Durchbruch im Kampf gegen Krebs: Neue Therapie für Patient in Jena

Jena  Das Universitätsklinikum Jena hat erstmals in Thüringen einen Patienten aus Gera mit einer neuen Therapie behandelt. Diese hat vor allem zwei Vorteile.

„Ein kleiner Beutel, der im Raumschiff kam“, beschreibt Stephan Bartel (Mitte) den Tag der Transfusion der CAR-T-Zellen.

„Ein kleiner Beutel, der im Raumschiff kam“, beschreibt Stephan Bartel (Mitte) den Tag der Transfusion der CAR-T-Zellen.

Foto: UKJ/Michael Szabó / Universitätsklinikum Jena

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Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) hat erstmals in Thüringen einen Patienten mit einer neuen Immuntherapie behandelt. Der 34-Jährige aus Gera leidet an einer besonders aggressiven Form von Lymphdrüsenkrebs, wie das Klinikum mitteilte.

Das Krankenhaus ist damit nach Angaben von Andreas Hochhaus, Vorstand der Thüringischen Krebsgesellschaft, das erste im Freistaat, das die sogenannte CAR-T-Zell-Therapie anbietet. Dabei werden dem Patienten Zellen entnommen - eine bestimmte Gruppe weißer Blutkörperchen. Sie werden im Labor gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen erkennen und zerstören - und dem Patienten per Transfusion zurückgegeben.

Therapie bedeutet deutlich höhere Chance auf Heilung

"Die CAR-T-Zell-Therapie hat vor allem zwei Vorteile: Zum einen greift sie sehr zielgerichtet die bösartigen Zellen an", erläuterte der Oberarzt der Jenaer Klinik für Innere Medizin II, Ulf Schnetzke. "Zum anderen sollen die veränderten T-Zellen dauerhaft im Körper bleiben. Das heißt, sollten wieder Krebszellen auftauchen, bekämpfen die T-Zellen auch diese."

Vor allem bedeute die neue Therapie aber eine deutlich höhere Chance auf Heilung. Diese Form der Gentherapie ist erst seit vorigem Jahr überhaupt in Deutschland zugelassen. Den Angaben zufolge kommt sie nur bei einer Form von Blutkrebs und dem aggressiven Lymphdrüsenkrebs zum Einsatz.

Seit zwei Jahren kämpft Stephan Bertel gegen den Krebs. Bislang hat er die neue Therapie sehr gut vertragen. "Ich ruhe mich jetzt einfach zwei Wochen lang aus und hoffe, es wird alles gut gehen", so Bertel. Nach seiner Entlassung muss er regelmäßig zur Nachsorge ans UKJ kommen.

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