Schüler sind auf den Spuren der DDR-Geschichte unterwegs

Erfurt  Der 12. Jahrgang der Staatliche Integrierte Gesamtschule besucht Gebäude, die vor der Wende eine andere Bedeutung hatten

Sie Schüler des 12. Jahrgangs der Staatliche Integrierten Gesamtschule Erfurt besuchten die Neue Synagoge. Rabbiner Benjamin Kochan erklärt ihnen, wie das jüdische Leben in Erfurt während der DDR aussah.

Sie Schüler des 12. Jahrgangs der Staatliche Integrierten Gesamtschule Erfurt besuchten die Neue Synagoge. Rabbiner Benjamin Kochan erklärt ihnen, wie das jüdische Leben in Erfurt während der DDR aussah.

Foto: Steffen Högemann

Wenn die Jugend durch Erfurts Straßen bummelt, dann kann sie leicht an einem Gebäude vorbeischlendern, was zur DDR-Zeit eine wesentliche Bedeutung hatte, allerdings heute diesen Anschein nicht mehr erweckt. Das wollte Madeleine Petschke von der Deutschen Gesellschaft ändern. Zusammen mit dem 12. Jahrgang der Staatliche Integrierten Gesamtschule nutzte sie den gestrigen Tag um auf Spurensuche zu gehen.

In der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, der Alten Parteischule und in der Neuen Synagoge lauschten die Schüler gespannt den Geschichten der Zeitzeugen und Experten. „Zunächst haben wir über die ­wichtigsten Gebäude der DDR in Erfurt gesprochen und dann analysiert, welche abgerissen wurden und welche noch stehen“, sagte Petschke, die von dem Engagement der Erfurter Schüler angetan war. „Auch in anderen Städten haben wir engagierte Schüler, aber das Interesse und die Vorarbeit der Erfurter war schon besonders.“

In der einzigen in der DDR errichteten Synagoge diskutierte der Spanisch-Kurs mit dem Rabbiner Benjamin Kochan über das jüdische Leben in Deutschland und speziell in Erfurt. Auch der Brandanschlag auf die Neue Synagoge im April 2000 wurde besprochen. Die Fragen für den Rabbiner hatte sich der Kurs schon in den vergangenen Unterrichtsstunden erarbeitet. Auch ihre eigenen Familiengeschichten brachten die Schüler in Diskussion ein, die dadurch sehr lebhaft und lebensnah wirkte. Geschichtslehrerin Anette Rudeck hatte sich auf den Aufruf der Deutschen Gesellschaft gemeldet und den Projekttag für die Schüler initiiert. Und nur weil der Tag vorbei ist, will Rudeck das Gelernte nicht einfach abspeichern. Die Erlebnisse der Schüler werden in den kommenden Unterrichtsstunden nachbereitet und weiter diskutiert.

Mit dem Projekt „Schüler auf Spurensuche – DDR vor Ort“, unterstützt durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, war Petschke neben Nordhausen und Gera auch schon in Dresden, Rostock, Magdeburg und Chemnitz.

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