Streit auf Schulweg artet in Schlägerei aus und endet mit Schnittwunden

Arnstadt  Arnstadt (Ilm-Kreis). Ermittlungen gegen drei Albaner, deren Asylantrag abgelehnt wurde. Syrischer Schüler mit Messer verletzt. Erhöhte Polizeipräsenz angekündigt.

Die Polizei suchte das Umfeld der Asylunterkunft auf dem Rabenhold ab.Foto: Hans-Peter Stadermann

Die Polizei suchte das Umfeld der Asylunterkunft auf dem Rabenhold ab.Foto: Hans-Peter Stadermann

Foto: zgt

Eine Auseinandersetzung in Höhe des Parkhauses Rabenhold, die verbal begann und mit Schlägen fortgeführt wurde, endete gestern mit einem verletzten 15-jährigen syrischen Schüler. Der Jugendliche war von einem albanischen Asylbewerber, der in der Gemeinschaftsunterkunft in der Prof.-Frosch-Straße untergebracht ist, mit einem Messer verletzt worden. Die Ermittlungen von Kripo Gotha und Staatsanwaltschaft zogen sich gestern bis in den Abend und werden heute fortgesetzt. Der Tathergang war gestern lange unklar. Auch der Auslöser für die Auseinandersetzung, konnte wegen der sich hinziehenden Ermittlungen von der Polizei lange nicht genau benannt werden. Erst am Nachmittag erhellte eine Mitteilung des Thüringer Innenministeriums die Szenerie.

Streitschlichter kommt zwischen die Fronten

Fest stand, dass gegen 7.30 Uhr eine Gruppe von Schülern auf dem Weg zum Unterricht in die Bechstein-Regelschule war. Insgesamt sollen es sieben Schüler aus den Klassenstufen acht bis zehn gewesen sein. Auf Höhe eines Spielplatzes in der Anton-Paul-Weber-Straße soll es dann zu Belästigungen zweier Mädchen gekommen sein. Verantwortlich hierfür eine Gruppe von drei alkoholisierten albanischen Männern im Alter von 21, 24 und 26 Jahren. Es handle sich, so das Innenministerium, um ehemalige Asylbewerber, deren Verfahren bereits abgeschlossen sei und die daher ausreisepflichtig seien.

Der Streit eskalierte, als Mitschüler den Mädchen Beistand leisteten. Zuerst habe ein Wort das andere gegeben, bevor man gewalttätig wurde und sich eine handfeste Schlägerei entwickelte. Ein syrischer Schüler der 7. Klasse, so hieß es später, habe schlichten wollen. Dabei muss er zwischen die Fronten der Streitenden geraten sein. Im Handgemenge soll einer der Albaner den jungen Syrer dann mit einem Messer verletzt haben. „Der Schüler erlitt leichte, oberflächliche Schnittverletzungen“, sagte Hannes Grünseisen, Sprecher der Erfurter Staatsanwaltschaft. Die Schnitte wurden in der Ilm-Kreis-Klinik ärztlich versorgt.

Das albanische Trio wurde von der zu Hilfe gerufenen Polizei widerstandslos festgenommen. Der Vorwurf gegen die Männer: gefährliche Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft hat bis Samstag 23.59 Uhr Zeit, zu klären, ob diese Tatumstände für einen Haftbefehlsantrag ausreichen.

Die drei Tatverdächtigen wurden zur Vernehmung auf die Arnstädter Polizeistation gebracht. Diese zog sich zeitlich in die Länge, da erst drei albanische Dolmetscher herbeigeholt werden mussten. „Wir werden die ganze Wahrheit wohl nicht herausbekommen, weil es keine unabhängigen Zeugen gibt und jeder Beteiligte seine Version erzählt“, vermutete ein Kriminalbeamter, der den Fall untersucht.

Die Befragung der Schüler, die in der Gruppe in die Auseinandersetzung verwickelt waren, erfolgte den ganzen Vormittag über in der nahegelegenen Bechstein-Schule im Beisein ihrer Eltern. Im Schulgebäude war der Leiter des Schulverwaltungsamtes, Alexander Müller, zugegen, um sich den Fragen besorgter Eltern zu stellen. In einem Fall, so Müller, habe eine Mutter ihr Kind abgeholt. Dieser Vorfall werfe einen Schatten, weil sich das Zusammenleben der deutschen Schüler und der Schüler von Asylbewerbern in der Bechsteinschule auf einen guten Stand entwickelt und diese auch sehr an Akzeptanz gewonnen habe, so Müller. Letztlich habe die Auseinandersetzung mit der Schule direkt aber nichts zu tun.

Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) versprach in einer Erklärung, den Sachverhalt für die gewalttätige Auseinandersetzung umfassend aufklären und schnell abschließen zu lassen. Zudem, so Poppenhäger, werde die Polizei in Arnstadt am Wochenende, an dem auch das Stadtfest stattfindet, verstärkt Präsenz zeigen und zusätzliche Kräfte vorhalten.

Sollte sich der Tatverdacht bestätigen, werde er sich für eine konsequente strafrechtliche Verfolgung und eine zügige Abschiebung der Männer einsetzen, so Thüringens Innenminister .

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.