Laut aktuellem Glücksatlas gibt es im Freistaat Thüringen ein Völkchen, das glücklicher und zufriedener ist als der Rest im Land. Das sind die Eichsfelder. Sie haben laut Analyse den höchsten Wert bei Glück und Lebenszufriedenheit in Thüringen. Das Eichsfeld wird sogar als eine „Glücksinsel“ bezeichnet.

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Aber woran liegt das? Die Eichsfelder haben da unterschiedliche Ansichten. Wir haben eine kleine Umfrage per Telefon und in den sozialen Netzwerken gestartet. Und nicht nur die Eichsfelder selbst haben da eine Meinung.
Die Eichsfelder Wurst ist auf jeden Fall eine Ursache für Glück
„Das liegt eindeutig an den Eichsfelder Wurstwaren“, ist Christian Kühn sicher. Er stammt eigentlich aus Suhl, lebt in Weimar und kennt das Eichsfeld als Schlagzeuger der Band Princess Jo wie seine Westentasche. „Außerdem gibt es im Eichsfeld die Kamingeflüster-Konzerte, welche immer alle Menschen glücklich hinterlassen …“, schiebt er lachend hinterher. „Natürlich auch wegen der Gäste, die sich zahlreich zum Flüstern an den Kamin setzen“, kontert Veit Lamprecht aus Gerbershausen. Er hat aber noch eine andere Erklärung: „Das Glück im Eichsfeld fühlt sich hier zu Hause, weil genug Holz vor der Hütte steht, Höhenzüge genug Wind um die Nase jagen und Musik auch ohne Noten gemacht werden kann.“
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„Die Gemeinschaften der Kirchen und natürlich die Wurst“, antwortet prompt der Heiligenstädter Gastwirt Alexander Köhler. „Es sind die netten Menschen“, ist wiederum Stormvereins-Vorsitzende Monika Potrykus überzeugt. Bodo Sontag vom DRK Eichsfeld hat eine klare Meinung: „Das Eichsfeldlied sagt alles, warum wir so glücklich sind.“ Genauso reagiert Userin Ja Nina: „Das Eichsfeldlied sagt doch schon alles aus.“
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Thomas Müller hat lange im Eichsfeld gearbeitet und ist Chef der Traditionsbrennerei in Nordhausen. Für ihn ist das Glück der Eichsfelder glasklar: „Ich vermute, die Eichsfelder sind so glücklich, weil sie so nette Nachbarn wie die Nordhäuser haben.“
„Ich als Zugezogene finde es landschaftlich wunderschön. Es gibt einige Burgen, und irgendwo findet immer ein Event statt. Wir sind auch bekannt für das Ewig Jung Festival“, schreibt Nadine Felten. „Wer arbeiten will, findet hier mehr als genug freie Stellen. Nur um ein paar positive Punkte zu nennen.“ Facebook-User Stefan Sonnabend sieht eine eindeutige Ursache: „Weil wir keinen Kümmel im Gehacktes haben.“
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Ein waschechter Eichsfelder ist der frühere Bürgermeister von Dingelstädt Arnold Metz. „Aus meiner Sicht sind es folgende Faktoren, die mir spontan einfallen, warum im Eichsfeld die Menschen glücklicher sind als anderswo“, schreibt er und zählt auf: Niedrige Arbeitslosigkeit und damit gesichertes Einkommen, geringe Überschuldungsquote (Platz 33 im bundesweiten Vergleich), Kriminalitätsrate (immer noch) unterdurchschnittlich, erschwinglicher und auskömmlicher Wohnraum, gute Verkehrsinfrastruktur, starke Gemeinschaftsbindung und gutes soziales Miteinander, wie Vereine, Feste, Brauchtum und so weiter, nicht zuletzt die natürliche Umgebung wie Landschaft und Erholungsmöglichkeiten. „Natürlich gibt es Schwachpunkte, aber das war nicht die Frage“, meint er.
Bei den Antworten gibt es auch ernste Überlegungen
„Es wird die gute Wurst sein. Die gute Anbindung in Richtung Leipzig, Göttingen, Kassel und vielleicht bald auch Richtung Erfurt. Die schöne Landschaft“, sieht Daniel Finke als Glücksgründe. Nur der Facharzt- und Lehrermangel nerve. „Weil es hier extrem wenig Polizei gibt“, vermutet Facebook-User Marcel Hesse und versieht seinen Kommentar mit einem breit grinsenden Smiley.
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Das Eichsfeld habe seit 1990 von der Nähe zu Duderstadt, Göttingen und Kassel profitiert, analysiert Georg Kellner. „Dadurch fiel der Wegzug bei weitem nicht so stark aus, wie in anderen Kreisen. In den Dörfern sieht man deshalb verhältnismäßig wenig leerstehende Häuser. Man muss nur ein paar Kilometer nach Thüringen reinfahren und sieht das Grauen. Da sieht man nicht nur Leerstand, sondern inzwischen Ruinen.“ Aber er sieht für die Zukunft schwarz: „Aber wenn die Boomer demnächst ihren letzten Umzug antreten, wird es auch das Eichsfeld hart erwischen.“
Seit 2011 erscheint der Glücksatlas als umfassende Studie jährlich im Penguin-Verlag. Er wurde von Max Höfer konzeptioniert, der ihn auch redaktionell und kommunikativ betreut. Von Beginn an ist Professor Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg als wissenschaftlicher Leiter an Bord. Seit 2022 ist die Süddeutsche Klassenlotterie neuer Partner und Herausgeber des SKL Glücksatlas. Übrigens: Auf der Glücksskala von 0 bis 10 rangiert das Eichsfeld bei 7,02.
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