Erfurt. Die Stimmung unter Hotels, Pensionen und Restaurants in Thüringen hat sich nicht wesentlich verbessert.

In einer Umfrage des Deutschen Hotel -und Gaststättenverbandes (Dehoga) Thüringen bewerten etwas mehr als ein Viertel (26,7 Prozent) der befragten Unternehmer die Sommersaison besser als im Vorjahr. Im Gegensatz dazu berichten 4 von 10 Betrieben von einer schlechteren Saison. Die aktuelle Geschäftserwartung sehen lediglich 7,3 Prozent im Vergleich als „besser“, 46,3 Prozent bewerten sie „gleichbleibend“ und „schlechter“. Jeder vierte Betriebsinhaber (26,8 Prozent) befürchtet 2023 in die Verlustzone zu geraten. Dies ist deshalb besonders problematisch, weil im Thüringer Gastgewerbe weitestgehend Familienunternehmen bestehen.

Düsterer Ausblick wegen höherer Mehrwertsteuer

Wenn die Mehrwertsteuererhöhung auf Speisen ab 2024 kommt, würden damit die Preise um 19,36 Prozent (Mittelwert der Befragung) steigen. Gleichzeitig gaben 57 Prozent der befragten Unternehmer an, dass sie die Preiserhöhungen am Markt nicht durchsetzen könnten. „Von einem drohenden Preisschock“ spricht Mark A. Kühnelt, Präsident des Dehoga Thüringen. „Die drohende Steuererhöhung von 7 auf 19 Prozent für Speisen in der Gastronomie sorgt für massive Verunsicherung und wachsende Existenzängste in unserer Branche. Es ist nicht verständlich warum Lebensmittel im Supermarkt ermäßigt besteuert werden und wenn diese im Restaurant als zubereitetes Essen auf den Tisch kommen, dann ab Januar wieder mit 19 Prozent besteuert werden sollen.“

Die höhere Steuer, so die Schätzung, könnte 20 Prozent der Restaurants und Kneipen – vor allem auf dem Land – in die Pleite führen.

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