„Ich wäre sehr überrascht, wenn es nach einem Drogenboss vorbei wäre”, fasst Sicherheitsexperte Peter Neumann die Mexiko-Debatte an diesem Dienstagabend bei „Markus Lanz“ zusammen. „Die WM gibt den Drogenkartellen ein unglaubliches Erpressungspotenzial.” Denn diese hätten die Möglichkeit, die mexikanische Regierung vor der ganzen Welt bloßzustellen.
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„Markus Lanz“: Das waren die Gäste:
- Olaf Lies, SPD-Politiker, Ministerpräsident Niedersachsen
- Julia Löhr, Journalistin („FAZ”)
- Elmar Theveßen, Korrespondent („ZDF”-Studio Washington)
- Peter Neumann, Sicherheitsexperte
„Markus Lanz” im ZDF: Im Kampf gegen Drogen gibt es ein Problem
Nachdem das Militär am vergangenen Wochenende den mächtigen Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes alias „El Mencho“ getötet hatte, überzogen seine Anhänger das Land mit einer Welle der Gewalt. Knapp vier Monate vor dem WM-Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt errichteten sie in mehreren Bundesstaaten Straßensperren und griffen Geschäfte und Banken an.
„Donald Trump versucht, die Drogenkriege schnell gelöst zu bekommen”, so Neumanns Beobachtung. Durch Aktionen wie diese sähe es so aus, als würde etwas passieren. „Doch das ändert nichts. Es kommt im Gegenteil zu mehr Gewalt.” Denn die Geschichte zeigt: Wenn ein Drogenchef ausgeschaltet sei, würden sich die anderen Kartelle um dessen Position streiten. Am Drogenproblem würde sich dadurch nichts ändern, weil die Nachfrage aus den USA und Europa da sei. Hinzu komme, dass es für die Menschen in den sehr armen Regionen des Landes arbeitstechnisch keine Alternativen gebe.
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Sicherheitsexperte: Militär müsse Aufbau in Kartell-Regionen leisten
Im „War on Drugs” gibt es laut Peter Neumann ein großes Problem: „Wenn man zu viel tut, ist es nicht gut. Wenn man zu wenig tut, ist es auch nicht gut.” Seiner Einschätzung nach müsste man deshalb an der Nachfragestruktur arbeiten und in die Regionen militärisch hineingehen, um dort sozialen Aufbau zu leisten. „Das ist sehr teuer, sehr anstrengend und das braucht Zeit”, so der Sicherheitsexperte. „Und Trump hätte nicht diesen einen Moment des Sieges, in dem er vor die Presse treten kann.”
Und auch Elmar Theveßen, der Korrespondent des „ZDF”-Studios in Washington, schaut etwas sorgenvoll auf die Fußball-Weltmeisterschaft in wenigen Wochen in Mexiko. Zwar habe die dortige Regierung noch vier Monate Zeit, die Sicherheit zu garantieren, „aber das dürfte problematisch werden”.
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Renten-Talk bei „Markus Lanz”: Wann ist Schluss mit der Rente mit 63?
Nicht weniger problematisch ist die anschließende Diskussion um die Rente mit 63. Rund zwanzig Minuten der gesamten Sendezeit verwendet Moderator Markus Lanz mit der Suche nach der Antwort auf eine Frage: „Wann sagen die Politiker im Land den Menschen, dass Schluss ist mit der Rente mit 63?”
Eine klare Antwort darauf liefert der einzige Politiker in der Runde, der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), an diesem Abend nicht. Immer wieder weicht er aus, spricht von einem „Gesamtpaket, bei dem sowohl SPD als auch Union Schmerzen haben”. Irgendwann ist Lanz das zu bunt und er ruft kurzerhand das Wort „Gesamtpaket” zum „Wort des Abends” aus.
Ein wenig bekommt er dann doch noch etwas aus Lies heraus. Bis Mitte des Jahres werde sich das Paket kanalisieren, so der SPD-Politiker. „Wir müssen aufpassen, dass das Nicht-Entscheiden nicht noch größere Auswirkungen hat als das Entscheiden“, sagt er im Hinblick auf die anstehenden Wahlen in diesem und im kommenden Jahr. Die Journalistin Julia Löhr stellen diese Aussagen jedoch nicht zufrieden. „Auch ich bin der Meinung, dass es ein Gesamtpaket geben muss, ich bin nur skeptisch, weil ich nicht sehe, dass es kommt”, sagt sie und fasst damit das Gefühl, das am Ende des Abends auch bei den meisten Zuschauerinnen und Zuschauern hängen geblieben sein dürfte, gut zusammen.




