Erfolgreiche Versteigerung zugunsten der Wasserburg Niederroßla

Apolda. 4248 Euro: Der Burg- und Heimatverein ließ "unbezahlbare Gelegenheiten" zugunsten der historischen Anlage versteigern.

Einen originellen wie geselligen Abend erlebten die Gäste bei der Benefizveranstaltung des Burg- und Heimatvereins Niederroßla im Hotel am Schloss. Foto: Dirk Lorenz-Bauer

Einen originellen wie geselligen Abend erlebten die Gäste bei der Benefizveranstaltung des Burg- und Heimatvereins Niederroßla im Hotel am Schloss. Foto: Dirk Lorenz-Bauer

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Die Verantwortlichen beim Burg- und Heimatverein Niederroßla unter Führung von Ernst Preller verstehen es, auf originelle Art und Weise für die Sanierung und damit den Erhalt der Wasserburg im Ort Einnahmen zu generieren. Sehr erfolgreich geschehen ist das durchaus nicht zum ersten Mal am Samstagabend bei der stilvollen Benefizveranstaltung im Hotel am Schloss in Apolda.

Versteigerung mit Matthias Haase lief flott

Dort hatten sich nämlich schätzungsweise 150 Gäste im Saal "Decke Pitter" eingefunden, wo es zur Versteigerung "unbezahlbarer Gelegenheiten" kam. Um die Versteigerung - sowohl herkömmlich als auch amerikanisch in zwei Euro Schritten - professionell durchführen zu können, hatte sich der Verein der Unterstützung durch Moderator Matthias Haase versichert, der recht flott durch den Abend führte. Die Bilanz des Abends konnte sich denn auch sehen lassen. So wurden insgesamt 4248 Euro für den guten Zweck verbucht.

Der Erlös des Abends ist für neue Bestuhlung

Der Erlös soll, so Ernst Preller in seiner einführenden Rede, für die Beschaffung einer neuen Bestuhlung im Rittersaal verwendet werden. Er verwies darauf, dass in den vergangenen Jahren schon viel an der Burg gemacht werden konnte. So seien in den Jahren 1994 bis 2012 insgesamt 54 Fenster erneuert worden.

Jetzt würden also nur noch sechs neue Fenster in der Turnhalle fehlen. Ernst Preller dankte allen Sponsoren - vor allem der Sparkasse - sowie Unterstützern aus dem Verein und darüber hinaus. Insbesondere ging ein Dankeschön an alle, die für diesen Abend diverse "Gelegenheiten" zur Verfügung gestellt hatten.

Übergeordnetes Ziele allen Strebens seien der Ersatz für das Notdach und die weitere Stabilisierung des Ostflügels - möglichst noch in diesem Jahr, so Ernst Preller. Am 1. April 2008 war bekanntlich eine Giebelwand der historischen Anlage zusammengestürzt.

In ihrer kurzen Ansprache verwies Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) auf den hohen Wert des ehrenamtlichen Engagements der Bürger für den Denkmalschutz. Für sie sei Niederroßla, wenn auch in kleinerer Dimension, ähnlich wie das Frauenkirchenprojekt in Dresden. "Hut ab. Und Portemonnaie auf, kann ich da nur sagen", meinte die Ministerpräsidentin. - Und ging bei der Versteigerung durchaus mehrfach mit gutem Beispiel voran. Unter anderem ersteigerte sie fünf Taschen, die die Firma Resales zur Verfügung gestellt hatte. Ebenfalls fünf Taschen ergatterte Michael Hüttig aus Wersdorf für seine Frau.

Ein Vier-Gänge-Schlossmenü für zwei Personen in einem Bett im Hotel am Schloss sicherte sich Bärbel Grönegress, Geschäftsführerin der Thüringer Tourismus GmbH, für 120 Euro. Auf Kräuterwanderung samt Picknick unter Leitung von Margitta Braun ("Kulinarische Zeitreisen") aus Heichelheim geht demnächst der Direktor des Weimarer Hotels Elephant, Kay Oliver Heller, für 140 Euro.

Zusammen mit Meisterkoch Sten Fischer an die Töpfe darf Medienfachfrau Heike Neuhaus. Sie ersteigerte sich die Veranstaltung für zwei Personen im Restaurant "Alt Weimar".

Mit dem flotten Spruch "Am Ende geht dann jeder besenftigt nach Hause", stellt Wolfgang Reppen aus Jena seine Senfmanufaktur vor. Bei ihm kann man selbst Senf anrühren und verkosten. Tun wird das der Bundestagsabgeordnete Johannes Selle (CDU), der diese Gelegenheit für 110 Euro ersteigerte.

Politiker Johannes Selle rührt bald eigenen Senf an

Mit solchen tollen Angeboten ging es den ganzen Abend weiter. Jahreskarten fürs Kunsthaus, eine Lanz-Bulldog-Landpartie mit Familie Hüttig und eine Exklusivführung durchs Goethe-Schiller-Archiv unter Leitung von Evelyn Liebsch von der Klassik-Stiftung Weimar waren da genauso zu haben wie ein Blick hinter die Kulissen des Nationaltheaters Weimar oder Mähdrescherfahren für zwei Personen. Ersteigernswert waren auch ein Flug über Niederroßla, ein Tag bei der Firma Kahla-Porzellan sowie "Schlafen 120 Meter über Jena" im dortigen Scala-Hotel.

Der Applaus der Anwesenden war angesichts des Benefizerlöses jedenfalls gewiss. Auch sonst wurde angesichts des einen oder anderen recht locker sitzenden Portemonnaies mit Beifall nicht gegeizt. Der Abend jedenfalls wurde zu einem vollen Erfolg. - Und Christine Lieberknecht hat nun auch noch eine neue Kopfbedeckung; ein Originalkostüm vom Karneval aus Wasungen. Vereinsschatzmeisterin Helga Freiberg konnte es recht sein.

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