Mit einem festlichen Gottesdienst in der Martinskirche feiern die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel am Samstag, 14. September, ihre diesjährigen Ordensjubilarinnen. Seit über 160 Jahren prägen die Schwestern das Stadtbild von Heiligenstadt und das Leben im Eichsfeld. Seit 1862 setzen sie sich gemäß ihrem Leitspruch „Die Jugend bilden, die Armen unterstützen und nach Kräften Not lindern“ für die Menschen in der Region ein.

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Möglich wird dies durch das selbstlose Engagement von Frauen, die sich meist in jungen Jahren dazu entschließen, Gott und den Menschen zu dienen und ihr Leben diesem Auftrag widmen. Die Prozesse und Lebenswege, die eine junge Frau dazu führen, sich für ein Leben in der Gemeinschaft zu entscheiden, sind oft sehr unterschiedlich und stark von der jeweiligen Zeit geprägt, in der sie in die Ordensgemeinschaft eingetreten sind. Auch innerhalb der Gemeinschaft unterscheiden sich die Wege, da die Schwestern in einer Vielzahl von Aufgabenbereichen tätig sind und jede Schwester die Möglichkeit hat, ihre Interessen und Fähigkeiten einzubringen.

Engagement der Schwestern wirkt bis heute

Schwester Pia Elisabeth Hellrung (88) ist bereits 1954 in die Ordensgemeinschaft eingetreten und feiert ihr 70. Ordensjubiläum. Schon als Kind und Jugendliche hatte sie erste Kontakte zu den Schwestern ihres Heimatortes. Ihre Mutter war oft krank, aber die ambulanten Dienste der Schwestern haben sich wunderbar um sie gekümmert. Mit Freundinnen hat sie gern kleine Theaterstücke und Tänze einstudiert, die dann bei passenden Gelegenheiten aufgeführt wurden.

Das hat viel Spaß gemacht und eine innere Verbindung zu den Schwestern geschaffen. Nach ihrem Eintritt in die Gemeinschaft studierte sie in Berlin Sozialpädagogik, später leitete sie zwei Kindergärten und war am Aufbau des Jugend- und Erwachsenenbildungshauses Marcel Callo beteiligt. In der DDR-Zeit hat sie im Bergkloster Erzieherinnen für den kirchlichen Dienst ausgebildet.

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Daraus entwickelte sich die Katholische Berufsbildende Schule St. Elisabeth, die in der Wendezeit staatlich anerkannt wurde. Nach Rück-Erwerb des früheren Schulgebäudes hat sie maßgeblich an Gründung und Aufbau des Gymnasiums St. Elisabeth in Heiligenstadt mitgewirkt. Später wurde sie in die Zentrale der Ordensgemeinschaft gewählt und leitete die Europäische Provinz. Sie lebt jetzt im Mutterhaus in Heiligenstadt.

Schwester Margret Freund, ebenfalls 88 Jahre alt, feiert ihr 65. Ordensjubiläum. Sie trat 1958 in die Gemeinschaft ein, in einer Zeit voller Aufbruchsstimmung: „Damals war eine aufregende Zeit – man hörte Schlager, ging tanzen oder besuchte das Kino, das in den Gemeindesälen der Ortschaften stattfand. Doch trotz dieser Ablenkungen entschied ich mich mit 21 Jahren für das Leben in der Ordensgemeinschaft“, blickt sie auf ihre Jugend zurück. „Auch in meinem Ort gab es einen Kindergarten der Schwestern, und durch die Jugendarbeit der Schwestern hatte ich viel Kontakt zu ihnen. Nach dem Eintritt in die Gemeinschaft lernte ich Erzieherin und absolvierte eine Ausbildung zur Gemeindereferentin in Erfurt.“

Dann verschlug es Schwester Margret Freund ins Eichsfeld. „Fast vierzig Jahre lang arbeitete ich in den Gemeinde St. Marien in Heiligenstadt, gab Religionsunterricht für Vorschulkinder und Grundschüler und leitete 21 Jahre die Aspirantur im Bergkloster, wo junge Frauen das erste Ausbildungsjahr zur Erzieherin absolvieren konnten. Später lebte ich 18 Jahre im Marcel-Callo-Haus und arbeitete von dort aus Vollzeit in der Gemeinde, schwerpunktmäßig Seniorenarbeit.“

Vor allem an ein Ereignis erinnert sich die 88-Jährige besonders gern: „Ein besonderes Highlight meines Ordenslebens war die Seligsprechung von Schwester Martha, einer unserer Schwestern aus der Anfangszeit des Ordens, im Jahr 1990 in Rom. Dabei trafen sich Schwestern unserer Gemeinschaft aus der ganzen Welt. Ich bin dankbar, dass ich meine Kraft und meine Talente 65 Jahre lang für Gott und die Menschen einsetzen durfte.“

Schwester Benedikta vom Kreuz Lerch (82) entschied sich ebenfalls in jungen Jahren für das Ordensleben: „Ich wollte Lehrerin werden, durfte das aber nach ideologischer Prüfung nicht. Deshalb machte ich zunächst eine Banklehre“, beschreibt sie ihre Jugendzeit. „Die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel gehörten bei uns in Breitenbach zum Ortsbild. Es gab einen Kindergarten der Schwestern, und sie waren auch als Krankenschwestern vor Ort. Da ich schon als Jugendliche gute Erfahrungen mit den Schwestern gemacht hatte, entschloss ich mich mit 21 Jahren, in die Ordensgemeinschaft einzutreten.“

Einsatz für die Kleinsten der Gesellschaft

Später arbeitete sie als Referentin im Bildungshaus Marcel Callo, kehrte nach einer Zwischenstation in einem Jugendheim als Oberin in den Schwesternkonvent des Marcel-Callo-Hauses zurück und übernahm die Leitung des Bereichs des ersten Ausbildungsjahrs für Krankenpflege.

Von 1984 bis 2003 war sie Provinzoberin und erlebte die Herausforderungen der Wendezeit hautnah. „Die Demonstrationen führten direkt am Kloster vorbei, und auch Schwestern waren in der Menge. Nach der Wende spürten wir eine großartige Aufbruchsstimmung und vertrauten auf Gott, so wie unsere Ordensgründerin es tat.“

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Nach der Jahrtausendwende wurde sie für neue Aufgaben in Rumänien gebraucht, wo sie zusammen mit Schwester Ignatia Nagel, Schwester Carmen Tereza Rusu und weiteren Schwestern unter anderem ein Kinderheim für Straßenkinder und in Not geratene Kinder aufbaute. „Heute betreiben wir das Kinderheim, ein soziales Zentrum, sind in der Kinder- und Jugendarbeit und in der Pfarrseelsorge aktiv“, sagt die Ordensfrau. „Mir war immer besonders wichtig, den Grundsatz unserer Gründerin zu leben: Die Jugend bilden, die Armen unterstützen und nach Kräften Not lindern“.

Diese Schwestern des Bergklosters feiern ebenfalls Jubiläum

Schwester Irmengard Schliesing (70 Jahre Ordensleben)

Schwester Anna Regina Apostel (65 Jahre Ordensleben)

Schwester Ferdinanda Wedekind (65 Jahre Ordensleben)

Schwester Maria Therese Prömel (65 Jahre Ordensleben)

Schwester Maria Bernadette Stude (60 Jahre Ordensleben)

Schwester Maria Hedwiga Heckeroth (60 Jahre Ordensleben)

Schwester Maria Thoma Dikow (40 Jahre Ordensleben)

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red