Niederroßla: Alter Lastenaufzug der Küche weicht neuem Umkleideraum in der Wasserburg

Niederroßla  Die Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße schafft für die Niederroßlaer Turnhalle einen neuen Zugang über die Wasserburg.

Historische Gemäuer mit Turnhalle – die Wasserburg in Niederroßla. Foto: Peter Hansen

Historische Gemäuer mit Turnhalle – die Wasserburg in Niederroßla. Foto: Peter Hansen

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Rund drei Jahre Vorarbeit sind von der Idee über die Planung bis hin zum Antrag auf finanzielle Unterstützung vergangen. Jetzt können der Umbau und die Modernisierung der Turnhalle in der Niederroßlaer Wasserburg beginnen.

Der Förderbescheid ist bei der Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße eingetroffen. Aus dem Dorferneuerungs-Programm erhält sie für ihr Vorhaben knapp 90 000 Euro. Insgesamt wird die Gemeinde etwa 140 000 Euro in die Turnhalle und deren Umfeld investieren. Die verbleibenden 50 000 Euro steuert sie aus eigener Kraft bei, sagte gestern der Bau- und Ordnungsamtsleiter der Landgemeinde, Ronny Funk.

Bereits Montag kommender Woche sollen die Umbauarbeiten beginnen. Zunächst erhält das Gebäude einen neuen Hauptverteiler für die Stromversorgung. Hierfür müssen mehrere Wände geschlitzt und Leitungen verlegt werden. Später bekommt die Turnhalle auch eine neue Beleuchtung. Momentan sind die Lampen noch an der Decke angebracht – zu hoch, um sie mit möglichst wenig Aufwand warten zu können. Deshalb sollen die Leuchten nun an den Wänden installiert werden, wo sie leichter erreichbar sind.

Kern des Bauvorhabens ist es allerdings, für den Turnhallenbetrieb eine Umkleidekabine zu schaffen. Die soll den Nutzern der Halle nicht nur etwas mehr Komfort beim Umziehen bieten, sondern vor allem auch den Fußboden schonen. Denn auch das Eichenparkett leidet unter der bisherigen Situation.

Momentan gelangen alle, die hier Sport treiben wollen, durch eine Außentür direkt in die Halle, laufen über einen Ausleger zu den Bänken, auf denen sie sich umkleiden, und treiben Sport. „Auf diese Weise wird viel Schmutz an den Schuhen in die Halle und aufs Parkett getragen“, weiß Funk.

In Zukunft soll die Turnhalle mit über den Haupteingang der Wasserburg erreichbar sein. Auch da sei man zwar nicht davor gefeit, dass mitunter Sportler mit schmutzigen Schuhen das Gebäude betreten. „Es macht allerdings einen Unterschied, ob sie damit über Steinboden oder über empfindliches Parkett laufen“, so der Amtsleiter.

Fußbodenheizung soll Schimmel vorbeugen

In die Halle jedenfalls werden sie nach dem Umbau nur noch in Turn- oder Hausschuhen gelangen. Denn auf halbem Wege dorthin soll im Parterre der Burg der neue Umkleideraum entstehen. Noch ist dafür zwar kein Platz dort – der wird sich aber bald ergeben: Der alte Lastenaufzug der Speiseküche soll entfernt werden. Damit entsteht im Erdgeschoss der Wasserburg die erhoffte freie Fläche. Um dem Schimmel in dem altehrwürdigen Gemäuer entgegenzuwirken und natürlich auch den Nutzern Wärme zu spenden, erhält der Umkleideraum eine Fußbodenheizung sowie eine Zwangsentlüftung.

Von hier aus gelangen die Sportler künftig übers Treppenhaus in die benachbarte Turnhalle, ohne noch einmal nach draußen zu müssen. Hierfür bedarf es in der Burg zwar eines Mauerdurchbruchs. Diese Verbindung existierte aber offenbar schon mal. Zumindest zeichnet sich an jener Stelle im Treppenhaus bereits eine Tür ab, die irgendwann zugemauert wurde.

Im Rahmen des Umbaus soll die Turnhalle zudem neue Außenfenster erhalten. Der Parkettboden wird abgeschliffen und neu versiegelt. Zum Abschluss stehen in der Halle und im Treppenhaus der Burg schließlich noch Malerarbeiten an.

Bereits Ende Mai, so das ehrgeizige Ziel der Landgemeinde, soll die Baumaßnahme komplett abgeschlossen sein. Diesen straffen Zeitplan hat die Fördermittel-Behörde vorgegeben. Ebenso lange wird die Niederroßlaer Turnhalle nicht genutzt werden können. Für gewöhnlich wird sie vom Kindergarten, vom HSV Apolda, der hier Vorschulsport anbietet, vom Sportverein Blau-Weiß, von der Burgsportgemeinschaft und von den Tanzgruppen des Niederroßlaer Carneval-Clubs beansprucht. Eine alternative Trainingshalle gibt es für sie im Dorf nicht.

„Die Sportgruppen sind aber schon seit Langem über den bevorstehenden Umbau informiert und konnten sich darauf einstellen“, betonte Funk.

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