Offene Arbeit im sanierten Haus und Wassertreten nach Kneipp

Weimar  „Kinderland Bummi“ in Weimar-Nord feierte 25-jähriges Jubiläum als erste Stadt-Kita in freier Trägerschaft

Mit einem kleinen Programm über das Leben von Pfarrer Sebastian Kneipp und seine Lehren unterhielten die Vorschulkinder der ältesten „Bummi“-Gruppe gestern Nachmittag die Gäste der Jubiläumsfeier. Foto: Michael Grübner

Mit einem kleinen Programm über das Leben von Pfarrer Sebastian Kneipp und seine Lehren unterhielten die Vorschulkinder der ältesten „Bummi“-Gruppe gestern Nachmittag die Gäste der Jubiläumsfeier. Foto: Michael Grübner

Foto: zgt

Es war ein Schritt ins Ungewisse, „sicher auch mit einer Portion Blauäugigkeit“, wie Jörg Fuhrmann im Rückblick einräumt. Am 1. November 1990 startete das „Kinderland Bummi“ als erster Weimarer Kindergarten seinen Betrieb in freier Trägerschaft. Eigens dafür hatte sich damals aus einer Eltern- und Erzieherinnen-Initiative heraus der Trägerverein „Kinderland Bummi e. V.“ gegründet – Jörg Fuhrmann ist aktuell dessen stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Zum 25-jährigen Jubiläum hatte der Verein gestern Wegbegleiter und Unterstützer zu einer Feierstunde geladen, verbunden mit einem Rundgang durch das Haus, dessen Sanierung im vorigen Jahr abgeschlossen wurde.

Wolfgang Hölzer, der Chef des Vereinsvorstandes, und Kindergarten-Leiterin Maren Rösler vergaßen nicht, den beiden „guten Geistern“ des Hauses zu danken: Gabriele Prinsa und Sylvia Schlegel gehören seit dem ersten Tag 1990 zum Erzieherinnen-Team, das aktuell 15 Köpfe umfasst. Hinzu kommt das Küchenteam mit drei Voll- und einer Teilzeit-Stelle – bei „Bummi“ wird noch jeden Tag selbst gekocht. „Neben dem Waldorf-Kindergarten dürften wir damit die einzigen sein“, so Jörg Fuhrmann, der in seinem Ehrenamt dafür verantwortlich ist, dass das wirtschaftlich mit einer „schwarzen Null“ funktioniert. Es gelingt, weil es mit den Kitas „An der Windmühle“ Weimar und Mechelroda sowie der Park-Grundschule drei Abnehmer gibt, in die das Essen aus der Bonhoefferstraße geliefert wird.

Die 105 Plätze bei „Bummi“ sind komplett belegt, auch für 2016 kann Maren Rösler dank vieler nachkommender Geschwisterkinder schon „ausgebucht“ vermelden. Die Nachfrage übersteigt die Kapazität deutlich. Das war nicht immer so: Aus Zeiten, als es noch mehr Plätze als Kinder gab, stammt Maren Röslers Idee für ein Alleinstellungsmerkmal. Als erste und bislang einzige Weimarer Kita arbeitet „Bummi“ nach den Gesundheits-Prinzipien von Sebastian Kneipp, verfügt über Kneipp-Becken und eine Sauna, lässt die Kinder so oft wie möglich an die frische Luft und achtet auf gesunde Ernährung. Seit zehn Jahren trägt sie das offizielle Kneipp-Zertifikat.

Während des Rundganges durch das Haus erläuterte Maren Rösler, wie bei „Bummi“ das auch in anderen Weimarer Kitas inzwischen angewandte Prinzip der „offenen Arbeit“ funktioniert: Alle Kinder über dem Krippen-Alter haben im Prinzip die Wahl, in welchem der fünf Funktionsräume sie sich ab 9 Uhr morgens betätigen – Bewegungsraum, Kreativraum, Bauen & Konstruieren, Musik & Theater oder Rollenspiel. Erst danach finden sie sich in den vier Stammgruppen zusammen und beschäftigen sich mit speziellen Aufgaben, bevor es zum freien Spielen in den Garten hinaus geht. Mit 5000 Quadratmetern ist das Platzangebot weit über der Norm, die mindestens zehn Quadratmeter pro Kind vorschreibt. Bei „Bummi“ tummeln sich inzwischen auch kleine Syrer sowie verhaltensauffällige Kinder, die besonders viel Betreuung brauchen.

Um die Sanierung des Hauses, die von 2011 bis 2014 dauerte, hatte der Verein beim Eigentümer der Immobilie, der Stadt Weimar, lange und hartnäckig gekämpft. Die Erzieherinnen und Wirtschaftsleiterin Olivia Fuhrmann sorgten dafür, dass der Betrieb in dieser Zeit ohne große Einschränkungen für die Kinder weiterlief.

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