Hobbyforscher bleibt dabei: Im Jonastal liegen Atombomben

Arnstadt (Ilm-Kreis). Peter Lohr aus Chemnitz hat mehrfach gemessen und kommt immer zu dem gleichen Befund: „Da ist was“.

Gleich mehrfach waren Peter Lohr (r.) und Martin Stade kürzlich im Jonastal. Foto: Michael Keller

Gleich mehrfach waren Peter Lohr (r.) und Martin Stade kürzlich im Jonastal. Foto: Michael Keller

Foto: zgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eigentlich hatte Peter Lohr aus Chemnitz gehofft, am Hamster im Jonastal jemanden anzutreffen, der das ernsthafte Bemühen zeigt, der Aufsehen erregenden These von fünf Atombomben in einem unterirdischen Hohlraum mit dem aus seiner Sicht gebotenen Ernst nachzugehen. Aber Fehlanzeige.

Lohr war eigens zwei Mal aus Chemnitz angereist, hatte sein ganzes Equipment mitgebracht und wollte vor Ort den Beweis antreten, dass an der Theorie etwas Greifbares dran sei. So stand der 70-Jährige mit seinem Magnetometer - noch aus NVA-Beständen - und einem mobilen Georadar etwas verloren im Wald. Mit Martin Stade aus Haarhausen und Olaf Haubold aus Arnstadt.

Lohr hatte das Bodenradargerät 2012 in Waltershausen gekauft. Der Verkäufer war mit ihm ins Jonastal gefahren, um bei einer Vorführmessung zu demonstrieren, dass das Gerät auch funktioniert. Es soll unterirdische Hohlräume sichtbar machen. "Und es hat funktioniert", sagt Lohr. Er sei auf diesen kathedralenartigen Hohlraum gestoßen. Und die Bombensilhouetten. Für Lohr ist das kein Spaß, Er ist von der Zuverlässigkeit seines Magnetometers überzeugt.

Der Hobbyforscher aktiviert sein Georadar, das auf einem kleinen Wagen bewegt wird. Er habe eine 3D-Software, Name Voxler 2, mit dem auch Humanmediziner arbeiten würden. Darauf würden die mit dem Georadar aufgespürten Hohlräume sichtbar gemacht.

Er zeigt das Ergebnis: In den Regenbogenfarben zeichnet sich tatsächlich eine Art unterirdischer Kathedrale ab, die für Außenstehende aber nicht zu deuten ist. Vor einer Woche, am 8. Juli, hat Lohr nochmals gemessen, bis zu dem Tag hatte die Messgenehmigung von Forstamtsleiter Chris Freise Gültigkeit. "Alles wieder bestätigt, was ohnehin bekannt war", sagt er. "Da ist was, ich bleibe dabei. Es wär mehr als sinnvoll, da nachzusehen", sagt der Chemnitzer. Warum sich die Behörden nicht bewegen, verstehe er nicht.

Olaf Haubold macht sich auch so seine Gedanken. "Ich bin Arnstädter und wenn ich am Morgen den Hahn aufdrehe, läuft da Wasser raus, das zu 20 Prozent aus der Gegend am Hamster kommt. Denn das ist das Einzugsgebiet für den Zulauf für die Wasserversorgung im Schönbrunn. Da interessiert mich schon, was hier los ist", sagt der 65-Jährige.

Der 85-jährige Martin Stade war 14, als der Krieg zu Ende war. Seine Mutter hat für die Wehrmacht gekocht. "Ich habe vieles gesehen, was die Soldaten hier gemacht haben", murmelt er. Anfänge von Stollen hätten sie gegraben. Er sei es letztlich gewesen, der Peter Lohr 2012 die Stellen gezeigt habe, wo er messen soll. "Ich wusste doch, dass da was ist", sagt er. Und da sei eben wirklich was, wie man an Hand von Lohrs Messergebnissen sehen könne.

Erinnerung an eine "Spezialwaffe"

Stade kramt in seinen Erinnerungen und kommt auf eine Begebenheit, von der er in einem Buch gelesen hat und die sich im März 1945 zugetragen haben soll. Karl Friedrich Otto Wolff, General der Waffen-SS und Hitler-Vertrauter, habe seinerzeit eine Unterredung mit dem später als Kriegsverbrecher verurteilten Generalfeldmarschall Albert Kesselring gehabt. Man habe sich über eine "Spezialwaffe" unterhalten.

Indiz für Stade, dass es sich um Atombomben gehandelt haben muss. Deren Spur nach Thüringen geführt haben soll. Beide, Wolff und Kesselring, seien am 24. März 1945 nach Thüringen gereist, bei Jena verunglückt und mit einem anderen Fahrzeug nach Arnstadt weitergefahren. Dort hätten sie die ganze Nacht beisammen gesessen und über diese "Spezialwaffe" beraten. Stade ist sicher, dass diese hier gelagert wurde.

Was die These des Trios: Peter Lohr, Walter Bögenholt und Ralf Ehmann, das die Sache erst publik gemacht hatte, stützen würde. Das Dreigestirn ist inzwischen aber zerstritten. Ehmann, der sich mit dem Begriff Hobbyhistoriker nur unzureichend gewürdigt sieht und sich selber als "verantwortlicher Feuerwerker" und Kampfmittelbeseitiger bezeichnet, Lohr und Bögenholt reden nicht mehr miteinander.

Dessen ungeachtet hält Lohr sein Angebot aufrecht: "Ich würde meine Erkenntnisse kostenlos bereitstellen, um mit den zuständigen Stellen in der Stadt, im Ilm-Kreis und Land das Thema aufzuhellen." Nachweise, dass seine Messgeräte exakt funktionieren würden, könne er jederzeit liefern. Er habe mehrfach in Chemnitz oder Altenburg nachgewiesen, dass sie verlässliche Ergebnisse liefern würde. Man müsse nur wollen.

Mythos Jonastal: "Wir gehen davon aus, dass es fünf Atombomben sind"

Ämter gegen Hobbyhistoriker: "Keine Atombomben im Jonastal"

Bürgermeister und Landrätin weisen Vermutungen über Atombomben im Jonastal zurück

Keine Bomben im Jonastal

Mysterium Jonastal im Landtag - Thema: Angeblicher Fund einer Bombe

Und ewig grüßt das Jonastal: Die Geschichten dazu füllen Bücher

Nichts Neues von der Atombombe im Jonastal

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren