„Prinzessin Ricarda I. und Prinz Samu I. haben all das sehr gut gemacht“

Interview Thomas Kemmerich über das Erfurter Landesprinzenpaar, Kritik am Umzug und seine Ideen für die kommende Saison

Gestern Abend löste Ministerpräsident Bodo Ramelow sein Versprechen ein und fuhr mit Prinz Samu zum Mc Drive. Er lud ihn ein, die beiden gönnten sich jeder ein Big-Rösti-Menü – "aus Affinität zum Süden", verriet der Prinz. Foto: Staatskanzlei

Foto: zgt

Ihre erste Session als GEC-Präsident geht zu Ende. Sind Sie zufrieden?

Ja, sehr. Wir haben fast durchweg positive Rückmeldungen von den Vereinen bekommen, die Säle waren voll, beim Umzug hatten wir mit 80 000 Besuchern einen sehr großen Zuspruch.

Nach dem Umzug gab es Beschwerden, dass es kein Durchkommen in der Innenstadt gegeben hätte, weil die Strecke so abgesperrt worden war.

Das kann ich nicht verstehen. Wir hatten, das war auch so festgelegt im Sicherheitskonzept, fast 50 Schleusen auf der Strecke. Die waren Pflicht – schon allein für Rettungsfahrzeuge. So musste etwa am Krämpferufer ein Rettungswagen die Strecke passieren, da gab es keine Probleme. Die Schleusen haben Nummern, damit über Funk beispielsweise schnell kommuniziert werden kann, wo es Probleme gibt.

Kommen wir zu den Wagen, die am Umzug teilgenommen hatten. Die Vereine mussten vorab unterzeichnen, dass sie keine Werbung tragen. Doch betrachten wir etwa den Wagen der GEC, da war mehr als deutlich der Name der Spedition erkennbar.

Wenn der Sponsor auf dem Wagen steht, ist das kein Problem. Aber wir wollten vorbeugen, dass nicht die gesamte Dekoration aus Werbung besteht. Wir möchten mehr Motivwagen und wir möchten nicht, dass das Motiv die Werbung ist. Das Hauptelement am Wagen sollte nicht die Werbung sein.

Was bedeutet das für den nächsten Umzug?

Wir werden uns noch einmal die Gestaltungsordnungen aus Köln und Düsseldorf anschauen. Fest steht, dass wir gerne mehr Motivwagen im Umzug hätten. Vielleicht werden wir einen kleinen Wettbewerb ausrufen. Es könnten sich kleinere Handwerksbetriebe beteiligen und die Wagen mitgestalten.

Da spricht der Unternehmer aus Ihnen?

Nun ja, warum sollten sich nicht die Wirtschaft und der Karneval noch mehr vereinen. Im Grunde ist es für beide eine Win-Win-Situation. Beim nächsten Umzug wollen wir an der gesamten Strecke auch noch mehr ran an die Gastronomen, sie sollen vom Umzug profitieren können.

Stichwort Johannesstraße, sie war die neue Strecke anstelle des Juri-Gagarin-Rings, die Wahrnehmungen darüber gehen sehr auseinander.

Es ist tatsächlich so, dass hier die Verteilung sehr unterschiedlich war. Die ersten 200 Meter bis zum Johannesturm waren gut gefüllt. Dort war der Aufenthaltsbereich groß genug. Doch dann kam der Abschnitt, wo der Weg schmaler ist, wo keine Sonne hinkam, es viel Schatten und Wind gab. Ab dem Radisson Blu war es wieder voller. Ich denke, das muss sich einspielen. Viele haben beim Umzug ihren Stammplatz und mussten nun umdenken. Wir als Veranstalter sind zufrieden, das Experiment ist gelungen.

Auch das Experiment Kaution? Jeder teilnehmende Verein musste 150 Euro vorab überweisen.

Aus jetziger Sicht gibt es kaum Beanstandungen. Wir hatten direkt danach eine erste Auswertung, meiner Information nach hielten sich fast alle Teilnehmer an die Umzugsregeln. Ehrlich gesagt haben wir auch nicht damit gerechnet, dass das Geld bei der GEC bleibt, wir haben uns keinen Verwendungszweck überlegt, weil wir davon ausgingen, dass die Vereine die Regeln beachten.

Ein Wort zu den Lkw, die platziert waren?

Wir haben kaum Reaktionen wahrgenommen. Die Lkw waren eben da, die Leute haben sich sicher gefühlt.

Blicken wir auf den nächsten Umzug, die nächste Saison – was soll anders werden?

Wir möchten die Besucher länger an der Strecke und auf dem Domplatz halten. Es wäre denkbar, dass von einem Wagen aus noch Programm gemacht wird auf dem Domplatz, etwa für die Leute, die nicht ins Festzelt möchten oder aus Platzgründen draußen bleiben müssen.

Was die Arbeit in der GEC betrifft, so möchten wir die Kooperationen mit Vereinen innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft vertiefen.

Gestern Abend wurde das Prinzenpaar entthronisiert, ein bewegender Moment . . .

Prinzessin Ricarda I. und Prinz Samu I. haben all das sehr gut gemacht. Und sicherlich auch die Messlatte recht hoch gelegt. Jedes Paar hat seinen eigenen Charakter, ich denke, auch das kommende Paar, das logischerweise noch nicht feststeht, wird es meistern.

Fotos der Session unter www.karneval.thueringer-allgemeine.de

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