Den Speiseplan nach den Angeboten ausrichten, Kilopreise vergleichen und Eigenmarken einkaufen. All das machen die Verbraucherinnen und Verbraucher, die Moderator Louis Klamroth für einen Einspieler in Weinstadt in Baden-Württemberg befragt hat, bereits bei ihrem Lebensmitteleinkauf. Und dennoch haben sie alle das Gefühl, sich weniger leisten zu können als noch vor wenigen Jahren.
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Dass es sich dabei nicht nur um eine gefühlte Wahrheit handelt, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Um 37 Prozent sind die Lebensmittelpreise laut einer aktuellen Analyse von EZB-Ökonomen seit 2019 gestiegen. „Je niedriger das Einkommen, desto stärker die Betroffenheit”, bringt der Journalist Mark Schieritz die Problematik auf den Punkt.
„Hart aber fair“: Das waren die Gäste der ARD-Talkshow:
- Ralph Brinkhaus (CDU), Bundestagsabgeordneter
- Jan van Aken (Die Linke), Parteivorsitzender
- Jennifer Kuschel, Alleinerziehende Mutter, zeigt auf Social Media, wie sie günstig kocht
- Britta Schautz, Mitarbeiterin in der Verbraucherzentrale Berlin
- Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE)
- Mark Schieritz, Stellvertretender Ressortleiter im Ressort Politik bei der „ZEIT“
Preisaufsicht als Lösung gegen versteckte Erhöhungen?
Doch wie kann man dem entgegenwirken? Ein Ansatz, der an diesem Abend diskutiert wird: Eine Preisaufsicht, wie sie auch andere Länder, etwa Frankreich oder die Schweiz haben. Ihre Aufgabe: Beispielsweise versteckte Preiserhöhungen wie etwa eine Shrinkflation – weniger Inhalt in gleicher Verpackung bei gleichem Preis – aufdecken und anmahnen oder zumindest für die Verbraucherinnen und Verbraucher kennzeichnen. Linken-Parteivorsitzender Jan van Aken ist Anhänger dieser Idee. Ganz im Gegensatz zu Stefan Genth. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) sagt an van Aken gerichtet: „Die DDR hatte auch ein Amt für Preise. Dass das nicht funktioniert hat, hat man bemerkt.”
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HDE-Chef Genth kritisiert Preisaufsicht als Sozialismus
Eine Aussage, die der Linken-Politiker nicht auf sich sitzen lassen will. Er findet, dass viele Preise von der Politik gemacht würden und das sei auch richtig so. Woraufhin ihm Genth nur ein wütendes „Sie machen Sozialismus” entgegen schmettert.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus ist ebenfalls der Meinung, dass der Staat nicht schlauer sein sollte als die Marktteilnehmer. „Das wird nicht funktionieren”, sagt er. „Das hat noch nie funktioniert.” Woraufhin Schieritz einwendet, dass nicht jeder staatliche Eingriff Sozialismus sei. „Die Marktwirtschaft ist nie rein, es gibt immer Eingriffe”, führt er aus. „Die kann man auch mal zugunsten der Bürger machen.”

„Hart aber fair” in der ARD: Lautstarker Streit um gesunde Ernährung
Die zweite Idee, die an diesem Abend diskutiert wird: Keine Mehrwertsteuer mehr auf Grundnahrungsmittel. Brinkhaus sagt, dass er nicht davon überzeugt sei, dass der Handel das an den Kunden weitergebe. „Zudem profitieren davon auch Wohlhabende”, sagt er an van Aken gerichtet. „Ich bin gegen eine Steuersenkung mit der Gießkanne.” Wirtschaftsjournalist Schieritz hält Subventionen oder direkte Beihilfen für die ärmsten Haushalte für eine bessere Lösung. Und Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin erhält lauten Applaus aus dem Publikum für ihren Vorschlag, die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte zu senken. „Davon essen wir nämlich alle zu wenig.”
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Denn, das steht für sie und auch für Jennifer Kuschel, eine alleinerziehende Mutter, die sparsam leben muss, fest: Mit wenig Geld ist es schwierig, sich gesund zu ernähren. „Da müssen wir ran”, so Schautz. HDE-Chef Stefan Genth sieht das komplett anders und gerät darüber mit Kuschel und Schautz in einen lauten Streit, in dem Kuschel sagt: „Wenn man wenig Geld hat, dann ist das nicht möglich, denn dann geht es ums Überleben.” Und Schieritz bringt noch ein weiteres Problem in die Diskussion ein. „Wenn die Preise steigen und die Löhne auch, dann ist das okay”, sagt er. Dass dem nicht so sei, sei ebenfalls ein Problem, über das man reden müsste. Doch dieser Punkt geht in der Sendung am Ende völlig unter.




