„Manchmal ist der Start in das Leben nicht so einfach“, sagt Lena Bösch, Sprecherin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Kommt es bei der Geburt zu Komplikationen oder seien Mutter und Kind nach der Entbindung in keinem guten Gesundheitszustand, könne dies auch zu Schwierigkeiten beim Stillen führen.

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Jedes Jahr gibt es in der UMG etwa 60 Frühgeborene, die bei der Geburt weniger als 1500 Gramm wiegen. Besonders für sehr kleine Frühgeborene und Neugeborene mit Magen-Darm-Beschwerden ist die Ernährung mit Muttermilch vorteilhaft, weil sie eine Vielzahl an Nährstoffen und Antikörpern enthält, die die gesunde Entwicklung und das Immunsystem des Babys unterstützen, erklärt Bösch. Jetzt wurde an der Universitätsmedizin eine Frauenmilchbank eröffnet.

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Unterstützung beim Aufbau dieser Bank habe man vom Versorgungsforschungsprojekt Neo MILK erhalten, dass eine strukturelle Stillförderung und den Aufbau von Humanmilchbanken an neonatologischen Zentren in ganz Deutschland zum Ziel habe, berichtet Jana Dieks, Leiterin der Sektion Neonatologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin.

Frauenmilchbank
Zum Team der Frauenmilchbank gehören Dr. Jana Dieks, Leiterin der Sektion Neonatologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Pflegedienstleiterin Tanja Lochter, Ursula Sanz, Stationsleiterin Neonatologische Intensivstation 0141, Stillberaterin Astrid Hedigga, und Studienassistentin Cordula Walter (von links). © Universitätsmedizin Göttingen | Julia Szikszay

„Möglichst schon vor einer absehbaren Frühgeburt werden die Eltern von unseren Stillberaterinnen, auch Laktationsberaterinnen genannt, über die Möglichkeiten von Spenderinnenmilch informiert. Mit dem Einverständnis der Eltern kann ein Frühgeborenes oder krankes Neugeborenes dann Spenderinnenmilch statt Säulingsanfangsnahrung erhalten. Häufig kann die Mutter nach einigen Startschwierigkeiten ihr Kind selbst mit Muttermilch versorgen, und die Spenderinnenmilch wird nur für die Anfangszeit benötigt“, weiß ihrerseits Pflegedienstleiterin Tanja Lochter.

Einige Auflagen müssen erfüllt werden

Damit Frauenmilch gespendet und einem anderen Kind verabreicht werden darf, müssen, ähnlich wie bei einer Blutspende, einige Auflagen erfüllt sein. So sind ein hygienisch einwandfreier Umgang mit der Milch und eine anschließende Aufbereitung notwendig, damit diese für die Ernährung eingesetzt werden kann. Deswegen müssen laut der UMG-Sprecherin die Spenderinnen die Milch vor Ort in der UMG abpumpen, damit sichergestellt ist, dass unter anderem die Kühlkette nicht unterbrochen wird.

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Carolin Uhde war eine der ersten Spenderinnen. „Mein Sohn kam als Frühgeburt in der 33. Schwangerschaftswoche zur Welt und wurde danach stationär in der UMG versorgt. Ich habe regelmäßig abgepumpt und hatte viel mehr Milch, als er trinken konnte. Deswegen wurde mir vorgeschlagen, die Milch für andere Frühchen zu spenden“, erinnert sich die 33-Jährige noch gut. Nach einer körperlichen Untersuchung und der Kontrolle von Blut sowie Muttermilch sei die Spende dann möglich gewesen.

Spenden könne jede Frau, die neben dem Bedarf für ihr eigenes Kind einen täglichen Überschuss an Muttermilch habe und über einen guten Gesundheitszustand verfüge, heißt es aus der Universitätsmedizin Göttingen. Eine weitere wichtige Voraussetzung sei, dass das eigene Kind noch stationär in der UMG betreut werde. sma

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