• In Nordthüringen drohen falsche Jugendamtsmitarbeiter mit Obhutnahme.
  • Das Jugendamt Eichsfeld schickt eine Warnung an die Kindergärten.
  • Die Polizei gibt eine Täterbeschreibung heraus und sucht Zeugen.

Die Meldung sorgte im Eichsfeld am Dienstagabend für reichlich Wirbel in den sozialen Medien. Das Jugendamt des Landkreises Eichsfeld hatte sich in einer E-Mail an die Kindergarten-Leitungen der Region gewandt. Darin bezieht man sich auf Informationen des Jugendamtes Nordhausen, wonach angebliche Mitarbeiter des Jugendamtes in den Kindergärten unterwegs seien und versuchten, Kinder in Obhut zu nehmen. In der E-Mail werden die Mitarbeiter der Kindergärten zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen angehalten.

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Inzwischen gibt es detailliertere Informationen. Das Schreiben bezieht sich auf einen Vorfall in Großfurra im Kyffhäuserkreis und nicht, wie in der E-Mail angegeben, im Landkreis Nordhausen. Nach Informationen der Landespolizeiinspektion Nordhausen hatten dort am Dienstag ein Mann und eine Frau sich als Mitarbeiter des Jugendamts ausgegeben und versucht, sich Zutritt zu einer Wohnung zu verschaffen. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen und Erfahrungen mit ähnlichen Fällen davon aus, dass es sich um Kriminelle handelt und sie in der Wohnung nach Wertgegenständen Ausschau halten wollten.

Nach Informationen des Landratsamtes des Kyffhäuserkreises drohten die falschen Jugendamtsmitarbeiter gegenüber der Bewohnerin damit, die Polizei zu informieren und das Kind in Obhut zu nehmen, falls sie keinen Zutritt zur Wohnung bekämen. Da sie sich jedoch nicht ausweisen konnten, verständigte die Wohnungsinhaberin ihrerseits das Jugendamt und die Polizei. Das Täterpaar suchte daraufhin das Weite. Das Jugendamt des Kyffhäuserkreises bestätigte der Frau, dass kein Mitarbeiter des Amtes bei der Familie zugegen war.

Falsche Jugendamts-Mitarbeiter: Polizei sucht Zeugen

Die Landespolizeiinspektion hat mittlerweile bekannt gegeben, dass die vermeintlichen Jugendamtsmitarbeiter nicht in Kindergärten aufgetaucht seien. Die Kriminalpolizei hat inzwischen die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Die beiden Täter werden wie folgt beschrieben: Der Mann ist etwa 40 bis 45 Jahre alt, zwischen 1,75 bis 1,80 groß, hat eine normale Gestalt und sehr kurze dunkle Haare. Bekleidet war er mit einer dunkelblauen Stoffhose und hellbraunen spitzen Lederschuhen.

Die Frau wird auf 35 bis 40 Jahre geschätzt, ist etwa 1,60 bis 1,65 groß und von schlanker Gestalt. Sie trägt schulterlanges blondes Haar mit Locken an der Seite. Sie war mit einer weißen Bluse und einem dunklen Blazer bekleidet. Zudem führte sie eine schwarze Schreibmappe mit sich. Hinweise zu den beiden Personen nimmt die Polizei in Sondershausen unter der Telefonnummer 0361/574365100 entgegen.

Das Landratsamt Eichsfeld appelliert, die Meldung ernst zu nehmen und bei Verdacht umgehend das Jugendamt oder die Polizei zu kontaktieren. „Der Landkreis Eichsfeld weist darauf hin, dass alle Außendienstmitarbeiter auf Verlangen einen Dienstausweis vorzulegen haben. Lassen Sie sich im Zweifel dazu auch den Personalausweis vorzeigen. Lassen Sie keine fremden Personen in ihre Wohnung. Sprechen Sie mit ihren Kindern über mögliches Verhalten, wenn sie von fremden Personen angesprochen werden“, heißt es in einem Schreiben des Landratsamts.

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red/dw