In Birkungen ist sie eine feste Stütze, die durch ihre Herzenswärme und tatkräftige Hilfsbereitschaft das Leben in der Gemeinde bereichert. Diese oder ähnliche Aussagen über Claudia Pinno hörte man in den vergangenen Tagen immer wieder im Ortsteil der Stadt Leinefelde-Worbis.

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Doch von heute auf morgen änderte sich das Leben der Birkungerin vor gut einem Jahr. Die Frau, die vielen Halt gab, ist nun selbst auf Unterstützung angewiesen. „Nach einer schweren Diagnose ist nichts mehr, wie es war. Ein bösartiger Hirntumor. Die häufigste und gleichzeitig schlimmste Form — das Glioblastom“, schreibt Claudia Pinnos Sohn Martin auf der Internetplattform www.gofundme.com, auf, der er nun um Spenden bittet.
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Die Birkungerin engagierte sich in der Kirche und wirkte im Frauensingkreis mit. „Claudia hat die gesamte Kirchengemeinde zusammengehalten. Sie war die gute Seele und der gute Geist im Pfarramt. Das hat sie auch alles fortgeführt, als sie nach Leinefelde ins Pfarrbüro gewechselt ist“, sagt Swen Löffelholz, Mitglied des Kirchenvorstandes.

Barrierefreiheit nach Umbau könnte Unabhängigkeit bewahren
Zu Jubiläen wie Geburtstagen oder Goldenen Hochzeiten besuchte Claudia Pinno die Jubilare im Auftrag der Birkunger Kirchengemeinde. Ebenso übernahm sie die Organisation der Gruppen, die die Kirche reinigten, und die Organisation der Frühstücke nach den Roratemessen. „Claudia war immer ansprechbar. Man merkt sehr, dass sie fehlt. Alles, was selbstverständlich war, muss nun plötzlich jemand anderes organisieren. Sie hat es einfach nebenbei mitgemacht. Sie hat vorgebetet und Sterbegebete gehalten, aber nicht nur in Birkungen“, sagt Swen Löffelholz.

Alltägliche Herausforderungen wie das Treppensteigen stellt die Eichsfelderin vor enorme Anstrengungen. In dieser schwierigen Zeit bittet ihre Familie um die Solidarität der Gemeinschaft, um ihr nicht nur die notwendige Mobilität innerhalb ihres Zuhauses zurückzugeben, sondern auch Momente des Glücks zu ermöglichen, heißt es in dem Aufruf der Familie.
„Ein Treppenlift könnte hier den entscheidenden Unterschied machen: Bewegungsfreiheit zurückgeben, Selbstständigkeit ermöglichen, den Alltag erleichtern – und vor allem ein Stück Lebensfreude schenken. Weiterhin müssen Umbauten eingeleitet werden, damit Barrierefreiheit entsteht. Wichtig wäre hier vor allem ein Bad, welches auch für sie in ihrer sehr eingeschränkten Lage gut und uneingeschränkt nutzbar ist“, schreibt Martin Pinno in seinem Aufruf weiter.
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Familie möchte mit Spenden auch Herzenswünsche erfüllen
Zudem möchte die Familie ihr mit den Spenden kleine Herzenswünsche erfüllen. „Vielleicht findet sich auch eine bisher nicht ermöglichte Therapie, die ihr noch ein wenig Zeit schenkt. Doch auch diese Therapien sind meist sehr kostspielig“, schreibt Martin Pinno weiter und bittet im Namen der Familie um jegliche Unterstützung.
Im Dorf hat sich in kurzer Zeit eine Welle der Solidarität entwickelt. So spendet die Jagdgenossenschaft Birkungen ihre gesamten Pachteinnahmen. „Auf Beschluss unserer Mitgliederversammlung spenden wir die Pachteinnahmen in Höhe von 1500 Euro an Claudia“, sagt Ingolf Hunold von der Jagdgenossenschaft.
Eine weitere Aktion startete am vergangenen Samstag der Ortsteilrat. „Wir haben einen Container an der Festhalle Siechen aufgestellt und sammeln damit Schrott“, erklärt Ortsteilbürgermeister Rafael Stadermann (CDU). Die Idee dazu hatte Ortsteilrat Josef Döring (CDU). Nach einem kurzen Telefonat stellte Falk Wedekind über seine Firma den Container bereit. Der Erlös der Aktion geht ebenfalls an Claudia Pinno. „Wir stellen den Container kostenfrei zur Verfügung und runden den Betrag am Ende auf“, sagt Falk Wedekind.
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Bereits am Samstagnachmittag war der Container gut gefüllt. Zu den ersten Birkungern, die Schrott brachten, gehörten Josef Döring, Rafael Stadermann, Daniel Döring und Ulla Hunold. „Der Container ist bereits halb voll“, berichtete Ortsteilbürgermeister Rafael Stadermann am Montagnachmittag auf Nachfrage. Ein paar Tage steht der Container noch bereit. „Mindestens bis zum Dienstag nach Ostern“, sagt Swen Löffelholz, der wie alle anderen Ortsteilräte hofft, dass viel Schrott gesammelt wird, um die Familie zu unterstützen.







