Erste Transgender-Weltmeisterin bei Fahrrad-WM löst Welle der Kritik im Netz aus

Los Angeles  Der Sieg von Rachel McKinnon bei der Bahnrad-WM der Seniorinnen am Sonntag in Los Angeles wurde im Netz heftig diskutiert. Die Athletin identifiziert sich als Frau, ist biologisch jedoch ein Mann.

Transgender-Sportlerin Rachel McKinnon auf dem Siegertreppchen.

Transgender-Sportlerin Rachel McKinnon auf dem Siegertreppchen.

Foto: Instagram/ rachelvmckinnon

Die Kanadierin Rachel McKinnon gewann am Sonntag den Titel bei der UCI Masters Bahnrad-WM der Frauen in Los Angeles in der Altersgruppe der 35- bis 39-Jährigen.

Ihr Sieg bei dem Wettbewerb, der unter der Schirmherrschaft der International Cycling Federation (ICF) stattfand, wurde schnell zum Politikum.

Die Transgender-Sportlerin identifiziert sich als Frau, wurde jedoch als Mann geboren und hat sich keiner geschlechtsangleichenden Operation unterzogen. Sie ist biologisch ein Mann. McKinnon ist damit die erste Transgender-Radsportweltmeisterin der Geschichte.

Unter einen Foto, das McKinnon zur Feier ihres Erfolgs bei Instagram und Twitter postete, gab es gemischte Reaktionen. Manche gratulierten der Sportlerin zu ihrem „fantastischen Sieg“, viele kritisierten jedoch ihren angeblich unfairen Vorteil in dem Wettbewerb.

Einige Kommentatoren schrieben, McKinnon hätte allein schon aufgrund ihrer Größe und Muskelmasse einen Vorteil gegenüber ihren Kontrahentinnen gehabt, und so anderen Sportlerinnen die Chance auf den Sieg genommen.

Rachel McKinnon, die neben ihrer Sportkarriere auch Doktorin für Geschlechterforschung an der Universität in Charleston ist, wehrt sich gegen die Anschuldigungen. Ihren Testosteronspiegel müsse sie als Voraussetzung für die Teilnahme an sportlichen Wettbewerben „gesundheitsschädlich niedrig“ halten, schreibt sie bei Twitter. Die Grenzwerte für Transfrauen seine dabei noch niedriger als für als Frauen geborene Sportlerinnen.

Ähnliche Bedingungen gelten auch für Transgender-Athletinnen bei Olympia

So muss die Athletin zum Beispiel erklärt haben, dass ihre Geschlechtsidentität weiblich ist. Diese Erklärung darf mindestens vier Jahre lang nicht geändert werden. Außerdem muss die Athletin nachweisen, dass ihr Testosteron-Level auf einem dauerhaft niedrigen Wert liegt, was weiterhin durch Tests überprüft wird.

Schon im Januar sprach sich McKinnon gegenüber der Zeitung USA Todaygegen diese Regelungen aus. Es sei nicht nachzuweisen, dass Testosteron den Trans-Sportlerinnen Vorteile verschaffe. Sie ging sogar noch weiter und verglich die Diskriminierung von Transgender-Athletinnen mit Rassismus im Sport. „Das ist größer als Sport, gier geht es um Menschenrechte,“ wir die Sportlerin zitiert.

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