Autorin
- Chan-jo Jun, Rechtsanwalt, engagiert sich gegen Hass im Netz
Doch Fake News alleine sind nicht das Problem. Auch der Anteil an beleidigenden Kommentaren und extremen politischen Ansichten steigt von Jahr zu Jahr an. Würde ein Verbot für eine bestimmte Altersgrenze etwas daran ändern? Das will Moderator Louis Klamroth an diesem Montagabend von seinen Gästen wissen.
„Die Plattformen haben bereits die Möglichkeit, Jugendliche auszuschließen“, sagt der Rechtsanwalt Chan-jo Jun, der sich gegen Hass im Internet engagiert. „Sie haben nur kein Interesse daran“. Stattdessen würde die Verantwortung auf die Nutzenden, die Eltern und die Schulen übertragen. „Die Technik sollte uns schützen“, plädiert er. Das würde Social Media wesentlich sicherer machen und man müsste sie nicht wegsperren.
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Auch Levi Penell ist der Meinung, dass das Bewusstsein für die Gefahren von Social Media bei den Jugendlichen vorhanden sei. Er plädiert deshalb für mehr Angebote in der Schule – in Form von Medienbildung und Sprechstunden beispielsweise. „Die Nachfrage nach Unterstützung ist das, und wir geben sie nicht“, findet er.
Einer, der solche Sprechstunden an seiner Schule anbietet, ist Nicolas Schmelzer. Er ist Lehrer an einer Gesamtschule. Er sieht noch ein anderes Problem: „Die Regulierung funktioniert gerade gar nicht. Wir brauchen keine Angst zu haben, dass wir überreguliert werden.“
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Diese Angst hat die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hingegen schon. Immer wieder spricht sie sich an diesem Abend für eine Altersgrenze bei Social Media aus – bei ihren eigenen Kindern handhabe sie das auch so –, für ein Handyverbot an Schulen, aber dagegen, menschenverachtende Inhalte von den Plattformen zu verbannen. Damit steht sie an diesem Abend alleine da.
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So erntet etwa die Journalistin Petra Gerster für ihre Aufforderung Applaus, die Plattformen nicht nur bei rechtswidrigen, sondern auch bei menschenverachtenden, etwa misogynen oder antisemitischen Inhalten in die Verantwortung zu nehmen. Doch Schröder findet: „Was menschenverachtend ist, ist schwierig zu beurteilen.“ Sie habe Angst, dass man so missbilligende Meinungen aus dem Diskurs aussperre.
Rechtsanwalt Chan-jo Jun sieht das anders. Durch die Gemeinschaftsstandards, die es ja bereits gibt, überließen wir es den Plattformen zu bestimmen, was menschenverachtend ist und was nicht. „Wir könnten es aber auch einfach selbst in die Hand nehmen und nach unseren Gesetzen bestimmen“, sagt er. Oder wie Petra Gerster es sagt: „Hass macht mehr Traffic und das bestimmen ja die Plattformen und die verdienen mit dieser Scheiße Geld. Das ist der eigentliche Skandal.“



![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)






