Nach der schlechten Nachricht vor ein paar Wochen, dass nach einem Beschluss des Zulassungsausschusses der Kassenärzte und Krankenkassen die Arbeit der kardiologischen Ambulanz eingestellt wird, gibt es nun eine gute: Rund eine Million Euro investiert das Duderstädter Krankenhaus in den Ausbau der Kardiologie zum „Invasiven Herzzentrum Eichsfeld“, das im ersten Quartal 2026 in Betrieb geht. Mit dieser Mitteilung wartete am Freitagnachmittag Krankenhaussprecher Florian Grewe auf. Mit der Investition werde die Herzkatheter-Kapazitäten von einem Messplatz auf zwei erweitert.

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Auf diese Erweiterung hin sei bereits der Stellenplan des Ärzteteams der Kardiologie auf fünf Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie aufgestockt worden. Damit böte St. Martini dann eine 24/7-Herzkatheterbereitschaft für die wohnortnahe Notfallversorgung, denn bei Herzinfarkten ist die Zeit entscheidend.

Die Patienten, so Grewe, profitierten weiter von leistungsfähiger Medizintechnik auf dem aktuellen Stand der Technik und durch die Erweiterung der Herzkatheter-Kapazitäten von kürzeren Wartezeiten auf einen Behandlungstermin. Und auch das Behandlungsspektrum soll erweitert werden. „Die Elektrophysiologie bietet hervorragende Möglichkeiten in der Therapie von Herzrhythmusstörungen“, so der Sprecher.

Neuer Chefarzt der Kardiologie wird Fatbardh Hasku

Anfang Januar 2026 übernimmt Fatbardh Hasku die Chefarztposition der Kardiologie mit dem Auftrag, die Entwicklung zum „Invasiven Herzzentrum Eichsfeld“ mitzugestalten. Er bringe eine umfassende Expertise im gesamten Spektrum der invasiven Kardiologie mit und setze in seiner neuen Funktion besonders auf den Ausbau der Elektrophysiologie – ein Bereich, der neu an St. Martini etabliert wird.

Fatbardh Hasku, so Grewe, studierte Humanmedizin an der Universität Pristina im Kosovo und verfügt über langjährige Erfahrung in der Inneren Medizin und Kardiologie. Seit 2011 sei der Mediziner an verschiedenen Kliniken in Deutschland tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen, der interventionellen Koronartherapie sowie in modernen Verfahren der Schrittmacher- und Defibrillatortherapie.

„Mit der Einführung der Elektrophysiologie wird das kardiologische Angebot am St. Martini Krankenhaus um eine hochspezialisierte Disziplin erweitert. Die Elektrophysiologie befasst sich mit der Erkennung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen, die oft durch Störungen in der elektrischen Erregungsleitung des Herzens entstehen. Durch gezielte Katheter-Untersuchungen und minimalinvasive Eingriffe, sogenannte Ablationen, können solche Rhythmusstörungen heute häufig dauerhaft behoben werden. Damit trägt die Elektrophysiologie wesentlich dazu bei, die Lebensqualität und Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu verbessern und schwerwiegende kardiale Komplikationen zu verhindern“, erklärt Grewe.

In diesem Zuge werde auch in die Medizintechnik investiert. Der vorhandene Herzkatheter-Messplatz wird um weitere Herzkatheter-Messplätze erweitert. Das zusätzliche Herzkatheter-Labor wird mit einem Zwei-Flächen-Angiograf (Biplanar) ausgestattet. Dieser biplanare Angiograf verfüge über zwei separate Röntgenröhren und zwei Detektoren, die rechtwinklig zueinander angeordnet sind. Er kann die Herzkranzgefäße simultan in zwei verschiedenen Projektionsebenen darstellen, zum Beispiel frontal und seitlich – also zwei Bilder zur gleichen Zeit. Die kritischen Verengungen (Stenosen) können laut dem Sprecher in Verbindung der unterschiedlichen Perspektiven besser beurteilt werden, da die Überlagerung von Gefäßen minimiert werde.

Dieser Herzkatheter-Messplatz könne über die Fördermittel des Landes im Zusammenhang mit dem Krankenhausausbau finanziert werden. Der weitere Herzkatheter-Messplatz wird aus Eigenmitteln des Hauses finanziert. Das Gesamtinvestment in die neue Medizintechnik inklusive der erforderlichen baulichen Anpassungsmaßnahmen beträgt rund eine Million Euro.

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Die medizinischen Anlagen sollen im Dezember auf Station C1 im ersten Obergeschos in den Räumen untergebracht werden, die aktuell noch für das Röntgen genutzt werden, sagt Grewe.

Geschäftsführer Markus Kohlstedde freut sich über die Entwicklung. Mit der Entwicklung wolle man ein Zeichen setzen und die kardiologische Versorgung der Menschen in der Region nachhaltig stärken. „Trotz Rückschlages durch zuletzt von uns öffentlich gemachte bürokratische Entscheidungen hinsichtlich der kardiologischen Ambulanz und zu Lasten der gesetzlich Versicherten: Wir bleiben bei unseren Zielen, Patientinnen und Patienten eine qualitativ hochwertige, zugewandte, schnelle und wohnortnahe Gesundheitsversorgung zu bieten.“